Fortuna hat das Glück dabei

Von: Roman Sobierajski
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Alemannia Aachen - Fortuna Düsseldorf
Der Düsseldorfer Claus Costa und Patrick Milchraum (rechts) aus Aachen kämpfen um den Ball. Foto: dpa

Aachen. 21 Jahre ist es her, dass zum letzten Mal ein Alemannia-Spieler das Siegtor gegen Fortuna Düsseldorf in der zweiten Bundesliga schoss: Günter Delzepich legte seine versammelten 100 Kilo in den Angriff zum 2:1, Fortuna-Torwart Jörg Schmadtke konnte den Ball aus den Maschen holen.

Seit dem Abschluss des 24. Spieltags steht fest: Delzepich wird mindestens noch eine weitere Saison in den Annalen stehen bleiben. Fortuna hatte beim 1:0-Sieg das Glück in der Tasche.

Dabei hatte Trainer Michael Krüger „unbedingten Siegeswillen” eingefordert, musste jedoch einen herben Rückschlag verkraften: Benny Auer meldete sich erneut mit Rückenproblemen ab. Dennoch erarbeiteten sich die engagiert auftretenden Schwarz-Gelben eine Reihe von Chancen, um die miserable Auswärtsbilanz der Düsseldorfer noch erbärmlicher aussehen zu lassen.

Doch Fortuna-Keeper Michael Ratajczak hatte einen bombigen Abend erwischt, entschärfte zunächst einen Kopfball von Geburtstagskind Mirko Casper (9.) und hatte dann Glück, dass ein 18-Meter-Schuss von Patrick Milchraum knapp am Pfosten vorbeistrich (24.). „Dieses Spiel spiegelt die Saison wider”, ärgerte sich Casper. „Wir haben mit vielen Verletzungen zu kämpfen, und das Thema mangelnde Durchschlagskraft taucht natürlich auch wieder auf.”

Mehr Effektivität zeigte das Team von Norbert Meier: Eine Vorlage von Torsten Oehrl über Seyi Olajengbesi hinweg vollendete Martin Harnik, der zweite Leiharbeiter von Werder Bremen in den Reihen der Fortuna, mit einem Lupfer im Fallen über den herausgeeilten Thorsten Stuckmann hinweg (25.). Die Alemannia schüttelte sich kurz, doch weder der Schuss von Abdul Özgen (30.) noch die Kopfbälle von Nico Herzig (35.) und Mirko Casper, die Ratajczak parierte, brachten bis zum Wechsel Zählbares ein.

Auch zu Beginn der zweiten Halbzeit sicherte der 27-jährige Schlussmann den Vorsprung der Gäste: Babacar Gueye ließ auf Flanke von Daniel Adlung einen gefühlvollen Kopfball mit dem Hinterkopf folgen, den Ratajczak mit einer Glanztat parierte (48.). In der 55. Minute hatte die Fortuna erneut das Glück auf ihrer Seite: Einen Freistoß von Cristian Fiel verlängerte Kevin Kratz, den Kopfball von Herzig stocherte Johannes van den Bergh von der Linie.

Offenkundig gab es keinen Plan B nach dem Ausfall von Auer, die zentrale Anspielstation fehlte, die Spielzüge wirkten improvisiert. So warteten die 27031 Zuschauer, die vor dem Spiel mit Konfetti und Wurfrollen noch einmal an alte Zeiten erinnerten, vergeblich auf einen Treffer der Alemannia. Gueye kam selbst zentral am Fünfmeterraum nicht zum Abschluss (85.), einen Schuss von Özgen parierte erneut Ratajczak (86.).

„Liefern wir weiter solche Spiele ab, werden wir auch wieder punkten”, spendete Nico Herzig letzten Trost. Den wollte Trainer Michael Krüger allerdings nicht annehmen: „Was ich hier wegstecken muss, ist unglaublich. Verletzungen, Krankheiten, ständige Umstellungen. Das tut auf Dauer weh, wenn man sich ständig den A... bis zur Hutkrempe aufreißt und mit leeren Händen dasteht.”

Zwei weitere Bausteine konnte Sportdirektor Erik Meijer dem Personalpuzzle für kommende Saison hinzufügen: Manuel Junglas und David Hohs verlängerten bis 2012.

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