Schalke schnappt sich Aachens Marco Höger

Von: Christoph Pauli
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Abschied von einem großen Tal
Abschied von einem großen Talent: Marco Höger verlässt Alemannia und heuert in der Bundesliga beim FC Schalke 04 an. Foto: imago/MIS

Aachen. Es werden die letzten Stunden von Alemannias Marco Höger am Tivoli sein. Der 21-Jährige räumt am Donnerstag seinen Spind am Tivoli aus - und geht wieder in Ferien. Höger ist seit Mittwoch Bundesliga-Spieler, und die nimmt den Spielbetrieb deutlich später als die 2. Liga auf.

Beim FC Schalke hat der Mittelfeldspieler am Mittwoch einen Drei-Jahresvertrag unterschrieben. Über die weiteren Modalitäten wurde Stillschweigen vereinbart, die Transfersumme pendelt sich zwischen 1,5 und 2 Millionen Euro ein, auch abhängig von der Zahl der Bundesligaspiele Högers.

Auf der Zielgeraden hatte der FC Schalke sein Angebot zuletzt erhöht. Der Poker lief jedenfalls, und plötzlich saß noch ein Dritter mit am Tisch. Der VfL Wolfsburg hatte Platz genommen und seine Karten aufgedeckt. Der potente Werksklub überbot den FC Schalke zwischenzeitlich.

Das ist eine interessante Parallele zu Alemannias letztem Millionen-Coup. Damals wollte der Wolfsburger Trainer Felix Magath Lewis Holtby erst nach Wolfsburg und dann später zum FC Schalke holen, was auch gelang. Holtby sagte Ralf Rangnick, damals in Hoffenheim, ab. Jetzt wollte Schalkes Rangnick Marco Höger ein blau-weißes Trikot verpassen, was der wieder in Wolfsburg gelandete Magath mit größerer Freude verhindern wollte.

Alemannias Pokerkarten waren allerdings nicht die besten, weil Högers Vertrag nur noch ein Jahr lief und sich der Spieler schon eindeutig für den FC Schalke positioniert hatte. Andererseits war die Wolfsburg-Offerte natürlich ein hübscher Hinweis für eine Summe, die Alemannias Manager Erik Meijer als „marktgerechten Preis” angestrebt hatte. So kam die Nachfrage zur rechten Zeit.

Folgt man Höger und seinem Berater Michael Schulz, hat sich Alemannia selbst um eine bessere Ausgangslage gebracht. Im Sommer letzten Jahres bekam der ehemalige Amateurspieler nach den ersten vielversprechenden Einsätzen einen gering dotierten ersten Profivertrag, der ihm im Einkommensranking einen hinteren Platz sicherte. Erik Meijer wollte die weitere Entwicklung erst einmal abwarten. Die Karriere nahm richtig Fahrt auf. Nicht nur für Meijer war Höger der „Spieler der Hinrunde”. Immer mehr Scouts richteten ihre Zielfernrohre auf den talentierten Mittelfeldspieler. „Wir haben auf eine Reaktion des Vereins gewartet, Marco wollte sich langfristig an Aachen binden”, sagt Schulz, und auch der Spieler hoffte auf „Gespräche”, bestätigte er. Sein Management bat nach eigener Auskunft im Oktober Alemannia zweimal um einen Termin. „Wir haben weder eine Reaktion, noch ein Gesprächstermin oder ein Angebot erhalten”, wundert sich der ehemalige Profi. Als Meijer im Frühjahr mit einer neuen Offerte um die Ecke bog, sei dann das Thema erledigt gewesen. Alemannias Manager selbst will den Vorwurf öffentlich nicht erwidern. „Ich stehe da drüber, werde das nicht kommentieren, weil ich weiß, wie es sich wirklich abgespielt hat.”

Der Ersatzmann für Höger heißt Reinhold Yabo, der 1. FC Köln leiht den 19-Jährigen, gebürtiger Aldenhovener, für ein Jahr ohne Kaufoption aus in die Nachbarstadt.

Zerschlagen hat sich ein Transfer von Deniz Naki vom FC St. Pauli. Der Klub wolle den Dürener nicht abgeben, schließt Meijer das Buch.
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