Nur „langes Holz” an der Alten Försterei

Von: Roman Sobierajski
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„Blindflug”: Seyi Olajengbesi (rechts) gegen den Ex-Alemannen John Jairo Mosquera. Foto: dpa

Berlin. 22 erwachsene Männer waren zusammengekommen und gaben sich reichlich Mühe, ihre Anstrengungen für die 12057 Zuschauer wie Fußball aussehen zu lassen.

Da das weitgehend rasenfreie, wassergetränkte Spielfeld dazu aber nicht den passenden Untergrund abgeben wollte, die Gastgeber zudem seit dem Rückrundenstart durch Harmlosigkeit glänzen und Zwei-Meter-Verteidiger Christian Stuff beim „Langholz-Spiel” von einem Strafraum zum anderen Benjamin Auer als Anspielstation eliminierte, endete das Zweitligaspiel zwischen Union Berlin und Alemannia Aachen mit einem torlosen Remis.

An dieser Stelle könnte die Berichterstattung eigentlich schon beendet sein, geht aber nicht, sodass der Punktgewinn der Alemannia im Stadion der „Eisernen” An der Alten Försterei noch ein wenig weiter beleuchtet wird.

„Was auf diesem Platz möglich war, hatte wenig mit Fußball zu tun”, schätzte Aachens Sportdirektor Erik Meijer den Vortrag ein. „Es gab zwar viel gute Stimmung, aber keinen Fußball.” Dennoch entdeckte der frühere Stürmer, der im November 2003 noch als Spieler in Berlin verloren hatte, auch Positives: „Früher sind wir mit langem Gesicht auf die lange Strecke nach Hause gegangen. Diesmal nehmen wir einen Punkt mit.”

Erstmals in der Geschichte der Auftritte der Schwarz-Gelben bei Union etwas Zählbares geholt, erstmals nach neun Ligaspielen in Folge ohne Gegentreffer geblieben.

Die Torchancen der 90 Minuten sind schnell aufgezählt: Auf Berliner Seite kam Karim Benyamina nach einem Fehler von Aimen Demai zum Schuss, den Thorsten Stuckmann parierte (4.). Der Sekunden zuvor eingewechselte Marco Gebhardt kam zum Torschuss in aussichtsreicher Position, wurde aber von Nico Herzig abgeblockt (29.).

Da sowohl Macchambes Younga-Mouhani als auch Torsten Mattuschka und Benyamina einen Eckball im Strafraum verpassten (30.), blieb es weiterhin torlos in der Wulheide. Erneut Gebhardt zog knapp am Tor vorbei (34.). Einen Doppelpass zwischen Younga-Mouhani und John Jairo Mosquero entschärfte Stuckmann (43.). Aachener Torchancen waren bis zu diesem Zeitpunkt nicht zu notieren.

Die könnte man für die 70. Minute verzeichnen, als Daniel Adlung ein Solo mit einem Pass auf Benny Auer abschloss, der Torjäger vom Dienst im letzten Moment allerdings noch vom Berliner Torwart Jan Glinker am Torerfolg gehindert wurde.

Die beste Aachener Chance (und vielleicht doch einzige bis dahin) vergab der eingewechselte Abdul Özgen: Szilard Nemeth hatte auf Adlung abgelegt, die Leihgabe des VfL Wolfsburg ging bis an die Grundlinie, passte flach in die Mitte - und Özgen schoss den Ball aus sieben Metern hoch über das Tor (75.).

„Wenn er den Ball schlechter trifft, geht er vermutlich rein”, mutmaßte der grinsende Aachener Sportdirektor nach Schlusspfiff.

Da Auer ein schönes Zuspiel in den Strafraum von Thorsten Burkhardt auf dem Stoppelfeld nicht richtig unter Kontrolle bekam (85.), hatte Alemannia nicht das Glück, mit einem duseligen Treffer auch drei Punkte aus der Hauptstadt zu entfernen.

„Sportlich hätte ich hier schon gerne gewonnen”, räumte Cristian Fiel ein, der auf das Stochern im Nebel eines Berliner Reporters, er habe gehört, Fiel wechsle im Sommer an die Spree, cool antwortete: „Ich habe das auch gehört.”

Die spielerische Einschätzung des Vortrags seiner Mannschaft gab Trainer Michael Krüger: „Das war ein sehr wichtiger Punkt für uns, der den Abstand zum Relegationsplatz vergrößert. Spielerisch war es hier schwer, sich zu entfalten, über die gesamte Distanz geht das Unentschieden in Ordnung”, meinte der 55-Jährige. „Ich bin froh, dass wir nächste Woche wieder auf Rasen spielen.”

Zwei junge Rekonvaleszenten und zwei „Neue” sind am kommenden Mittwoch, 24. März, um 19 Uhr zu Gast bei der Alemannia-Gesprächsrunde im Sportpark Kohlscheid, Kaiserstraße 96.

Die beiden derzeit verletzten Manuel Junglas und Florian Müller sowie Neuzugang Allan Jepsen und Amateurspieler Marco Höger stehen Rede und Antwort. Begleitet werden die vier Tivoli-Kicker von ihrem Trainer Michael Krüger. Der Eintritt ist frei.

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