Aachen - Schadenersatzansprüche in Millionenhöhe gegen Kraemer

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Schadenersatzansprüche in Millionenhöhe gegen Kraemer

Von: Christoph Pauli
Letzte Aktualisierung:
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In Aachen wird die Klage gegen Alemannias Ex-Geschäftsführer Frithjof Kraemer vorbereitet. Foto: Steindl

Aachen. Frithjof Kraemer bevorzugt es zu schweigen. Er möchte die Dinge nicht kommentieren. Der Verband erteilte Alemannias ehemaligem Geschäftsführer in der letzten Woche ein zweijähriges „Funktionsverbot“. Und doch ist die knappe Begründung für ihn ein Erfolg.

Im schriftlichen Verfahren hatte ihm der DFB-Kontrollausschuss noch „grob fahrlässiges“ Handeln im Lizenzierungsverfahren für die 3. Liga unterstellt. Die Formulierung hatte Kraemer nicht akzeptiert, und so kam es zur mündlichen Verhandlung. Der DFB-Einzelrichter sah danach nur noch „zumindest fahrlässig begangene Verstöße gegen Pflichten im Zulassungsverfahren“. Kraemer akzeptierte das Urteil, das somit schnell rechtskräftig wurde.

In Aachen haben sie den Verfahrensausgang natürlich verfolgt, obwohl das Urteil des Sportgerichts für ein Zivilverfahren nicht bindend ist. In der Kanzlei Delheid werden unverändert Schadenersatzansprüche in Millionenhöhe vorbereitet.

„Sie haben den Verein vor die Wand gefahren. Entweder waren Sie unfähig oder unredlich“, hatte Alemannias Anwalt Johannes Delheid dem ehemaligen Mitarbeiter in einem Verfahren vorgeworfen, in dem Kraemer seit dem Sommer vor der Kammer für Handelssachen gegen seine fristlose Kündigung vorgeht.

Kraemer ist sicher Adressat der Klage, aber geprüft wird auch, inwieweit Erik Meijer als Geschäftsführer Sport in Regress genommen werden kann für Versäumnisse und Fehlplanungen. Kraemer hatte in dem Verfahren mehrfach darauf hingewiesen, wie leger Meijer mit seinem Etat ungegangen sein soll.

„Wir müssen eine Kausalität zwischen Handlung und Schaden herstellen, um Ansprüche geltend zu machen“, sagt Delheid. „Theoretisch kommen alle Organe in Betracht, aber derzeit steht nur fest, dass wir Kraemer in Anspruch nehmen werden“, sagt er. Derzeit wird errechnet, wie hoch der tatsächliche Schaden durch mögliche Pflichtverletzungen ist. Unverändert wird auch die Verantwortung des Aufsichtsrats geprüft. Im Verfahren vor dem Aachener Landgericht hatte Kraemer schon vor Monaten ausgeführt, dass er das Gremium über seine Schritte mindestens über den damaligen Vorsitzenden Meino Heyen informiert habe. Und satzungsgemäß hätten die Lizenzierungsunterlagen von den Herren genehmigt werden müssen.

Dieses Verfahren war zuletzt ausgesetzt, wird nun auf Betreiben von Alemannias Insolvenzverwalter wieder aufgenommen. Der nächste Verhandlungstermin mit ersten Zeugen wird Anfang des Jahres stattfinden.

Keine konkreten Ergebnisse gibt es bislang bei der Schwerpunkt-Staatsanwaltschaft in Köln, die die strafrechtlichen Konsequenzen würdigt. Die Behörde hatte bei Durchsuchungen im Rathaus und am Tivoli zehntausende Blätter sichergestellt. Ein kleines Team von zwei bis drei Spezialisten arbeitet sich durch die Akten. Die Behörde vermag noch nicht beurteilen, bis wann sie ihre Schlüsse ziehen kann.

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