Kurz vor Jahresende: Alemannia einigt sich mit Michael Kölmel

Von: Christoph Pauli
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Lösung nach jahrelangem Rechtsstreit gefunden: Michael Kölmel einigt sich mit Alemannia Aachen. Foto: sport/Matthias Koch

Aachen. Kurz vor dem Jahreswechsel haben sich die Parteien dann geeinigt. Nach Informationen unserer Zeitung haben der TSV Alemannia Aachen und die Fußball- und Vermarktungs GmbH von Michael Kölmel nach langen Verhandlungen einen Weg gefunden, um ihren juristischen Streit zu beenden.

Der Deal soll am Montag in Aachen besiegelt werden, zu näheren Details wollten sich die Vertragspartner am Freitag nicht äußern.

Zwischen den Parteien gärt seit vielen Jahren ein Rechtsstreit, der aktuell vor dem Oberlandesgericht in Köln anhängig ist. Kölmel verlangt ein Darlehen aus dem Jahre 1999 zurück, Alemannia dagegen sah die Summe durch werbliche Gegenleistungen längst beglichen. Im Laufe der Jahre ist der Streitwert auf etwa 2,3 Millionen Euro angewachsen – Geld, das der Mutterverein nicht besitzt. Die uralte Forderung war beim TSV geblieben, während die Fußballabteilung 2006 ausgegliedert wurde in die (inzwischen insolvente) Sport GmbH. Ausgehandelt wurde in den letzten Monaten ein so genannter Rangrücktritt Kölmels. Der Rechtehändler verzichtet vorerst auf die absehbare Rückzahlung, um die drohende Insolvenz des TSV zu verhindern. Das ist der Verhandlungserfolg des Präsidiums, der dem Verein Luft zum Atmen lässt. Kölmel verzichtet nicht auf seine Forderungen, besteht aber nicht auf die sofortige Umsetzung im Falle eines für ihn positiven Urteils.

Alemannia verpflichtet sich im Gegenzug zwölf Jahre, 15 Prozent seiner Erlöse aus der TV-Vermarktung an Kölmel abzutreten. Die Frist läuft erst dann an, wenn der Verein wieder die 3. Liga erreicht hat. Gezahlt werden muss nur, wenn der Klub die 1. oder 2. Liga erreicht. Ursprünglich war eine Zahlungsfrist von acht Jahren ins Auge gefasst worden. In den Verhandlungen bestand die Kölmel-Gruppe auf zwölf Jahre. Für den Rechtehändler ist die Lösung eine kleine Wette. Er kann kräftig absahnen, aber auch völlig leer ausgehen. Am Ende der zwölfjährigen Abtretungsdauer wird die Kölmel-Gruppe auf sämtliche Forderungen gegenüber dem TSV verzichten, unabhängig davon, welche Summe ihr in dem Zeitraum zugeflossen ist.

Der Vertrag steht unter dem Vorbehalt der Richterentscheidung in Köln. Das Verfahren ist aktuell ausgesetzt. Beide Parteien streben ein Urteil an, um Rechtssicherheit zu erhalten. Die Kammer in Köln hatte allerdings mehrfach angedeutet, dass sie die Ansprüche Kölmels überwiegend für gerechtfertigt hält.

Erfolg für Oliver Laven

Alemannias Rest-Präsidium, das das Verfahren geerbt hatte, hat damit auch seine Hausaufgaben im laufenden Insolvenzverfahren der Sport GmbH erledigt. Die Lösung hatte Schatzmeister Oliver Laven in direkten Verhandlungen mit Kölmel ausgehandelt, ehe die Juristen das Ergebnis in Vertragsform gossen.

Ursprünglich war Insolvenzverwalter Rolf-Dieter Mönning zwar der Auffassung, dass der anliegende Streit nicht sein Verfahren tangiere. Inzwischen herrscht eine andere Rechtsauffassung vor. Das Amtsgericht sieht eine vertragliche Vereinbarung zwischen den Parteien als „zwingende Sanierungsvoraussetzung“ an. Diese Hürde auf dem Weg in die Normalität am Tivoli ist kurz vor dem Jahreswechsel nun übersprungen.

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