Larnaka - Seeberger bekommt keinen neuen Kapitän

Seeberger bekommt keinen neuen Kapitän

Von: Roman Sobierajski
Letzte Aktualisierung:
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Bekommt keinen neuen Kapitän: Trainer Jürgen Seeberger.

Larnaka. Am Ende der elf Tage auf Zypern zeigte die Mannschaft in der Hinrunde manchmal vermisste Tugenden. Trainer Jürgen Seeberger muss das Herz aufgegangen sein, als er Geschlossenheit, Einsatzbereitschaft und Siegermentalität hautnah miterlebte. Vielleicht holte sich der 43-Jährige aber auch nur eine Gänsehaut - als ihn die Spieler packten und ins Mittelmeer warfen. Die Bilanz der Tage in Larnaka.

Rahmenbedingungen und Ziele: „Alle Spieler waren fit, das Wetter stimmte. So konnten wir die gewünschte Netto-Trainingszeit für alle rüberbringen”, schätzt Trainer Seeberger ein. Das konditionelle Gerüst des Kaders steht, sodass die elf Tage auf Larnaka nicht unbedingt schmerzhafteste körperliche Erinnerungen hervorrufen werden. Die Baustellen liegen woanders: „Mit dem Anpfiff in 14 Tagen müssen das defensive Konzept stehen, die Laufwege müssen stimmen, die Automatismen”, fordert Aachens Trainer ein. „Wir müssen Selbstvertrauen und Moral auf-, die Fehler abbauen.”

Teamgeist und Moral: „Wir konnten nie ein Spiel umbiegen in der Hinrunde, haben nur ein einziges Jokertor erzielt”, spricht der 43-Jährige die Mankos der ersten 17 Begegnungen an. Moral verbessern, Teamgeist aufbauen, ist allerdings ein schwieriges Unterfangen im Trainingslager und Testspielen, in denen oft die komplette Mannschaft zur Halbzeit gewechselt wurde. Auch die vermisste konstante Grundleistung aufzubauen, ist fast unmöglich, der Kader bot bislang nur hellstes Licht oder tiefsten Schatten.

Führungsspieler: „Die Leistungsträger in der Mannschaft müssen stärker Akzente setzen und auch mal das Ruder herumreißen”, fordert der 43-Jährige angesichts manchmal unübersehbarer Unentschlossenheit auf dem Platz. Wer die Leistungsträger sind, lässt sich leicht an den Einsatzminuten ablesen: Stuckmann, Achenbach, Olajengbesi, Lehmann, Nemeth, Auer. „Es ist aber auch nicht verboten, dass einmal ein anderer Akzente setzt”, meint Seeberger und hebt auch die letzten Partien von Cristian Fiel heraus: „Von Markus Daun ging bislang nicht so viel Torgefahr aus, für Lehmanns Qualitäten sind ein Tor und ein Assist zu wenig”, kritisiert er.

Mit dem Plan, zur Winterpause einen neuen Kapitän wählen zu lassen, ist der Trainer am nachhaltigen Widerstand des Teams gescheitert. „Die Idee stand im Raum”, räumt Seeberger ein. Solange der etatmäßige Mannschaftsführer Reiner Plaßhenrich ausfällt, trägt Matthias Lehmann weiterhin die Binde.

Neuverpflichtungen: „Jochen Seitz bringt Erfahrung und Qualität mit und wird sich kurzfristig zu 100 Prozent integrieren”, erwartet Seeberger. Anders sieht die Lage bei den beiden afrikanischen Gastspielern aus: „Es war kein Fehler, Oussalé und Tassembedo mit ins Trainingslager zu nehmen, sie haben sich gut präsentiert”, bewertet der Coach zwar, doch der Integrationsaufwand ist wesentlich größer. Hinzu kommt das Manko, dass die beiden als Nicht-EU-Ausländer auch nicht in der Zweiten Mannschaft eingesetzt werden können, um sich Spielpraxis zu holen. Die Entscheidung über eine Weiterverpflichtung fällt wohl in der kommenden Woche.

Auslaufende Verträge: „Die Zeitnähe verschiebt sich nach hinten raus”, philosophiert der 43-Jährige vermutlich darüber, dass er weder bei seinem eigenen weiteren Engagement noch bei dem einiger Spieler dringend Handlungsbedarf sieht. Und noch so ein Seeberger-Satz: „Man muss mit der Kurzfristigkeit in alle Richtungen zurechtkommen, das ist für mich okay, das muss auch für die Spieler okay sein. Ich nehme mir keinen konkreten Zeitpunkt vor, bis wann das bei mir entschieden sein muss.”

Saisonziele: „Die jüngste Vergangenheit und der Stadionneubau erzeugen schon zwei Drucksituationen”, hat Seeberger die historische Dimension erkannt - und will aus sportlicher Sicht nicht noch weiteren Druck erzeugen und ein konkretes Ziel ausgeben. „Die Liga hat keinen Topfavoriten oder die Diskrepanz zwischen den Vereinen wie in der vergangenen Saison. Die Mannschaften bis Rang neun können um die vorderen Plätze mitspielen”, prophezeit er, sieht aber das Team nach der Hinrunde gut positioniert: „Knapp hinter den Aufstiegsrängen, da habe ich uns erwartet.”
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