Fürth-Spiel als Grundstein zur Erfolgsserie

Von: Roman Sobierajski
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Aachen. Der 12. September 2010 dürfte kein schöner Tag für den Fürther Abwehrspieler Stephan Schröck gewesen sein: Beim Gastspiel von Alemannia Aachen am Ronhof in der Hinrunde der Zweiten Bundesliga hatte sich die Abteilung Attacke der Alemannia genau seine Abwehrseite als Einfallschneise ausgeguckt.

Sein Gegenspieler stand erstmals in der Startformation, und spätestens seit diesem Spiel weiß die Fußballwelt, wer Zoltan Stieber ist.

An sechs Toren beteiligt

„Seitdem bin ich da”, zieht der 22-Jährige zufrieden Bilanz seiner eigenen Halbserie. An sechs der letzten neun Tore der Alemannia war der Ungar beteiligt, mit fünf Toren und zwölf Vorlagen liegt Stieber in der Scorerwertung weit vorn. „Ich habe das Glück, dass ich mit Benny Auer zusammenspielen darf. Der steht immer da, wo ein Stürmer sein muss”, bleibt der 22-Jährige bescheiden.

Der Pokalauftritt gegen den FC Bayern ist vor dem Liga-Alltag gegen die andere bayerische Mannschaft für die Spieler und Trainer Peter Hyballa zwar abgehakt, die Aufmerksamkeit der Personalabteilungen im Fußball-Oberhaus ist allerdings geweckt. Zwei Drittel aller Bundesliga-Vereine haben ihre Scouts zu der Begegnung am Samstagmittag am Tivoli angemeldet, darunter auch der VfB-Vertreter, der Stieber in Stuttgarts Auftrag beobachtet.

Dieses „Spiel auf Augenhöhe” (Hyballa) bietet nach dem Bonbon-Spiel gegen die großen Bayern „die Möglichkeit, dass wir uns sofort schütteln und nicht lange quatschen, dass wir ja besser sind, als es der zehnte Tabellenplatz vermuten lässt”. Zudem kündigt der 35-Jährige an, dass aufgrund der Eindrücke vom Pokalabend am Mittwoch und dem nun dritten Spiel innerhalb von acht Tagen die Startformation ein anderes Gesicht bekommen wird als zuletzt.

Die Optionen dazu sind mittlerweile vorhanden: Kevin Kratz kann mittlerweile ebenso über 90 Minuten gehen wie auch Bilal Cubukcu. „Platz zehn ist für mich total ätzend”, räumt Hyballa ein, „die 2. Liga ist jetzt wieder das Ding für die Mannschaft, und wenn wir noch ein paar Plätze nach oben wollen, müssen wir jetzt damit anfangen.”

Demonstration von Spielkultur

Spätestens seit der Demonstration von Spielkultur durch die Mannschaft von van Gaal können die jungen Spieler ihre eigene Leistung auch besser einordnen, letzte Zweifel räumt die „Motivations-Ansprache” des Trainers aus: „Ich habe gesagt, einige von euch können die Schuhe von denen putzen, aber nicht als Spieler in der Ersten Liga mithalten.”

Perspektivisch mag sich die Angelegenheit anders darstellen: „Wenn der Kern der Mannschaft zusammenbleibt, dann kann es hier in der nächsten Saison aber so richtig knallen”, blickt Hyballa in die Zukunft. Die Grundlagen dazu werden zurzeit von Manager Erik Meijer gelegt. „Mit Kevin Kratz werden wir in den kommenden Tagen verlängern”, ist Hyballa optimistisch, den „Sechser” halten zu können. „Ich gehe davon aus, dass Kevin bleibt, weil er bleiben möchte.” Verhandelt wird auch mit den Dauerspielern Thomas Stehle und Timo Achenbach, deren Verträge ebenfalls auslaufen.

Mit beiden Füßen auf dem Boden ist vor dem Spiel auch Zoltan Stieber: „Gegen Fürth wird es ein ganz hartes Spiel. Die haben eine tolle Mannschaft, und wir müssen alles geben.”

Fürth hat blitzgefährliches Mittelfeld und sichere Abwehr

„Greuther Fürth kommt sehr gut über die Flügel. Die Mittelfeldspieler Prib, Haas und Nicolai Müller hätte ich auch schon gerne am Tivoli”, führt Aachens Trainer Peter Hyballa aus - und wundert sich: „Ich glaube, ich habe noch nie einen Gegner so stark geredet.”

Die Bilanz des Mittelfelds der „Kleeblätter” ist allerdings auch beeindruckend: 14 Tore und 13 Vorlagen gehen auf das Konto der Akteure hinter der einzigen Spitze. Wobei Fürths Trainer Mike Büskens im Angriffszentrum umbauen muss. Kingsley Onuegbu hat sich im Spiel gegen Augsburg den Knöchel gebrochen, für ihn kehrt Christopher Nöthe in die Startformation zurück.

Offensiv hat Büskens eine Option dazugewonnen, denn der Leverkusener Mittelfeldspieler Burak Kaplan ist im Winter auf Leihbasis zu den Franken gewechselt.

Auch in der Defensive hat der „ewige Vierte” einiges zu bieten: Die Fürther haben erst 15 Gegentore kassiert (Alemannia 28) und damit eine noch bessere Bilanz als Tabellenführer Hertha BSC. (rom)

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