Spruchkammer würdigt präzise Vorbereitung

Von: Christoph Pauli
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Alemannia
Wieder einmal gab es Randalierer in den Reihen der Alemannia-Fans.

Duisburg. Vor der Verbandsspruchkammer trafen sich RW Oberhausen und Alemannia Aachen Montagabend noch einmal. „Beiden Klubs wird der Vorwurf gemacht, dass sich Fans grob unsportlich verhalten haben“, fasste der Vorsitzende Friedrich-Wilhelm Stelkens (Krefeld) die „Anklage“ zusammen.

Beide Klubs stehen nicht zum ersten Mal in dieser abgeschlossenen Spielzeit vor dem Sport-Kadi. Das Urteil fiel nach kurzer Beweisaufnahme vergleichsweise milde aus. RWO muss 150, Alemannia 450 Euro zahlen. Beide Klubs verzichteten auf Rechtsmittel.

Eine gewisse Hilflosigkeit war auch bei den Vereinsvertretern bei der Sitzung auszumachen. Aus ihrer Sicht hatten sie alle Vorkehrungen getroffen. „Für Regionalliga-Verhältnisse war das vorbildlich“, lobte sogar der Vorsitzende.

Der Verband hatte die Partie vom 26. April zur Überraschung der beteiligten Klubs weder als „Risikospiel“ deklariert, noch unter besondere Beobachtung gestellt. Die Klubs erhöhten von sich aus die Aufmerksamkeit. „Wir haben von uns aus die Stufe erhöht“, teilte Oberhausens Organisationsleiter Jörg Groth mit.

Vor dem Spiel fand ein sehr detaillierter, durchaus präziser Austausch zwischen den Klubs statt. Und fast alle Informationen , die die Fanbeauftragten und szenekundigen Beamten vorab zusammentrugen, trafen ein, auch die Prognose über das Fan-Aufkommen war richtig. Dass darunter etwa 50 Fans aus Kerkrade waren, war auch bekannt.

Selbst eine Fahne, die in Oberhausen vor etwa sieben Jahren bei einem Einbruch entwendet und vor der Partie im Aachener Fanblock angezündet wurde, war vorab thematisiert worden. „Beide Vereine haben sich präzise vorbereitet“, sagte Aachens Geschäftsführer Alexander Mronz.

Es kam dann, wie eben nicht gewollt: Zäune und Toilettenanlagen wurden demoliert, Bengalos gezündet, das Spiel (0:0) musste unterbrochen werden. Dabei war der Sicherheitsdienst verstärkt worden, Spürhunde wurden eingesetzt. Und wie die Bengalos ins Stadion gelangten, wurde Montag anschaulich anhand der Videoaufzeichnungen illustriert. Die Feuerwerkskörper wurden von außen in den Umlauf der Tribüne geworfen. „Wir sind nahezu machtlos, wenn wir nicht auf Nacktscanner setzen“, fasste Oberhausens Sicherheitsbeauftragter die Ohnmacht zusammen.

Der Vorsitzende würdigte die Vorbereitung der Klubs im Vorfeld. „Es gab keinen Grund für uns, hier die große Welle zu machen.“ Gleichwohl appellierte er an die Vereinsvertreter, den Kontakt mit Fangruppen noch zu intensivieren, „auch wenn das ein Kampf gegen Windmühlen ist“. Solche Verfahren seien eine „Schande für den Fußball“, urteilte Friedrich-Wilhelm Stelkens. „Wir sind alle ein bisschen ratlos. Aber wenn es so weitergeht, müssen wir auch in der Regionalliga über Spiele unter Ausschluss der Öffentlichkeit nachdenken.“

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