Aachen - „Einer der größten Gewinner” am Tivoli

„Einer der größten Gewinner” am Tivoli

Von: Klaus Schmidt
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Der Jungspund und der Routinier: Tobias Feisthammel (links) ist Verteidiger-Stammkraft neben Thomas Stehle. Foto: imago/Jereczek

Aachen. Was macht ein Fußballprofi, wenn er völlig unvorbereitet eineinhalb freie Tage bekommt? „Weihnachtsgeschenke besorgen, erholen, entspannen, Zeit mit der Freundin verbringen.” Bei Tobias Feisthammel brach nicht die große Langeweile aus, als Chefcoach Peter Hyballa zu Wochenbeginn den Kader von Alemannia Aachen überraschte.

„Das war mit Sicherheit nicht schlecht”, sagt der 22-jährige Innenverteidiger auf der Zielgeraden einer extrem fordernden Hinrunde. „Die Beine sind schwerer als zu Saisonbeginn”, auch mental ging es an die Grenzen, „obwohl wir jetzt nicht total ausgelaugt sind.”

Schon vor dem Liga-Jahresfinale am Freitagabend beim Tabellenletzten Arminia Bielefeld und dem Pokal-„Zückerchen” am Mittwoch auf dem ausverkauften Tivoli gegen Eintracht Frankfurt ist Feisthammel „einer der größten Gewinner dieser Mannschaft”. Sagt der Trainer und schüttet ein Füllhorn Lob über den auch als Rechtsverteidiger und „Sechser” schon Erprobten aus: Spielverständnis, Lernwille, „Tobias kann direkt ganz viel umsetzen, er ist ein Musterprofi und hat sich in seiner Persönlichkeit unheimlich weiterentwickelt”.

Natürlich war Feisthammel im Sommer mit dem Ziel an den Tivoli gewechselt, viel Einsatzzeit zu bekommen. „Das will jeder Fußballer. Aber in dieser Form habe ich das nicht erwartet.” Neben Torhüter David Hohs, Timo Achenbach und Marco Höger verpasste der gebürtige Reutlinger keine Sekunde. Der Sprung aus der 2. Mannschaft des VfB Stuttgart eine Klasse höher war „nicht extrem groß”, eher ein „fließender Übergang. Auch in der 3. Liga wird unter Profi-Bedingungen gearbeitet, außerdem habe ich mit der Bundesliga-Mannschaft trainiert.” Gegenspieler wie die Augsburger Thurk und Rafael oder der Herthaner Ramos „sind zwar andere Kaliber”, das war´s aber auch schon mit den augenfälligen Unterschieden.

In der U19-Nationalmannschaft spielte Tobias Feisthammel neben Leuten, die heute bei Schalke 04, Manchester City und Real Madrid ihr Geld verdienen. „Man braucht vielleicht auch etwas Glück, einfach reingeschmissen zu werden”, sagt der Alemanne zur Karriere von Benedikt Höwedes, Jerome Boateng und Mesut Özil. „Dieses Vertrauen hat mir der Trainer damals in Stuttgart nicht geschenkt.” (Anmerkung: Armin Veh.)

Vielleicht zündet Feisthammel etwas später. „Ich traue ihm zu, irgendwann eine Liga höher zu spielen”, sagt Peter Hyballa und liegt damit deckungsgleich mit dem Innenverteidiger-Kollegen von Thomas Stehle. „Ich will den maximalen Erfolg, dafür werde ich hart arbeiten” und „gerne auch mit Alemannia aufsteigen. Ja, ich traue mir auch die Bundesliga zu.”

Nun erst mal Bielefeld. Der Teambus rollte am Donnerstag wegen der Wetterlage drei Stunden früher als geplant über die schneebedeckte Autobahn. Nicht an Bord: Thorsten Burkhardt (seit Mittwoch wieder im Mannschaftstraining) und Tim Krumpen (für den erkrankten Ersatzkeeper rückte Thomas Unger nach). Aimen Demai fällt wegen Wadenzerrung aus. Kevin Kratz wird nach Sperre wieder spielen, „ein wichtiger Faktor”, vermutet Hyballa einen Vorteil für „kleine, wendige Spieler”. Ein fußballerischer Hochgenuss ist kaum zu erwarten, „Kämpfen und Malochen” angesagt. Tobias Feisthammel spricht von einem „Schweine-Spiel. Wir müssen einfach die Bedingungen annehmen. Hauptsache, wir gewinnen.”

Lienen will „endlich den Bock umstoßen”

Plötzlich hängt der Sport am Tropf - wenn Kaufleute und Honoratioren ein allzu anspruchsvolles Stadionprojekt vorantreiben. Um die Folgen zu beobachten, muss man noch nicht mal die Aachener Stadtgrenze verlassen. In Bielefeld hat es den Fußballklub allerdings viel schlimmer erwischt: Arminia droht unter einer Schuldenlast von 23,6 Millionen Euro, die sich im Zuge von Erweiterung und Umbau der als „Alm” bekannten Arena aufgetürmt hat, der Abstieg in die 3. Liga.

Auch Ewald Lienen konnte den Trend bislang nicht stoppen. Zu den gerade mal elf Treffern in 16 Spielen steuerte Osnabrück auch noch zwei Eigentore beim Debüt des Trainers bei. Gegen Alemannia will Lienen „endlich den Bock umstoßen und die drei Punkte holen, die überlebensnotwendig sind”. Dabei fehlt Keeper Dennis Eilhoff (Magen-Darm-Infekt). Für die geplante Aufholjagd in der Rückrunde sollen Eke Uzoma und Sandro Kaiser von 1860 München ausgeliehen werden.

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