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Querfeldein-Bedingungen am Tivoli vor dem Neustart

Von: Christoph Pauli
Letzte Aktualisierung:
Da fliegen die Fetzen am Tivol
Da fliegen die Fetzen am Tivoli - Szene vom Testspiel gegen Köln.

Aachen. Rasenschäden in beträchtlicher Höhe vermeldete vor einigen Wochen Swasiland. Zahlreiche abergläubische Spieler hatten in Torraum und Mittelkreis den Rasen weitflächig aufgerissen, um dort ihre Talismane zu verbuddeln. Der Sportminister erstattete Anzeige gegen unbekannt.

Am Tivoli wurden nach ziemlich gesicherten Erkenntnissen keine Glücksbringer von den Profis eingegraben. Doch auch so kann man den Rasen ungestraft einen „Acker” nennen, ohne Gefahr zu laufen, vom „Sportminister” Erik Meijer angezeigt zu werden.

Noch acht Heimspiele stehen in Aachen an, bis die Rettung feststehen soll. Aber schon der Neustart 2012 findet unter erschwerten Bedingungen statt. „Der Platz ist in keinem guten Zustand”, bemängelt Trainer Friedhelm Funkel. Am Dienstagmorgen trainierte die Mannschaft in einer Soccer-Halle, am Nachmittag auf Kunstrasen auf dem Parkdeck. Der Trainer traut sich kaum, den Tivoli unnötig zu strapazieren.

Dort herrschten zuletzt eher Querfeldein-Bedingungen. „Wir müssen damit zurecht kommen, eine Ausrede ist das nicht”, sagt der Trainer. Aber Begeisterung klingt anders. Besonders der „Doppelspieltag” Anfang Januar mit den Partien Aachen gegen Köln und Schalke gegen Arnheim innerhalb von 40 Stunden hat dem Platz den letzten Rest gegeben. „Wenn man danach nichts zur Verbesserung unternimmt, waren die Spiele sinnlos”, sagt Funkel. Die Idee war vielmehr, mit den zusätzlichen Einnahmen ein paar neue Rasenstücke zu finanzieren.

Ein kompletter Austausch scheitert - man ahnt es: am Geld. Ein neuer Rollrasen kostet etwa 110 000 Euro. Der aktuelle Platz wurde erst im letzten Frühjahr ausgetauscht. Der Geburtsfehler des Platzes war damit nicht behoben. An der weitgehend sonnenlosen Südseite läuft der Regen nicht ab. Der Verein will nach der Pauli-Partie stellenweise reparieren, sobald auch Väterchen Frost sich wieder zurückgezogen hat.

Das wirft grundsätzliche Fragen nach dem Auf- und Unterbau der noch ziemlich jugendlichen Anlagen auf. Ist beim Neubau des Stadions wirklich die beste Konstruktion gewählt worden, liegt sogar Pfusch am Bau vor? Alemannia hat einen Gutachter eingeschaltet, der in den letzten Tagen Proben genommen hat. Unabhängig vom Ergebnis steht bereits fest, dass im Sommer eine größere und gleichsam kostenintensivere Sanierung der Rasenanlage ansteht.

Alemannias Geschäftsführer Frithjof Kraemer findet das Thema nicht so prickelnd, „weil jeder zum Rasen eine eigene Meinung besitzt”. Für ihn ist der schlechte Zustand ein Ergebnis der kurzen Regenerationszeit mit viel Regenzeit im Sommer und der erhöhten Belastung. Der Platz findet kaum noch Ruhe, weil auch die Amateure seit dieser Saison ihre Wettkämpfe am Tivoli austragen. „Und vielleicht war auch die eine oder andere Behandlung falsch.” Sollte ein grundsätzlicher Mangel bestehen, werde man dem nachgehen, kündigt Kraemer aber an.

Kurzfristig werden sich die Probleme nicht lösen lassen. Die Partie auf dem frisch gewalzten Acker am Samstag gilt als nicht gefährdet. Mindestens 20.000 Zuschauer - die Marke wurde geknackt - werden einen Eindruck von den Arbeitsbedingungen bekommen.
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