Schalke zu stark: Nur der letzte Jubel gehört den Aachenern

Von: Christoph Pauli
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Klare Verhältnisse: Bei einem Torverhältnis von 1:6 war klar, wer auf dem Tivoli das Sagen hatte. Foto: Andreas Steindl
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Klare Verhältnisse: Bei einem Torverhältnis von 1:6 war klar, wer auf dem Tivoli das Sagen hatte. Foto: Martin Ratajczak

Aachen. Ein bisschen Wehmut kam schon auf beim Blick ins ziemlich leere Stadion. Vor nicht einmal sieben Jahren standen sich die Gegner vom Sonntag ebenfalls in Aachen gegenüber: Alemannia erwartet Schalke 04. Manuel Neuer entdeckte an diesem Nachmittag das Licht der Bundesliga, aber wichtiger noch: Nach 36 Jahren feierte Alemannia das erste Heimspiel in der obersten Klasse, der Tivoli platzte vor Stolz.

Die Wege haben sich drastisch getrennt, Schalke 04 kümmert sich gerade um das Erreichen der Champions League, Alemannia ist tief gesunken und spielt nun im Regionalliga-Alltag gegen Schalke II.

Gegen die Erstvertretung kassierten die Aachener bei der Saisoneröffnung am Sonntagabend eine 1:6-Niederlage. Für die 6679 Zuschauer war es wieder ein Schnupperkurs: Sie müssen fast eine komplette Mannschaft kennenlernen, die zumindest viel Elan demonstrierte. Sehr viele Rückschlüsse ließ der Test  nicht zu, dafür waren die Kräfte zu ungleich verteilt.

Die guten Vorsätze schrumpfen

Schalke ballerte wie die dicke Berta drauflos, Alemannia bekam gleich den forcierten Konkurrenzkampf zu spüren. Nach 100 Sekunden lag der Bundesligist bereits in Führung. Die scharfe Linksflanke von Christian Fuchs vollendete Adam Szalai im Fünfmeterraum.   Die guten Vorsätze schrumpften augenblicklich. Die Aachener brachten viel Elan mit, an der erwarteten Einseitigkeit der Partie änderte das nichts.  „Wir waren in der ersten Halbzeit zu ängstlich, haben keinen Druck auf den Gegner ausgeübt und sind so gewaltig unter Druck gekommen“, fand nicht nur Trainer Peter Schubert. Teemu Pukki brachte sich ins Gedächtnis.

In Aachen hatte der Finne noch unter Manager Erik Meijer ein wochenlanges Casting vor ein paar Jahren absolviert. Am Ende der Zeit ging er zurück in die Heimat, von Alemannia hörte er nichts mehr. Jetzt trifft er eben für Schalke. Im ersten Anlauf verhinderte Löhe durchaus spektakulär einen Treffer (21.), den holte der Angreifer ein paar Minuten später nach – 0:2 (25). Und als kurz darauf nach einem Szalai-Schuss ein Abstauber gesucht wurde, war er wieder zur Stelle – 0:3 (32.). Schalke blieb humorfrei, Szalai schlenzte den Ball unter die Latte (35.), dann verweigerte Kapitän Höwedes drei Meter vor dem Tor den nächsten Treffer (44.).

Peter Schubert setzte knapp zwei Wochen vor Saisonbeginn noch einmal alle Spieler ein. Als Anführer fungiert vorerst der erfahrene Michael Lejan, den Kapitän endgültig will Schubert kurz vor dem Saisonstart bestimmen. Mit den vielen Wechseln wurde Aachen mutiger. Mazan Moslehe hätte fast ein perfektes Debüt gefeiert, freigespielt von Krasniqi scheiterte er an Schalkes Keeper Ralf Fährmann  (48.).  

Zu Beginn der zweiten Hälfte tauchte auch Tages-Neuzugang Kris Thackray auf, ein 25-jähriger britischer Innenverteidiger, der zuletzt bei Quorni auf Malta unterwegs war. Seine ersten Spielminuten in Deutschland waren anstrengend, denn Schalkes Trainer Jens Keller hatte ein paar Raketen aus dem Depot geholt. Und die zündeten gleich: Innerhalb von 30 Sekunden erhöhten Klaas-Jan Huntelaar und Christian Clemens zum 0:4 und 0:5 (51.).

Das Gute an dem schnellen Ausbau der Führung: Die Gäste  drosselten die Angriffsmaschine. Alemannia lernte die gegnerische Hälfte kennen, das Publikum kam auf Touren. Das änderte auch nicht, dass Nationalspieler Julian Draxler einen Slalomlauf mit dem 0:6 vollendete (76.). Der eifrige Regionalligist wollte diesen Ehrentreffer. Da hätte Schiedsrichter Sascha Stegemann mithelfen können, als er ein Foul von Santana an Rafael Garcia ignorierte (81.). Sekunden später annullierte er den Treffer von Sangare wegen einer Abseitsstellung. 

Den ersten Jubel in dieser Saison gab es dann doch noch, Moslehe traf aus 20 Metern zum 1:6 (86.). „So gehen wir mit einem guten Gefühl nach Hause, auch wenn wir wissen, dass noch sehr viel Arbeit bleibt“, fasste der Torschütze den Arbeitstag zusammen.

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