Aachen - Eingeschworen auf die letzten Partien

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Eingeschworen auf die letzten Partien

Von: Roman Sobierajski
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Gibt da einer das Motto für die Rest-Saison vor? Aachens Trainer Jürgen Seeberger steht vor dem nächsten Härtetest. Foto: imago/Heuberger

Aachen. Der Abpfiff der Partie VfL Osnabrück gegen Alemannia Aachen war für Benjamin Auer der Anpfiff für einen Rekordversuch: Handgestoppte fünf Minuten brauchte der Stürmer, um nach dem Spiel frischgeduscht, hochgeladen und eisern schweigend im schwarz-gelben Mannschaftsbus zu verschwinden.

„Das war ein derber Rückschlag für uns, alle hatten sich mehr erhofft, extrem bitter”, beschreibt der 28-Jährige die 90 Minuten, die die leise Hoffnung, um den Aufstieg noch ein Wörtchen mitreden zu können, vollends zum Verstummen brachten.

Die Rückfahrt war zumindest für alle, die nicht die Augen angesichts dieses desolaten Auftritts verschließen wollten, auch kein Zuckerschlecken: Die erste Halbzeit (Auer: „Schlafwagen-Fußball”) wurde der Mannschaft in ihrer Pracht und Schönheit via DVD vorgespielt.

„Das Osnabrück-Spiel ist abgehakt”, will Trainer Jürgen Seeberger nicht noch einmal zurückblicken, auch nachdem am Samstag die Manöverkritik und die persönliche an jedem einzelnen Spieler einige Dezibel lauter ausgefallen ist als üblich.

„Das Spiel hat wichtige Erkenntnisse und Erfahrungswerte gebracht. Aber ich will keinen in die Tonne treten”, gibt sich der 44-Jährige verschlossener als seine Abwehr an der Bremer Brücke.

Seeberger hat die Mannschaft noch einmal auf die ausstehenden drei Partien der Saison eingeschworen - leicht dürfte es dennoch nicht fallen, sich für das heutige Spiel gegen Kaiserslautern sportlich zu motivieren, auch wenn der Trainer vorgibt, „wir, wie auch Lautern, spielen auf Sieg, denn der dritte Platz ist noch in Reichweite. Bei einem Unentschieden würden nur die Teams gewinnen, die in der Tabelle um uns herum angesiedelt sind.”

Realistischer fällt da wohl die Einschätzung des „Knipsers vom Dienst” aus, der bei der Alemannia mit bislang 14 Treffern und sechs Vorlagen die beste Saison seiner Profi-Karriere hingelegt hat.

„Es geht jetzt darum, den Fans noch etwas zu bieten, die letzten drei Spiele ordentlich zu absolvieren und möglichst viele Punkte einzufahren. Das ist auch im Hinblick auf die Stimmung, mit der wir in die kommende Saison gehen, wichtig.”

Eine realistische Möglichkeit mit viel Massel oder Gottes Hilfe doch noch einmal in Richtung Oberhaus zu blicken, sieht der 28-Jährige nicht mehr: „Gegen Kaiserslautern wird es ein ganz heißes Spiel geben”, verspricht Auer, räumt aber auch ein, „wir haben keinen Einfluss mehr auf die Vergabe der oberen Tabellenränge. Die Mannschaften, die vor uns stehen, werden schon die notwendigen Punkte einfahren.”

Der Stürmer blickt damit nicht nur weiter in die Zukunft als sein Übungsleiter, er vermutet den Ausgangspunkt für die Misere in Osnabrück auch weiter in der Vergangenheit: „Ich habe überlegt, ob es schon mit dem Spiel gegen Oberhausen angefangen hat, bei dem wir alle mit einem Dreier kalkuliert haben, was nicht geklappt hat. Einige werden danach sicher gedacht haben, jetzt wird es ganz schön schwer.”

Seine eigene Saisonleistung sieht der gebürtige Pfälzer als „bis zum jetzigen Zeitpunkt wirklich gut an, verteilt aber die Lorbeeren an die Stadt, die Nachbarn und das Team. „Die Mannschaft hat es mir leicht gemacht, so erfolgreich zu sein”, lautet das erste Lob.

„Und ich fühle mich hier sehr wohl. Wir haben schnell Anschluss und Freunde gefunden - und Aachen ist wirklich eine schöne Stadt.” Soweit das Positive - und das Negative? „Wenn man es nicht schafft, um den Aufstieg mitzuspielen, dann fehlt es auch am vielzitierten spielerischen Potenzial.”
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