Aachen/Koblenz - Petrik Sander fühlt sich geehrt und sagt in Aachen ab

Petrik Sander fühlt sich geehrt und sagt in Aachen ab

Von: Christoph Pauli
Letzte Aktualisierung:
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Ist von der Alemannia in Person von Erik Meijer im Rahmen der Trainersuche kontaktiert worden: Petrig Sander vom TuS Koblenz. Foto: ddp

Aachen/Koblenz. Sportdirektoren kommen bei Alemannias Jahreshauptversammlungen nicht zu Wort. Bisher. Nun ist Erik Meijer im Amt, und der Limburger brach am Samstag mit der Tradition. Launisch stellte Meijer den gut 400 Mitgliedern die Ideen seiner Arbeit vor. Das Ende des Vortrags gab es: Standing ovations.

Neue Personalien brachte Meijer nicht mit, dafür ein paar Neuigkeiten: Das ursprüngliche Klub-Wappen aus dem Jahr 1925 wird wieder eingeführt. Alemannia will zu seinen Wurzeln zurückkehren, und das wird nun auch optisch dokumentiert. Parallel dazu startet die Kampagne „Auf Gedeih und Verderb”. Alemannias Profis posieren mit dreckigen Trikots oder blutenden Wunden für den Fotografen. „Es geht wieder um Leistung, Leidenschaft und Loyalität.”

Anhand solcher Auswahlkriterien schnürt Meijer gerade den neuen Kader zusammen. Was noch fehlt, ist der neue Trainer. Fest steht nach fünfwöchiger Fahndung bislang nur, wer nicht kommt. Koblenz-Coach Petrik Sander sagte am Wochenende ab. „Natürlich ehrt es mich, dass ein Traditionsverein Interesse an meiner Person bekundet und meine Arbeit schätzt. Aber ich habe einen festen Vertrag in Koblenz, den ich erfüllen werde.”

Man kann spekulieren, dass der 49-Jährige die Aufgabe gerne angenommen hätte, aber am Widerstand seines Arbeitgebers gescheitert ist. Geschäftsführer Wolfgang Loos hatte sich rigoros das Werben verboten und Meijer heftig kritisiert, und auch in der Branche gibt es kritische Stimmen gegen dessen Idee, einen Trainer ein paar Stunden vor dem Trainingsauftakt wegzulotsen.

Dem Verein, der zuletzt so stilsicher unterwegs war, bringt das keine Sympathiepunkte, auch wenn Aachens Manager sich am Wochenende gegen den Vorwurf verwahrte, er habe Sander am Verein vorbei kontaktiert. „Ich habe Wolfgang Loos informiert und respektiere natürlich seine Entscheidung. Das Thema ist damit erledigt.”

Für Meijer ist es der nächste Rückschlag. Zunächst hatte Ede Becker sich entschieden, lieber den Nachwuchs seines Heimatvereins Kalsruher SC zu schulen als in den Wilden Westen zu wechseln. Leverkusens Co-Trainer Peter Hermann scheiterte wie jetzt auch Sander am Wechselverbot seines Arbeitgebers.

So geht die längste Trainersuche der Alemannia-Geschichte weiter. Der Manager bleibt gelassen, weil glücklicherweise gerade einmal keine Mannschaft da ist, die bewegt werden will. Trainingsauftakt ist der 28. Juni. Dann wird auch Erik van der Luer da sein, der nun fest zugesagt hat, Co-Trainer zu bleiben. „Nebenbei wird er sich auch um das Nachwuchsleistungszentrum kümmern, das ist sein Baby”, freut sich Meijer über die Zusage. Bei der U23 wird van der Luer durch Ralf Aussem, zuletzt Co-Trainer von Rot-Weiß Essen, ersetzt.

Meijer sucht unverändert einen Trainer, der „ein bisschen mehr Leben in die Bude bringt und der hungrig ist”. Das kann ein erfahrener Trainer sein, „oder ich nehme jetzt ein größeres Risiko und hole jemanden, den keiner kennt”.

Auf ein konkretes Saisonziel legt sich der 40-Jährige nicht fest: „Wir wollen eine gute Rolle spielen mit leidenschaftlichen, aggressiven Fußball. Niemand kann von diesem Kader den Aufstieg erwarten. Aber man kann erwarten, dass sich etwas entwickelt.”
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