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Gelingt Alemannia der große Wurf?

Von: Klaus Schmidt
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Blick in eine wieder sonnigere Zukunft? Die Alemannia steht vor entscheidenden Tagen. Foto: sport/mika

Aachen. Am kommenden Dienstag steht wieder mal ein wichtiger Termin für den Verein ins Haus, wenn nicht der wichtigste überhaupt seit Gründung von Alemannia Aachen. Ab 10 Uhr entscheidet dann im Eurogress die Gläubigerversammlung, ob sie den Insolvenzplan annimmt und den (dann schuldenfreien) Fortbestand des Klubs sichert. Wie geht es mit Alemannia weiter?

Ein Kreis von sieben Personen hat sich bereit erklärt, zukünftig in den Gremien Verantwortung zu übernehmen. Wie reagieren der Insolvenzverwalter und der Interims-Geschäftsführer darauf?

Rolf-Dieter Mönning und Michael Mönig ließen auf Anfrage unserer Zeitung über Sprecher Holger Voskuhl ausrichten: „Es ist nicht unsere Aufgabe und unser Thema, dazu etwas zu sagen. Darüber hat die Mitgliederversammlung (am 13. März) zu entscheiden. Aber es ist schön, dass Bewegung reingekommen ist und die Zukunft angepackt wird.“

Wie lange noch werden Mönning und Mönig am Tivoli aktiv sein?

Wenn die Gläubigerversammlung den Insolvenzplan annimmt, wird das Gericht noch einige Tage brauchen, um das Verfahren formal aufzuheben. In diesem Moment ist die Arbeit von Insolvenzverwalter Mönning beendet. Mönig wird laut Voskuhl „längstenfalls bis zum 13. März“, dem Tag der Mitgliederversammlung mit den Gremiums-Wahlen, für eine Übergangszeit im Amt bleiben, „darüber hinaus sicher nicht mehr“.

Wer sind die Männer, die zukünftig im Aufsichtsrat der GmbH und im Präsidium des Vereins Verantwortung tragen und Alemannia eine erfolgreiche Perspektive verschaffen wollen?

Wolfgang „Tim“ Hammer war schon Vizepräsident und Mitglied des Verwaltungsrats und – wie auch Thomas Deutz – im so genannten Wirtschaftsrat seit Bekanntwerden der Insolvenz darum bemüht, Perspektiven zu entwickeln. So wurde Vermarkter Infront als Partner verpflichtet. Oliver Laven ist aktuell Schatzmeister des e.V. und war entscheidend daran beteiligt, dass es zu einer Einigung mit Rechtehändler Michael Kölmel kam. Christoph Terbrack ist Beisitzer im Vorstand, Horst Reimig und Heinz Maubach gehören dem Verwaltungsrat an. Neu ins Boot steigen würde Olaf Heinrich, Vorstand von Alemannia-Hauptsponsor DocMorris.

Ist schon klar, wer welchen Posten übernehmen soll?

Dazu möchten sich die Herren noch nicht äußern. Dementiert wird allerdings, dass Horst Reimig als Präsident im Gespräch sei.

Gibt es noch andere Ideen für die Wahlen?

Die Vorschlagsliste ist offen, sofern genügend Unterschriften gesammelt werden. Alemannias ehemaliger Profi Hans-Peter Lipka bestätigte gegenüber unserer Zeitung: „Ich habe eine Anfrage der Fan-IG bekommen, aber abgesagt.“ Der Marketing-Fachmann, der auch Sport-Kompetenz in den Aufsichtsrat einbringen sollte, habe „nicht die Zeit, um den Posten vernünftig auszufüllen. Da reicht es nicht, ein Mal im Monat reinzuschauen. Ich habe auch hohe Erwartungen an mich selbst – ich könnte mich aus beruflichen und privaten Gründen nicht konstruktiv mit den Dingen auseinandersetzen.“

Wie konnte überhaupt die Deckungslücke im Etat bis 30. Juni entstehen?

„Es gibt keine Deckungslücke“, sagt Holger Voskuhl. Aber diese Aussage gilt wohl nur für Insolvenzbedingungen, die bald beendet sein sollen. Schon im Sommer vergangenen Jahres habe man in den Planzahlen darauf hingewiesen, dass 325000 Euro fehlen würden, um die Saison zu Ende spielen zu können. Für die Zeit nach der Insolvenz „muss die GmbH das Geld selbst erwirtschaften. Und man wird es kaum so schnell wiederfinden, dass der Insolvenzverwalter nach Abschluss des Verfahrens noch 230.000 Euro in die Hand gibt.“ Dagegen hatte der städtische Vertreter bei den Gesprächen, Dezernent Lothar Barth, erst kürzlich eine tagesaktuelle Deckungslücke von 563000 Euro bis zum Saisonende bestätigt. In einer internen Mail des Controllers von Mitte Dezember war sogar ein Finanzbedarf bis Ende Juni von 770.000 Euro beschrieben worden.

Stand es bei Infront zur Diskussion, zum 15. Januar auszusteigen und wegen des noch nicht abgeschlossenen Insolvenzverfahrens von der Ausstiegsklausel Gebrauch zu machen?

Offensichtlich nicht. Die Schweizer Zentrale des Vermarkters betonte auf Anfrage, man sei im vergangenen Sommer „bewusst eine langfristige Partnerschaft eingegangen. Zu dieser Zusammenarbeit und dem Ziel, den Klub mit vereinten Kräften auf die Erfolgsspur zurückzuführen, stehen wir unverändert“. Die Frist, auszusteigen, war im letzten Dezember verlängert worden bis zum 15. Januar. Der Vermarkter zog aber nicht die Notbremse, im Gegenteil. Er würde dem Verein helfen, die Lücken im Etat zu schließen, falls keine Sponsoren kurzfristig einspringen.

Aus welchen Mitteln wird der Etat bis Saisonende gesichert? Sind zusätzliche Sponsoring-Einnahmen in Aussicht?

Dazu will sich Infront nicht offiziell äußern.

Warum ist es für das weitere Engagement des Vermarkters wichtig, dass bestimmte Personen zukünftig in den Gremien vertreten sind?

Für den erfolgreichen Neustart „braucht der Verein einen handlungsfähigen Vorstand“. Die Wahl obliege „einzig und allein der Mitgliederversammlung“, man sei zuversichtlich, „dass diese ein kompetentes Gremium wählt“. Aber klar ist auch, dass Infront Leute unterstützen will, mit denen man im Hintergrund seit Wochen die Zeit nach der Insolvenz intensiv vorbereitet. Dort sei das Vertrauen entstanden, dem Verein in dieser entscheidenden Phase noch einmal – neben der garantierten Summe – zu helfen.

Wie verhält sich Infront, falls die sieben Personen (oder auch Einzelne) nicht von den Mitgliedern gewählt werden sollten?

Dazu gibt es keinen Kommentar.

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