Sporter des Jahres Freisteller Sportlerwahl Sportlergala Freisteller

Eine ganz besondere Geschichte

Von: Klaus Schmidt
Letzte Aktualisierung:
vukovic31
Das ging daneben: Hrvoje Vukovic (links) beim 0:5 im Test gegen Rapid Wiens Nationalstürmer Erwin Hoffer. Foto: imago/Gepa pictures

Aachen. Damit überraschte der Sportdirektor zu mittäglicher Stunde dann doch seinen Trainer. Wenn Jürgen Seeberger es für angezeigt hält, kann er Hervè Oussalé schon zum Rückrundenauftakt am Sonntag beim SV Wehen Wiesbaden in Alemannia Aachens Kader berufen. Andreas Bornemann vermeldete die Aufnahme des Stürmers aus Burkino Faso in die Spielberechtigungs-Liste. Und noch einen Zugang vermeldete der Zweitligist.

Nach fünf Jahren mit „Jako” wechseln die Schwarz-Gelben zur kommenden Saison in die Ausrüstung von „Nike”; bis 2013 wurde der Vertrag mit dem Weltmarktführer - der den Status eines Top-Sponsors erhält - abgeschlossen. Zur Freude des Personals, das mit dem Material klarkommen muss, berichtete Bornemann. Gekickt wird auf dem Tivoli ab sofort mit den US-Bällen.

Der lausige Pokal-Abend

Vergangenheitsbewältigung: „Die letzte Reise nach Wiesbaden war eher ´ne Enttäuschung”, das ist eine verniedlichende Seebergersche Wortwahl für eine der lausigsten Kostproben, die jemals eine Mannschaft in Vertretung der Alemannia-Farben abgegeben hat. Gut vier Monate liegt der Pokal-K.o. zurück, die Gelegenheit zur Revanche wird vor allem für Hrvoje Vukovic zu einer „ganz besonderen Geschichte”, wie auch der Trainer einräumt.

An diesem trüben Abend Ende September hatte der Kroate seinen bislang letzten Pflichtspieleinsatz; „Dede”, wie er seit Kindertagen gerufen wird, musste als Rechtsverteidiger ran - das hatte er zuletzt im Juniorenbereich getan.

Und dann gab es diese Szene, als der 29-Jährige nach einer gegnerischen Attacke vor der Trainerbank lag, Jürgen Seeberger beugte sich über Vukovic und wurde einigermaßen laut. „Ich kann mich nicht erinnern”, sagt Vukovic. Er will es auch nicht, „ich möchte nicht nach hinten schauen”.

Die Karriere des Innenverteidigers war frei von Rückschlägen. Er spielte bis zur U21 in sämtlichen kroatischen Nationalteams, wurde mit Hajduk Split je zwei Mal Meister und Pokalsieger. Er wechselte zu Wacker Burghausen, spielte auch dort „regelmäßig und gut”, so gut, dass Jörg Schmadtke in Vukovic die geeignete Verstärkung für die Abwehrzentrale sah. Doch die letzten 18 Monate wurden „zu einer Katastrophe”.

Nach dem 47-Sekunden-Blitztor gegen Jena: Gehirnerschütterung, Muskelfaserriss im linken Oberschenkel, schließlich vor einem Jahr Operation am Sprunggelenk. Im Sommer meldete sich Vukovic - den viele Kollegen als besten Vorstopper in Sachen Spieleröffnung bezeichnen - zurück, seine Lage blieb „frustrierend”.

Er kämpfte vergeblich um den Platz neben Seyi Olajengbesi, „es war eine realistische Idee von beiden Seiten, sich in der Winterpause zu trennen”. Vukovic stand kurz vor dem Absprung zum französischen Erstligisten Grenoble Foot. „Doch dann kam Alemannias Ansage, dass ich bleiben soll und meine Chance bekommen werde.”

Kampf um neuen Vertrag

Der langfristige Ausfall von Thomas Stehle machte Vukovic wieder interessant, und es belegt die Rasanz des Geschäfts, wenn Jürgen Seeberger nun die Herren Szukala, Lagerblom und Casper rätseln lässt, wer denn am Sonntag der zweite Mann neben Vukovic sein wird. „Das Spiel gegen Wehen”, sagt „Dede”, „ist für mich eine richtige Chance. Um zu zeigen, dass ich stark genug für Aachen bin.” Schließlich geht es auch um einen neuen Vertrag.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert