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Hyballas Hertha-Bubis mit großen Zielen

Von: Klaus Schmidt
Letzte Aktualisierung:
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Ein „Entwicklungsspieler”, dem Alemannias Trainer Peter Hyballa Potenzial bescheinigt: Shervin Radjabali-Fardi ist eine Alternative für Timo Achenbach. Foto: Christof Wolff

Oliva Nova. Sie kannten sich wohl vom Namen her, Genaueres über den anderen wussten sie aber nicht. Vier Jahre Altersunterschied liegen zwischen Shervin Radjabali-Fardi, 19, und Bilal Cubukcu, 23 - und doch verbindet die beiden Fußballprofis einiges.

Beide sind in Berlin geboren und aufgewachsen, beide aus der Nachwuchsschule von Hertha BSC hervorgegangen. Der eine bekam keine Chance beim aktuellen Chefcoach Markus Babbel, der andere beim damaligen Trainer Lucien Favre. Und nun, seit Beginn des neuen Jahres, suchen Radjabali-Fardi und Cubukcu ihren Weg bei Alemannia Aachen, ausgerüstet mit Verträgen bis Juni 2012.

„Zwei Entwicklungsspieler”, sagt Cheftrainer Peter Hyballa über die Alternativen auf der zuvor dürftig besetzten linken Seite. „Alemannia war schon länger an mir interessiert, und jetzt wollte ich auch weg von Hertha”, Radjabali-Fardi ist zunächst ausgeliehen und der so lange vermisste „Back-up” für Verteidiger Timo Achenbach.

Eine Position davor soll Cubukcu, der auch zentral im Mittelfeld einsetzbar ist, für mehr Spielraum sorgen - Manuel Junglas ist seit der Verletzung von Alper Uludag eine aus der Not geborene Lösung. „Der Trainer kennt mich aus der Jugend”, sagt Cubukcu; Hyballa traf als Coach der U19 des VfL Wolfsburg auf die Hertha mit den Boateng-Brüdern Kevin-Prince und Jerome, Patrick Ebert, Ashkan Dejagah und eben Cubukcu, der vor zweieinhalb Jahren zu Genclerbirligi Ankara wechselte.

In der türkischen Hauptstadt wurde er aber nicht glücklich: 31 Einsätze bei den Profis, im vergangenen Sommer abgeschoben in die zweite Mannschaft. „Da musste ich aber nur spielen, wenn ich wollte”, zehn Mal noch streifte Cubukcu das Trikot über. Als es schließlich auch mit der Bezahlung Probleme gab und Alemannia-Manager Erik Meijer einen Tipp bekam über die finanziellen Nöte des Klubs, wurde Cubukcus Sehnsucht gestillt: „Ich wollte zurück nach Deutschland.”

Für sein Heimatland war er von der U17 bis zur U21 in den Nachwuchsteams unterwegs. Shervin Radjabali-Fardi, Sohn eines iranischen Vaters und einer deutschen Mutter, hat seit der U15 bis aktuell zur U20 sämtliche DFB-Mannschaften durchlaufen. „Bei Alemannia will ich meine ersten Erfahrungen im Profibereich machen, und ich denke, das ist der richtige Schritt”, sagt der Mann, vor dessen Name bislang jeder Trikot-Beflocker kapituliert hat. Und so wird auch auf dem schwarz-gelben Aachener Rücken mit der Nummer 43 abgekürzt - R.-Fardi.

Doch so ganz ohne Erlebnisse bei den Senioren kommt Shervin nicht: Bei Hertha BSC wurde er in seiner ersten A-Jugend-Saison am 17. Juli 2008 als jüngster Profi der Vereinsgeschichte eingesetzt, in der Qualifikation des Uefa-Pokals beim 8:1 gegen den FC Nistru Otaci. Im torlosen Rückspiel spielte er über die volle Distanz, und am 3. Dezember 2009 stand er in der Startformation beim 1:0 in der Europa League bei FK Ventspils.

„Das Tempo hier ist sicher noch mal ein anderes als in der U23”, für die Radjabali-Fardi zuletzt spielte. „Aber ich bin körperlich fit und kann dieses Tempo gehen.” Bilal Cubukcu sieht sich „läuferisch noch nicht bei 100 Prozent” - was normal sei nach der überschaubaren Belastung im letzten halben Jahr. „Ich muss mich erstmal einspielen in die neue Mannschaft.”

Die kurz- und mittelfristigen Ziele der beiden Neu-Alemannen aus Berlin sind deckungsgleich: sich integrieren in die neue Umgebung und in den Kader, dann möglichst in die erste Elf stoßen. „Die Trainer wollen von jedem Spieler in jeder Übung 100 Prozent haben”, so viel hat Shervin Radjabali-Fardi an den ersten drei Tagen in Oliva Nova schon mitbekommen. Bilal Cubukcu wird etwas kesser, wenn es um die Perspektiven für das große Ganze geht: „Den Aufstieg schaffen! Schon in diesem Jahr? Warum denn nicht? Es sind doch nur sieben Punkte zum Relegationsplatz. Man muss immer große Ziele haben, um etwas zu erreichen.”

0:3 im Test gegen Düsseldorf - und Andras Simon wird zurückgeschickt

Das klingt heftig, beunruhigt Peter Hyballa aber nicht. „Das Ergebnis interessiert mich überhaupt nicht. Wir haben in der ersten Halbzeit wieder gut Fußball gespielt, in der zweiten Hälfte aber mit einer zusammengewürfelten jungen Mannschaft die Bälle nicht mehr so gut gehalten”, sagte der Alemannia-Coach nach dem 0:3 gegen Fortuna Düsseldorf. Torghelle (5., nach klarem Foulspiel an Kratz), Zoundi (66.) und Gaus (89.) trafen für den Liga-Tabellennachbarn. Aachens beste Chance vergab Kapitän Auer (8., Pfostenschuss).

Zufrieden war Hyballa mit dem Debüt von Radjabali-Fardi und Cubukcu. „Shervin ist eine Zecke und Bilal ein Zocker. Man kann ihr Potenzial erahnen.”

Gastspieler Andras Simon hatte seine stärkste Aktion kurz vor der Pause, als er den Ausgleich knapp verpasste. Es war die letzte Szene des Ungarn im Alemannia-Trikot. „Er wird nach dem Trainingslager wieder zurückgeschickt”, verkündete Hyballa. „Er hatte zu wenige Aktionen, und er hat sich hier unfit präsentiert. Unfitte Spieler brauchen wir nicht.” (sch)

Alemannia: Hohs (46. Unger) - Casper, Stehle (46. Hofmann), Feisthammel, Achenbach (46. Radjabali-Fardi) - Kratz (66. Burkhardt) - Höger (46. Lubasa), Arslan (46. Gueye), Stieber (54. Cubukcu) - Auer (46. Tsoumou), Simon (46. Engelbrecht); nicht eingesetzt: Stuckmann - Demai, Zdebel (beide Wadenprobleme), Junglas, Korte (beide Oberschenkel)
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