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Gesucht wird Nachwuchs mit Qualität

Von: Roman Sobierajski
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Blick nach vorn: Alemannias Sportdirektor Erik Meijer und Trainer Michael Krüger planen in der kommenden Saison den großen Umbruch. Foto: getty/Bongarts/Christoph Koepsel

Aachen. Aachens Trainer Michael Krüger war wenig begeistert vom Vortrag seiner Mannschaft, die gegen Spitzenreiter Kaiserslautern gerade eine Lehrstunde in Sachen Defensivverhalten, Spielaufbau und Chancenverwertung erhalten hatte - und für diese Lektion auch noch mit einer 0:3-Niederlage „belohnt” worden war.

Laut Statistik der Deutschen Fußball Liga fanden nur vier von 31 Aachener Flanken einen Mitspieler als Abnehmer, zudem liegt die Alemannia mit 17 selbsterzielten Treffern - dazu zwei Eigentore des Karlsruhers Dino Dripc - nicht nur geographisch, sondern auch von der Torgefährlichkeit irgendwo zwischen Oberhausen und Koblenz. Nur neun Prozent aller (nichtgeblockten) Aachener Schüsse führten zu Toren, nur Schlusslicht Ahlen schneidet schlechter ab.

Das Fazit des 55-Jährigen fällt klar und eindeutig aus: „Der Umbruch wird stattfinden, und er wird stattfinden müssen”, zieht Krüger so etwas wie einen vorzeitigen Schlussstrich unter eine Saison, die noch 14 Spieltage zu bieten hat. Der Fokus richtet sich schon nach dem 20. Spieltag auf die kommende Saison, auch wenn noch 14 Punkte eingefahren werden müssen. „Wir sind noch nicht jenseits von Gut und Böse, wir müssen noch Punkte holen und Leistung zeigen”, meint Krüger, auch wenn der Abstiegs- zehn und der Aufstiegs-Relegationsplatz elf Punkte entfernt ist.

Nutzbar sind die noch ausstehenden Spiele angesichts 15 auslaufender Spielerverträge allerdings auch für ein Casting in Sachen Zukunft. „Stellt man fest, dass sich Spieler nicht voll reinhängen, obwohl ihre Verträge auslaufen, spielen sie einem in die Karten”, meint Michael Krüger.

Spannend ist, welche Namen fallen, wenn der 55-Jährige den zukünftigen Fahrplan („Erik Meijer und ich sind uns über den Weg einig”) mit Beispielen garniert - und vor allem: welche nicht. „Junge, hungrige Spieler, aber mit Qualität” sollen es auf der einen Seite sein. „Aus wirtschaftlichen Gesichtspunkten haben wir schon keine andere Möglichkeit”, zeigt der 55-Jährige auf, wie schwer Einkaufen mit leerem Portemonnaie fällt. „Wir sitzen jede Woche mit der Scouting-Abteilung zusammen, denn wir müssen eine möglichst hohe Trefferquote erzielen.

Die Abteilung eigener Nachwuchs soll nicht außen vor bleiben, doch nur auf das Projekt „Jugend forsch” zu bauen, ist zu risikoreich. „Wir müssen auch auf die Perspektivspieler von Bundesligisten schauen, Spieler mit Qualität und nicht mehr ganz so grün hinter den Ohren”, führt der Alemannia-Trainer weiter aus und nennt Daniel Adlung (bis Ende Juni ausgeliehen vom VfL Wolfsburg) als Kandidaten. Zudem braucht man auch „Erfahrene, die an so einem Projekt Spaß haben”, vollendet Krüger den Dreiklang für „Alemannia reloaded”. Ein Name fällt ihm spontan ein, der unerfahrenste Erfahrene in Aachens Reihen: „Allan Jepsen könnte so einer sein.”

Auch Sportdirektor Erik Meijer, der am Dienstag den ganzen Tag unterwegs und nicht zu erreichen war, scheint bereits kurz nach Ablauf der Winter-Transferperiode schon am Kader für die kommende Saison zu basteln: Das Spiel gegen den 1. FC Kaiserslautern schaute sich auch Marcel de Jong samt Ehefrau und Berater an. Der Vertrag des linken Mittelfeldspielers bei Roda Kerkrade läuft im Sommer aus, der 23-Jährige wohnt im belgischen Grenzgebiet und würde gerne in die Zweite Bundesliga wechseln.
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