Aachen - Gesucht wird: Junger Mann zum Mitspielen

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Gesucht wird: Junger Mann zum Mitspielen

Von: Roman Sobierajski
Letzte Aktualisierung:

Aachen. Es war nur ein kurzes Vorspielen zum Wochenbeginn von Amin Tighazaoui von der Zweiten Mannschaft des AS Nancy bei Alemannia Aachen, auch wenn die Beschreibung „Linksfuß, offensiv, Mittelfeld” eigentlich optimistisch stimmte.

Der afrikanische Defensiv-Allrounder Boubacar Keita erfüllte ebenfalls nicht die Erwartungen. Also: Mund abputzen, weitersuchen. Doch wie findet man schnell Ersatz, wenn man schon keine Anzeige in die Zeitung setzen kann mit dem Text „Junger Mann zum (sofortigen) Mitspielen gesucht”?

Da ist Arbeitsteilung angesagt. „Wir dürfen uns nicht nach unten ziehen lassen”, hat Trainer Jürgen Seeberger der Mannschaft vor dem Testspiel am Mittwoch gegen den rumänischen Erstligisten FC Vaslui (19 Uhr, Erkelenz, Westpromenade) als Botschaft vermittelt, und versucht, aus der Not eine Tugend zu machen. „Es ist wichtig, dass die jungen Spieler Selbstvertrauen fassen. Es gibt positive Ansätze, aber man muss sich da rein arbeiten.”

Positive Ansätze

Positive Ansätze, das sind die „beiden blitzsauberen Tore von Abdul Özgen, die muss man nicht unbedingt machen”, und auch, dass „Manuel Junglas seine Fähigkeiten aufblitzen lässt”. Bleibt das Problem, dass die Mannschaft sich - mangels Alternativen - fast von allein aufstellt. Selbst im Trainingslager wird nach heutigem Stand auch mit den beiden mitreisenden Amateuren Waldemar Schattner und Andreas Korte kein Spiel Elf gegen Elf möglich sein.

So bleibt es die Aufgabe von Sportdirektor Andreas Bornemann, nach Ersatz zu suchen. Suchen in der eigenen Liga und in der Dritten, Stöbern nach Unzufriedenen und Wechselwilligen in der Bundesliga und den Nachbar-Spitzenligen. Und das mit der Prämisse, dass jeder Neuzugang wenig, am besten aber keinen Anlauf brauchen, um der Mannschaft aus dem Stand weiterzuhelfen.

Wie schwierig das ist, lässt sich am Beispiel Sascha Dum durchspielen, der das Anforderungsprofil für das offensive linke Mittelfeld erfüllen würde. Nun gehört Dum nicht zur Kategorie der Unzufriedenen. „Vom Spieler ist kein Hinweis gekommen, dass er in Leverkusen keine Perspektive mehr sieht”, meint auch Andreas Bornemann. Und selbst wenn der 23-Jährige in Leverkusen wenig Einsatzzeiten bekommt, liegt der „kleine Schritt zurück” mit dem Wechsel zu Vereinen wie Nürnberg oder Mainz näher als der Neuanfang in der Zweiten Liga.

Finanzielle Zurückhaltung

Bleiben die Unzufriedenen, wie die in Wolfsburg aussortierten Vlad Munteanu oder Sergiu Radu. „Es gibt genügend Spieler, die zwar keine Einsätze bekommen, aber dennoch zu den Einkommen-Millionären gehören. Warum sollten die wechseln?”, fragt der Sportdirektor hypothetisch. Selbst wenn solch ein Wechsel zustande käme: Ein Hochkaräter auf der Lohnliste würde für Unruhe im Team sorgen. Bliebe als realistische Möglichkeit der 22-jährige Verteidiger Sergej Karimow, unter Trainer Felix Magath ins Profiteam gehoben, unter Nachfolger Armin Veh umgehend ausgemustert.

Hinzu kommt die, vornehm formuliert, finanzielle Zurückhaltung, die sich Alemannia bei Neuverpflichtungen auferlegt hat. Von den 16 Spielern, die seit der Saison 2008/09 gekommen sind, flossen nur für für zwei Akteure Ablösen: 200.000 Euro für den ausgeliehenen Seyi Olajengbesi und 15.000 Euro für Hervé Oussalé. Das kann ein Zeichen geschickten Verhandelns sein; kann aber auch bedeuten, dass nicht mehr die nötige Qualität auf den Platz gebracht werden kann, um auch in der neuen Saison um vordere Ränge mitzuspielen.

Nicht nur Fans befürchten bereits, dass die Steine des neuen Stadions dem Verein so schwer im Magen liegen, wie dem Wolf im Märchen. „Hier wird das große Zirkuszelt aufgebaut, aber der Löwe hat keine Zähne, der Artist nur ein Bein und der Clown seine rote Nase vergessen. Kein Wunder, dass die Zuschauer dann weglaufen”, meint ein Insider.
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