Aachen - „Heini” und „die Axt” sind wieder da

„Heini” und „die Axt” sind wieder da

Von: Klaus Schmidt
Letzte Aktualisierung:
alembild09
Schmerz, lass´ nach: Reiner Plaßhenrich (stehend) und Thomas Stehle sind in ihrem Leid vereint. Foto: imago/Schüler

Aachen. Wenn ein Trainer den freien Tag streicht und das jüngste Spiel noch einmal in seiner ganzen Länge vorführt und seziert, dann liegt einiges im Argen.

Michael Krüger, Coach des Fußball-Zweitligisten Alemannia Aachen, nahm zu Wochenbeginn einige kurzfristige Änderungen vor; die Tage nach dem 1:4-Debakel gegen Union Berlin gestalteten sich etwas anders für die Profis. Nur noch einen Punkt vom (Abstiegs-) Relegationsplatz entfernt - da wirkten auch die Pfiffe Krügers spitzer und die Anweisungen lauter bei der Einheit am Mittwochmorgen.

Ein paar Meter entfernt lief die Fleisch gewordene gute Nachricht. Die Mannschaftskollegen und die „Kiebitze” staunten nicht schlecht: Auf den Tag genau ein Jahr nach seinem letzten Spiel (0:2 gegen RW Ahlen) stand Reiner Plaßhenrich wieder auf dem Platz. „Es war einfach nur geil”, sagte der 32-Jährige, „das macht umso mehr Spaß, wenn man eine so lange Leidenszeit hinter sich hat.”

Mit einem Muskelfaserriss war Alemannias langjähriger Kapitän im vergangenen Herbst zunächst drei Wochen ausgefallen, gegen den VfL Osnabrück gehörte er wieder zum Kader, am nächsten Morgen zog er sich im Training die zweite schwere Knieverletzung seiner Karriere zu.

„Erst war´s Verdacht auf Meniskusschaden”, während der Operation Anfang Dezember bei Dr. Peter Schäferhoff in Köln stellte sich ein Knorpelschaden heraus. „Direkt hinter der Kniescheibe”, bei der folgenden zweiten, großen OP im Januar wurde das Knorpelgewebe wieder eingesetzt.

Auch Stehle arbeitet sich ran

„Heini” Plaßhenrich, das medizinische Wunder: Bereits 2007 war er lange ausgefallen und der erste Profi, der nach solch einer Verletzung in den Wettbewerb zurückkehrte.

„Und nun”, mit einem Knorpelschaden vierten Grades, „wäre ich der Erste, der es zum zweiten Mal schafft.” So lautet das Ziel: „Eines Tages wieder in einem Pflichtspiel auf dem Platz zu stehen.”

Daran arbeitet auch Thomas Stehle (29): letztes Spiel Mitte Dezember 2008 in Augsburg (1:3), gleiche Verletzung. Operation und Reha in Köln. Während der Verteidiger noch drei Mal in der Woche in die Mediapark-Klinik fährt und die ersten Koordinations- und Ballübungen auf den Jahn-Wiesen vor dem Stadion absolviert, hat Plaßhenrich nun mit diesem Programm unter der Anleitung von Oliver Dipper begonnen. Alemannias Physiotherapeut und sein Kollege Rainer Sieven begleiten die beiden Alemannia-Profis auf ihrem Weg zurück.

Eine Stunde lang war Reiner Plaßhenrich am Mittwoch auf dem Platz. Die Intensität soll jetzt langsam gesteigert und verfeinert werden. „Man muss dann abwarten, wie das Knie reagiert”, wenn zu den Sprüngen noch Drehungen hinzukommen. „Es braucht Zeit, bis der Körper die Automatismen wieder selbst in die Hand nimmt.”

Wenn er zur Vorbereitung auf die Rückrunde „wieder ins Mannschaftstraining einsteigen kann, bin ich zufrieden. Aber ich setze mich nicht unter Druck, dafür habe ich zu lange gearbeitet.” Am Donnerstag wird „Heini” wieder auf dem Platz stehen.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert