Funkel beendet das Alemannia-Trainingslager zufrieden

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Jetzt wird eingepackt: Friedhe
Jetzt wird eingepackt: Friedhelm Funkel zieht ein zufriedenes Fazit der intensiven Tage in Foto: Nawe

Side. Neun Einheiten auf dem Platz, eine im Kraftraum, drei Testspiele: Montagnachmittag geht das Trainingslager von Alemannia Aachen mit der Rückkehr in die Heimat zu Ende. Chefcoach Friedhelm Funkel zieht eine Bilanz der Woche von Side.

Herr Funkel, erzählen Sie doch mal einen Schwank aus einem Trainingslager während Ihrer Zeit als Spieler.

Funkel: Herrje ohje ohje... Das ist so lange her... Ich will da auch nichts ausplaudern. Ich habe als Spieler wie auch als Trainer immer gerne Trainingslager gemacht, weil ich immer die Notwendigkeit gesehen habe. Aber wenn du dir in der heutigen Zeit etwas erlaubst, erfahren es die Verantwortlichen. Du wirst irgendwo mit dem Handy fotografiert... Die Spieler sind auch verantwortungsvoller geworden. Sicher gibt es die eine oder andere Ausnahme. Du darfst alles machen, dich aber nicht dabei erwischen lassen. Das ist wie im richtigen Leben.

Der Besuch der Bauchtanzgruppe am Samstagabend - noch dazu unter Aufsicht der Trainer - war also der größte Exzess in Side?

Funkel: So weit ich das weiß - ja. Und was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß.

Welche Eindrücke nehmen Sie aus dieser Woche mit?

Funkel: Die Mannschaft hat sehr sehr gut und sehr intensiv gearbeitet. Sie war immer zu 100 Prozent dabei. Es gab keine Einheit, wo wir nicht zufrieden gewesen sind, weil die Jungs zu nachlässig waren oder zu wenig investiert haben. Wir haben im physischen Bereich durch Läufe einiges dazugewonnen. Jetzt sind es noch knapp 14 Tage Zeit bis zum ersten Liga-Spiel gegen St. Pauli. Die wollen wir nutzen, um an Schnelligkeit, an Spritzigkeit zu arbeiten. Längere Einheiten wird es nicht mehr geben.

Gibt es Gewinner des Trainingslagers?

Funkel: Da kann ich keinen herausheben. Alle waren konzentriert bei der Sache. Natürlich ist ein Trainer nie zufrieden, der will immer noch etwas mehr. Aber Gewinner oder Verlierer dieser Woche, die gibt es nicht.

Klar ist aber: Die jungen Spieler - wie Yabo, Radjabali-Fardi, Stiepermann, Uludag, Junglas - müssen langsam mal erwachsener werden und ihren manchmal jugendlichen Leichtsinn ablegen. Wenn sie den nächsten Schritt machen und sich dauerhaft im Profifußball durchsetzen wollen, müssen sie sich verbessern.

Albert Streit machte nie den Eindruck, dass er konditionellen Rückstand hat.

Funkel: Ich wusste aus unseren zwei gemeinsamen Jahren in Frankfurt, dass Albert nie Probleme im physischen Bereich hatte. Trotzdem war ich ein bisschen überrascht und natürlich erfreut über diese Leichtigkeit und Leichtfüßigkeit. Sich individuell, mit einem Fitness-Trainer, auf dieses Niveau zu bringen - da gehört eine Portion Selbstdisziplin dazu. Alberts Zustand ist spitze. Man merkt, dass er sich was vorgenommen hat.

Anouar Hadouir wirkte deutlich weniger frisch.

Funkel: Er hinkt physisch hinterher und muss zulegen. Wann Anouar so weit ist, dass er in der Liga zurückkehrt, das mag ich nicht vorhersehen. Das hängt auch davon ab, wie weit er sich einbringt. Die Konkurrenz ist groß, da lässt sich keiner hängen.

Sie waren mit 26 Spielern unterwegs. Ungewöhnlich, dass außer der Knieprellung von Reinhold Yabo keine Verletzung die Physiotherapeuten zusätzlich beschäftigt hat.

Funkel: Da habe ich schon andere Trainingslager mit mehr Blessuren erlebt. Ich glaube, wir haben das richtige Gespür für Be- und Entlastung. Da warte ich lieber ein, zwei Tage länger, um eine Verletzung endgültig auszukurieren.

Es wurde kolportiert, dass die Laktatwerte von 22 Spielern in der Winterpause schlechter gewesen seien als im September.

Funkel: Das stimmt nicht. Die Werte waren in etwa gleich, bei dem einen oder anderen minimal schlechter - was aber daran lag, dass die Spieler nicht gespielt haben. Was nutzt ein guter Wert, wenn ich nicht bereit bin, mich zu quälen? Wir verlassen uns auf unsere erfahrenen Augen und vertun uns da ganz, ganz selten.

In der Liga können Sie nur 16 Feldspieler nominieren. Das bedeutet, Sie müssen sechs aussortieren.

Funkel: Aussortieren wäre zu hart. Sagen wir: Sie können nicht berücksichtigt werden, aber dem Team von Ralf Außem helfen.

Sie haben neben der gewohnten „flachen Vier” das 4-4-2 mit Raute und das 4-2-3-1 probiert. Worauf wird es am Ende hinauslaufen?

Funkel: Es gibt kein System, das in Stein gemeißelt ist. Das wird auch in der Öffentlichkeit übertrieben. Manchmal sind es ja nur Nuancen während eines Spiels, ob ich gerade angreife oder in der Defensive stehe.

Die Bedingungen in Side haben Ihre Erwartungen erfüllt?

Funkel: Absolut. Wir hatten Glück mit dem Wetter, das stachelt auch positiv an. Die Plätze waren gut, das Hotel sehr gut. Aber die Betreiber müssen aufpassen, dass es nicht zu viel wird. Zum Schluss kam neben Wacker Innsbruck auch noch Brann Bergen. Drei Mannschaften in einem Hotel, das ist zu viel. Und die Plätze werden überstrapaziert. Das darf nicht ausarten - sonst kommen die Mannschaften nicht mehr hierher.

Planen Sie noch ein Testspiel vor dem Liga-Auftakt am 4. Februar gegen den FC St. Pauli?

Funkel: Das würden wir gerne machen, aber es ist ein Problem, einen Gegner zu kriegen. Wenn das nicht funktioniert, dann spielen wir halt untereinander.

Bis hierhin alles im grünen Bereich bei Alemannia?

Funkel: Das ist das richtige Wort.
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