In Alemannias Aufsichtsrat scheppert es gewaltig

Von: pa
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Aachen. Das Parkhausdach ist nicht nur begrünt, es ist auch bespielbar. Am Mittwoch weihte Alemannia Aachen die Kunstrasenplätze ein, die auf die schönen Namen Hafnarfjördur und Alkmaar hören.

An diesen Spielorten sorgte der Verein vor ein paar Jahren im Uefa-Cup für Furore. Das ist eine gute Nachricht für den Zweitligisten, der in der Infrastruktur meilenweit den Erfordernissen hinterherhinkt.

Der Klub entwickelt sich weiter, ruhiger wird es deswegen in den eigenen Reihen natürlich nicht. Anfang der Woche traf sich der Aufsichtsrat zu einem „informellen Gespräch”, und da setzte es vereinzelt heftige Kritik an Geschäftsführer Frithjof Kraemer. Nicht alle Mitglieder des siebenköpfigen Gremiums sind mit seiner Arbeit zufrieden.

Alemannias bedrohliche finanzielle Lage nach dem Tivoli-Neubau wird auch ihm angelastet. Der Klub muss Jahr für Jahr 5,5 Millionen Euro an Tilgung für das überehrgeizige Projekt aufbringen - zumindest das ist Rekord im deutschen Profi-Fußball.

Nur lässt sich ein Versäumnis von Kraemer schwer konstruieren. Die Erstfinanzierung stammt aus dem Jahre 2006, Kraemer fing erst Anfang 2007 in Aachen an. „Ich stehe komplett hinter seiner Arbeit. Er war an der Stadionfinanzierung nicht beteiligt”, nahm ihn Meino Heyen in Schutz. Der Vorsitzende des Aufsichtsrats wollte keine Details der Sitzung mitteilen. Vertraulichkeit ist vereinbart.

Stattdessen nimmt sich Heyen die Binnennörgler vor. „Es gibt Leute, die Unruhe stiften wollen, das verstehe ich so nicht. Ich will nicht Dinge diskutieren, die nicht mehr zu ändern sind. Wir müssen an einem Strang ziehen, die Herausforderung ist groß genug.”

Und auch auf der Geschäftsstelle regt sich Widerstand. Die Fachbereichsleiter haben den Aufsichtsrat angeschrieben. Sie ärgern sich über vereinzelte Vorwürfe im Aufsichtsrat, wonach zum Beispiel einzelne Mitarbeiter einen „falschen” Bildschirmschoner eines anderen Vereins installiert hätten. Die Mitarbeiter fühlen sich diffamiert. „Das ist auf einem unglaublichen Niveau angekommen”, sagt einer der Unterzeichner. Sie schlagen süffisant vor, dass sich der Aufsichtsrat doch lieber mehr um die strategische Ausrichtung des Klubs kümmern soll.

Das ist in der Tat ausreichend Arbeit: Die geplante Umschuldung ist wieder in weite Ferne gerückt. Die Gespräche mit einer ortsansässigen Bank haben bislang kein befriedigendes Ergebnis gebracht. Der sehnlich erhoffte Durchbruch, der das finanzielle Korsett des Klubs wieder lockern würde, bleibt aus.
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