Lewis Holtby und die gute Zeit in Aachen

Von: Christoph Pauli
Letzte Aktualisierung:
alem-fotto299
Ein „Alter” und sieben Neue: Co-Trainer Willi Kronhardt (stehend von links), Abdul Özgen, Thomas Unger, Thorsten Burkhardt und Coach Jürgen Seeberger sowie Aiman Demai (hockend von links), Manuel Junglas und Kevin Kratz.

Aachen. Würde er überhaupt kommen, wie würde die Laune sein? Kann man Lewis Holtby den Ärger ansehen, trägt er seine Enttäuschung demonstrativ zur Schau? Diese vier Fragen waren nach etwa elf Sekunden der neuen Saison am Sonntag geklärt. Die roten Schuhe waren als erstes am Ball, mit der Hacke schnellte Alemannias Angreifer den Ball über den Kopf - und freute sich.

Vermutlich ist Aachens Jüngster in seiner Jugend mal in einen Kessel mit Zaubertrank gefallen. Heraus kam nicht nur ein üppiges Talent, sondern auch noch eine gewisse Leichtigkeit. Eingestellt war der Nationalspieler auf einen Transfer zu Schalke 04, aber am Wochenende meldete er sich erstmal pünktlich zurück zum Trainingsauftakt in Aachen.

„Natürlich war und ist mein Ziel der Wechsel, ich fühle mich bereit für den nächsten Schritt. Aber wenn es nicht klappt, freue ich mich, weiterhin in Aachen zu spielen”, sagt der 18-Jährige. „Ich habe hier immer eine gute Zeit gehabt.”

In dieser Woche hat sich der neue Schalker Trainermanagermediendirektor telefonisch gemeldet. Felix Magath bekräftigte zum einen das nachhaltige Interesse an Lewis Holtby und zum anderen die nachlassenden finanziellen Möglichkeiten der Blau-Weißen.

Im Gegenzug bekräftigte Andreas Bornemann zum einen die enorm begrenzten Möglichkeiten der Schwarz-Gelben und zum anderen das nachhaltige Interesse, Lewis Holtby auf dem Hof zu halten.

Aachens Manager demonstriert Selbstbewusstsein. „Wir stehen nicht unter dem Zugzwang, Transfererlöse erzielen zu müssen.” Zudem spülte der Abgang von Daniel Brinkmann nach Augsburg fast unverhofft ein bisschen Kleingeld (geschätzt: 150.000 Euro) in die Kasse.

Und am Wochenende wurde ein weiterer Etatposten frei. Winterzugang Jochen Seitz löste seinen Vertrag auf. In „beidseitigem Einvernehmen” nachdem „beidseitige Erwartungen” nicht erfüllt wurden. Den 32-Jährigen zieht es nach Bulgarien in die Heimat seiner Frau.

So kommt möglicherweise noch einmal Bewegung in den Kader. Trainer Jürgen Seeberger sieht noch Bedarf auf der linken Seite. Bis auf weiteres hilft dort Waldemar Schattner bei den Profis aus (im Gegensatz zum Vertragsamateur Faton Popova).

„Was wir machen konnten, haben wir umgesetzt”, sagt Seeberger. Mit Aimen Demai und Thorsten Burkhardt sind zwei routinierte Mittelfeldspieler an den neuen Tivoli gekommen. Burkhardt ist ein fordernder Spieler, beobachteten die 150 Zuschauer schon beim ersten Trainingsspiel.

Der ehemalige Fürther könnte das Spiel lenken. „Von ihm erwarte ich einiges”, teilte der Trainer gleich zum Auftakt mit. „Die beiden erfahrenen Spieler helfen uns fußballerisch weiter”, sagt Bornemann.

Die Nachwuchskräfte Kevin Kratz, Thomas Unger (Tor), Manuel Junglas und Abdul Özgen sind Wechsel auf die Zukunft. Immerhin gelang dem frisch verheirateten Türken der einzige Treffer des ersten Trainingsspiels. Und noch ein Vorteil hat dieser Kader, meint der Manager: „Wir sind eingespielt, sind auf einem guten Weg.”

Ärerlich findet Bornemann, dass Deniz Naki, aus Düren stammender U-19-Nationalspieler von Leverkusen II, von der Stange gegenagen ist. „Die Zeitschiene passte nicht”, sagt Bornemann.

Aachen hängt in der Schalker Warteschleife, Naki hat sich beim FC St. Pauli angemeldet. Dort hat bis vor kurzem David Hoilett gespielt. An dem Kanadier, im Besitz der Blackburn Rovers, hat Aachen Interesse. Er wäre ein denkbarer Holtby-Ersatz.

Zumal der Stürmer immer noch keine Spielgenehmigung für die englische Liga besitzt. Ihn zieht es aber eher in die Bundesliga, hat er zuletzt ausgerichtet.

Die ersten Trainingstage stehen im Zeichen der Wissenschaft. Der Laktat-Test ist bereits ausgewertet, grobe Fouls am eigenen Körper wurden nicht ausgemacht.

Montag und Dienstag ist die Gruppe um ihren neuen Athletik-Trainer Matthias Schiffers an der Sporthochschule Köln, wo die maximale Sauerstoffaufnahme und Sprungkraft-Werte getestet werden. Am Mittwoch folgt dann schon ein erster kleiner Saison-Höhepunkt. Im neuen Tivoli stehen Fotoaufnahmen an.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert