Ein Erfolg auch ohne Sieg: Alemannia stellt das Publikum zufrieden

Von: Klaus Schmidt
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alemannia dortmund ii
Die Alemannia ist im Heimspiel gegen Borussia Dortmund II trotz starker zweiter Halbzeit nicht über ein 1:1 (0:1) hinausgekommen. Die Dortmunder Amateure waren nach einem umstrittenen Handelfmeter durch Marcel Halstenberg in Führung gegangen (41.), nach der Pause schaffte Timmy Thiele (Bild/60.) mit seinem zweiten Saisontor den Ausgleich. Aachen blieb drückend überlegen, vergab aber zahlreiche gute Chancen. Foto: Wolfgang Birkenstock

Aachen. Am Samstag war Ralf Aussem auf der Anna-Kirmes in Düren, der Abend zuvor verfolgte den Cheftrainer von Alemannia Aachen bis hierher. „Super”, sagten die Leute, „schade, dass ihr am Ende nicht belohnt worden seid.”

Unvorstellbares ist seit dem Abstieg und dem Zerfall des Kaders geschehen, und das ist vielleicht der größte Erfolg, den die Schwarz-Gelben bislang für sich reklamieren können: Knapp 20.000 Zuschauer, gegen einen Aufsteiger und dazu die Zweite Mannschaft eines Bundesligisten (Borussia Dortmund), bejubeln die Mannschaft - nach einem 1:1.

Natürlich hätte auch Aussem „lieber zwei Punkte mehr gehabt”, manches im Spielaufbau aus der Innenverteidigung heraus gefiel dem Coach nicht, „zu behäbig, das müssen und das werden wir verbessern. Aber wir können in den Spiegel schauen, die Leute gehen nach Hause und sagen, auch wenn wir nicht gewonnen haben: Die Jungs haben alles gegeben.”

Ein Handelfmeter, der keiner war, weil Fabian Baumgärtel sich weggedreht hatte, und der daraus resultierende Rückstand stellten Alemannia vor eine Kraftprobe. Dass diese Mannschaft einen langem Atem hat, zeigte sich am Beispiel von Timmy Thiele, der noch in der Schlussphase zum Sprint anzog und anschließend auch den Weg zurückging.

„Von der Physis her sind wir gut drauf”, notierte Aussem, aus dem Spiel heraus hatte sein Team in der Defensive nichts anbrennen lassen. Und nachdem er sich die Partie noch mal auf DVD angesehen hatte, gefiel sie ihm auch besser, „als ich es von der Bank aus gesehen hatte”. Außerdem: „Man muss auch mal die Leistung des Gegners anerkennen. Borussia wird noch vielen das Leben schwer machen.”

Am Dienstag in Saarbrücken wird die Auswahl des Personals noch schwieriger. Aimen Demai kehrt nach Knieprellung zumindest in den Kader zurück. Und Kristoffer Andersen hat erneut Ansprüche auf einen Platz in der Startelf angemeldet. Beim dritten Spiel in Folge eingewechselt, zum dritten Mal überzeugt: Der Belgier, durch eine Adduktoren-Verletzung in der Vorbereitung zurückgeworfen, befeuerte Alemannias Schluss-Offensive über den rechten Flügel.

„Ich will dem Trainer die Entscheidung für Dienstag schwer machen”, sagt Andersen. Ralf Aussem registriert: „Klar ist er enttäuscht, wenn er nicht von Anfang an spielt. Aber Kristoffer zeigt die richtige Reaktion: Wenn ich reinkomme, will ich die Chance nutzen. Das hat er eindrucksvoll bewiesen. Er ist mit Sicherheit eine Alternative für das Spiel in Saarbrücken.”
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