Köln - Meijer: „Nicht der Name, sondern der Typ ist wichtig”

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Meijer: „Nicht der Name, sondern der Typ ist wichtig”

Von: Helga Raue und Christoph Pauli
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Der Mann braucht breite Schultern: Erik Meijer bekommt einiges aufgeladen bei Alemannia. Foto: Uwe Anspach

Köln. Die Bewerbungsmappe von Lothar Matthäus ist noch nicht eingetroffen. Das ist erstaunlich, als Alemannia zuletzt einen Manager suchte, machte der Rekord-Nationalspieler umgehend Werbung in eigener Sache. Vielleicht kennt er aber auch schon die Überschrift von Erik Meijer bei der Trainersuche: „Nicht der Name, sondern der Typ ist wichtig.”

Am Tag nach dem Rückzug von Michael Krüger ist Meijer auf seiner neuen Baustelle unterwegs. Gespräche mit anderen Kandidaten hat es noch nicht gegeben. „Das wäre stillos Michael gegenüber”, sagt Meijer. Der Limburger sammelt Informationen, hört sich Meinungen an, telefoniert viel.

In der Stellenausschreibung steht: „Der Trainer soll Ausstrahlung haben, Temperament ist willkommen, ebenso eine starke Persönlichkeit.” Zudem soll das unbekannte Wesen kontaktfreudig und teamorientiert sein. „Er sollte mit mir und meinem Co-Trainer gerne über Fußball diskutieren wollen.” Der Co-Trainer steht schon fest. Eric van der Luer wird von den Amateuren befördert. Alter, Konfession, Hautfarbe spielen weniger eine Rolle. „Er sollte deutsch sprechen oder bereit sein, die Sprache schnell zu lernen.”

Noch eins ist wichtig, auch nicht zum ersten Mal. „Er soll zu Alemannia passen, da haben wir in den letzten Jahren ein paar falsche Entscheidungen getroffen.” Der Verein hat in den letzten Jahren fast mehr Trainer verschlissen als Tiger Woods Freundinnen. Zeitnot besteht ausnahmsweise mal nicht, der Schuss soll diesmal sitzen.

Parallel dazu läuft die Fahndung auf dem Spielermarkt. Ein Top-Kandidat: Alemannia interessiert sich für Marcel Heller. Der schnelle Mann stürmte einst für Aachens Amateure. Trainer Dieter Hecking und Manager Jörg Schmadtke hielten ihn für höhere Aufgaben nicht geeignet. Über Umwege (Sportfreunde Siegen) kam der 24-Jährige in die Bundesliga zu Eintracht Frankfurt. Auch der Weg dort war steinig, Heller fiel mit einer Rückenverletzung eine Halbserie aus. Zuletzt setzte Trainer Michael Skibbe wieder häufiger auf seinen Angreifer, wie am Samstag beim VfL Wolfsburg. „Er hat Tempo, spielt gradlinig, würde gut zu uns passen”, sagt Meijer.

Heller ist am Montag mit seiner aktuellen Mannschaft nach Vietnam geflogen, wo noch Freundschaftsspiele anstehen. Sein Vertrag läuft aus, Eintracht will ihn halten. „Marcel ist aber skeptisch”, sagt sein Berater Gerd vom Bruch, in Aachen kein Unbekannter. „Er möchte das Gefühl entwickeln, gebraucht zu werden.” Aachen wäre eine Alternative. „An die Zeit dort denke ich gerne zurück”, sagte Heller, den schon Aachens damaliger U-23-Trainer Stefan Emmerling gerne langfristig an die Alemannia gebunden hätte, am Montag vor dem Abflug. „Frankfurts Trainer traut mir etwas zu, will, dass ich bleibe, aber bei der Konkurrenz wird das schwer.”
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