Aachen - Kevin Kratz: „Ich rede mehr als letztes Jahr”

Kevin Kratz: „Ich rede mehr als letztes Jahr”

Von: Klaus Schmidt
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Aachen. Nun also wartet da „keine Mannschaft, bei der wir uns hinter Geldbündeln oder Platzierung verstecken können”. Diese beiden Argumente hat Alemannia Aachens Chefcoach Peter Hyballa schon mal ausgeschlossen für eine Analyse nach dem Spiel beim VfL Osnabrück am Samstag.

Ein Klassiker steht auf dem Programm, zum 40. Mal, kein Duell hat es öfter gegeben in der 2. Liga. Beide Klubs sind durch drei Niederlagen in Folge gebeutelt; die Gastgeber brauchen die Punkte im Kampf um den Klassenerhalt, die Schwarz-Gelben für den angestrebten einstelligen Tabellenplatz. „Wir müssen jetzt was zeigen”, fordert Hyballa.

Damals, November 1986...

Alemannias letzter Sieg an der Bremer Brücke ist ein Fall für die Geschichtsbücher. Als Theo Gries und Gernot Ruof am 2. November 1986 zum 2:0 in Osnabrück trafen, war Kevin Kratz noch gar nicht geboren. Der 24-Jährige gehört zu den „jungen Wilden”, die in den letzten Wochen etwas aus dem Tritt geraten sind. Dass die Entwicklung dieser Mannschaft ins Stocken geraten ist, „glaube ich aber nicht. Uns hat die Aggressivität gefehlt. Wenn wir das, was wir trainieren, am Samstag auf den Platz bringen, dann gewinnen wir auch wieder.” Und dieser Wille, „den merkt man jedem Spieler an”.

Nach Syndesmosebandriss vor einem Jahr und seiner ersten längeren Verletzungspause war Kevin Kratz besser in die neue Saison reingekommen, als er es erwartet hatte. „Aber in den letzten Wochen merke ich, dass ich Tribut zollen muss. Ich bin kaputter nach dem Training, die Regeneration dauert länger. Jetzt habe ich dran zu knabbern, dass mir vier Monate fehlen.”

Als Kratz im Februar seinen Vertrag am Tivoli verlängerte, war das ein wichtiges Zeichen für Verein und Fans. In Verhandlungen mit Interessenten wie dem VfL Bochum oder dem FC Augsburg war Kratz erst gar nicht eingestiegen. „Klar, irgendwann kommt eine neue Aufgabe. Doch ich bin ein Typ, der schätzt, was er hat. Es gab keinen Grund zu wechseln, bei Alemannia kann ich mich auch als Person weiterentwickeln.”

Die Formkurve bekam einen Knick; schon nach dem 1:2 in Ingolstadt mahnte Sportmanager Erik Meijer an, Kratz müsse nun den nächsten Schritt machen und seine Nebenleute coachen. Der Mittelfeldspieler: „Ich laufe nicht wild gestikulierend über den Platz. Kurze, knappe Anweisungen, so habe ich es in Leverkusen gelernt.” Er rede außerdem schon mehr als in der letzten Saison. „Wenn etwas nicht so umgesetzt wird, dann liegt das vielleicht zum Teil an mir, zum Teil aber auch an den anderen.”

Nun ist Kevin Kratz von der „Sechser”- auf die rechte Halbposition im Mittelfeld gewechselt, eine Rochade mit Marco Höger. „Da fühle ich mich ganz wohl”, sagt Kratz, der eine ähnliche Rolle bereits in der letzten Saison als offensiverer Part der Doppel-Sechs neben Cristian Fiel gespielt hat. Für Osnabrück hat es der gebürtige Eschweiler „im Gefühl - dass wir kompakter stehen, die Null halten und gewinnen können”.
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