Aachen - Nach dem Unentschieden heißt es Wunden lecken

Nach dem Unentschieden heißt es Wunden lecken

Von: Christoph Pauli
Letzte Aktualisierung:
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Alemannia Aachen und Fortuna Düsseldorf haben am Samstag um den Sieg gekämpft. Am Ende stand es 0:0. „Wir wollten eine Reaktion sehen, die haben wir bekommen, die Mannschaft hat sich gut gewehrt”, sagte Alemannia-Trainer Peter Hyballa nach dem Spiel. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Am Ende dieses Kampfspiels wurden die Wunden geleckt. Ein kleines Feldlazarett wurde da am Tivoli aufgeschlagen. Die Folgen einer sehr intensiven Auseinandersetzung mit Fortuna Düsseldorf.

Bei Manuel Junglas besteht der Verdacht auf einen Nasenbeinbruch, bei Tobias Feisthammel der Verdacht auf eine Zerrung, bei Boy Waterman ist die Schulter stark geprellt, bei Shervin Radjabali-Fardi schwillt ein dicker Bluterguss am Oberschenkel an.

Tore waren deutlich weniger als verletzte Spieler zu bestaunen, und so wurde auch dieses Mal die Anzeigetafel beim torlosen Kick nicht gebraucht. Für Alemannia war es die zweite Partie mit diesem Ergebnis in Folge. Dieses 0:0 brachte keine Verbesserung. Das durch Freikarten aufgestockte Publikum (23.864 Zuschauer) hat in dieser Spielzeit noch kein Tor am Tivoli bejubelt. Die Mannschaft ist die ungefährlichste im deutschen Profifussball.

Bei den Primärtugenden dagegen machte das Team durchaus Punkte gut. „Wir wollten eine Reaktion sehen, die haben wir bekommen, die Mannschaft hat sich gut gewehrt”, freundete sich Peter Hyballa mit einem halbvollen Glas nach Spielende an.

Der Trainer wollte seine inzwischen fast schon chronisch ungefährliche Mannschaft verändern und auf den formschwachen Torjäger Benny Auer verzichten. Kurz vor Spielbeginn rutschte der 30-Jährige doch noch ins Team, weil sich Kevin Kratz beim Aufwärmen zerrte. Vorher hatte sich schon Thomas Stehle ebenfalls mit einer Zerrung abgemeldet, der als rechter Verteidiger vorgesehen war.

Aachen zeigte die beste Halbzeit seit Monaten, die Mannschaft verhaspelte sich zwar häufig, profitierte aber von ihrem Willen. „Es war ein reines Kampfspiel, wir haben durch unsere Fehler einen verunsicherten Gegner stärker gemacht”, urteilte Fortunas Goalgetter Sascha Rösler am Ende des Arbeitstages. Nur Tore errackerte sich Alemannia nicht.

Bei Auers Kopfball in der 40. Minute erstarb der Torjubel im Stadion. Seinen Flugkopfball aus vier Metern hielt Fortunas Keeper Michael Ratajczak bravourös. Und auch bei der Doppelchance des Mittelstürmers kurz darauf war der Torwart eindeutiger Sieger (45.). Der Angreifer, die gesamte Mannschaft sind von chronischer Ladehemmung befallen.

Die Leidenschaft wird nicht belohnt, und nach sechs Spieltagen wird der Verdacht größer, dass die offensive Qualität im durchaus üppigen Kader nicht ausreicht. Trainer Peter Hyballa beendete den Arbeitstag von Benny Auer vorzeitig nach 65 Minuten. Gefährlicher wurde seine Mannschaft dadurch allerdings nicht. Verärgert und kommentarlos verließ Auer das Spielfeld und später das Stadion.

„Wir müssen sehen, dass wir die Waffe geladen bekommen”, sagt der pensionierte ehemalige Sturmführer Erik Meijer über seinen Nachfolger. „Wir treffen derzeit nicht einmal einen Lkw.” Die Debatte läuft natürlich auch intern.

Noch bis Mittwoch kann der Klub im Rahmen seiner überschaubaren Möglichkeiten nachrüsten. Holt der Verein einen Ersatz für seinen besten Torjäger der letzten Jahre oder bekommt der weitgehend von der Ballzufuhr abgeschnittene Auer einen schnellen Zulieferer? „Wir sind noch nicht entschieden”, sagt Meijer.

So bleibt die Lage knifflig. „Einer von neun möglichen neun Punkten in den Heimspielen ist nicht Alemannia-würdig”, urteilte Meijer. Die sanfte Trainerdebatte kam nach dem spektakulären Fehlstart erst einmal in die Wiedervorlagemappe.

Der Tabellenletzte tröstete sich damit, dass das Glück zurückgekehrt ist: Düsseldorfs Maximilian Beister (45.) und Thomas Bröker (54.) scheiterten nur knapp am Pfosten. „Jede Mannschaft hatte sich einen Punkt verdient”, urteilte Fortunas Trainer Norbert Meier.
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