Aachen/Bonn - Die Alemannia will gegen Köln den Einzug in den DFB-Pokal perfekt machen

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Die Alemannia will gegen Köln den Einzug in den DFB-Pokal perfekt machen

Von: Christoph Pauli und Benjamin Jansen
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Den Mittelrheinpokal in den Händen, den DFB-Pokal im Kopf: Viktoria-Trainer Olaf Janßen (links) und Alemannias Coach Fuat Kilic beim Fototermin in Foto: Lars Kröger

Aachen/Bonn. Seit genau acht Monaten ist Viktoria Köln in der Fußball-Regionalliga ungeschlagen, es ist eine imponierende Bilanz. Es ist allerdings nicht die Bilanz eines Meisters, am Sonntag wurde der Klub vom KFC Uerdingen entthront.

Torhungriger als Viktoria war in allen Regionalligen nur der 1. FC Saarbrücken, aber als nach dem letzten Spieltag die Punkte in der Regionalliga West zusammengerechnet wurden, landeten die Kölner nur auf Platz zwei. Viktoria hatte unterwegs zu viele Unentschieden eingesammelt. Die Tränen sind getrocknet, ein Erfolg im Finale des Mittelrheinpokals gegen Alemannia Aachen soll am Montag (17 Uhr) die Schmerzen lindern.

„Dieser Wettbewerb hat für uns einen extrem hohen Stellenwert“, sagt Trainer Olaf Janßen, der Anfang des Jahres die Aufgabe von Marco Antwerpen übernommen hat, nachdem dieser auf eigenen Wunsch zu Preußen Münster übersiedelte.

Viktoria ist Seriensieger im Pokal

Janßen ist folglich noch unbesiegt, zu dieser Serie gehört ein fulminanter 4:0-Sieg vor ein paar Wochen am Tivoli. Die Kräfteverhältnisse waren eindeutig, schon zur Pause stand Alemannias höchste Saisonniederlage fest. „Wir sind an einem besseren Gegner abgeprallt“, sagte Fuat Kilic.
 
Aachens Trainer hatte – auf Bitten seiner Spieler – einer Taktik vertraut, die nicht einmal zwei Minuten lang aufging. Sein Team wollte die Gegner jagen, Mann gegen Mann, von der einen bis zur anderen Grundlinie. An diesem Abend scheiterte der Plan krachend, Viktoria war nicht zu stellen. „Wir haben unsere Lehren gezogen“, sagt Kilic vor dem schnellen Wiedersehen. Es gibt einen neuen Matchplan, aber diesmal werden die Rollläden runtergelassen. Der Trainer lässt sich nicht in die Karten schauen. „Wir haben nur eine minimale Chance“, sagt Kilic.
 
Viktoria ist der Seriensieger im Pokal. 2014, 2015 und 2016 holte der Verein den Cup. Kein anderes Team hat so oft das Finale in Bonn gewonnen, schlimmer noch aus Aachener Sicht: Nie hat der Klub dort verloren. Kilic kennt diese Statistiken, der Respekt vor dem kommenden Gegner ist groß. Alemannias Trainer sagt aber auch: „Wenn wir mannschaftlich geschlossen auftreten, dann wird es für Viktoria nicht leicht, uns zu schlagen.“
 
In den Trainingseinheiten hat Kilic den Eindruck gewonnen, dass seine Spieler wissen, was auf dem Spiel steht. Es geht um den Einzug in die erste Runde des DFB-Pokals und um einen satten Siegerscheck. Mit 115.000 Euro wird der Finalsieg garniert. Ein Betrag, den Kilic zusätzlich zu seinem Sportetat von 1,2 Millionen Euro in das Team der Zukunft investieren kann. „Das ist eine Menge Geld. Aber selbst im Erfolgsfall werden wir nicht mit Geld um uns werfen“, kündigt Aachens Übungsleiter und Kaderplaner an. Die Entwicklung soll weiter seriös vorangetrieben werden, zusätzliche Einnahmen wären für das Projekt aber sicher nicht hinderlich.
 
„Wir müssen eine extrem hohe Grundaggressivität und Laufbereitschaft an den Tag legen, wenn wir eine Chance haben wollen“, sagt Kilic vor dem wichtigsten Spiel der Saison. Der Trainer will am Montagnachmittag die Spieler ins Rennen schicken, die im Trainingsbetrieb zuletzt den stärksten Eindruck hinterlassen haben. Die wiedergenesenen Matti Fiedler und Alexander Heinze „sind auf einem guten Weg“.
 
Dass beide Akteure auch beim Anpfiff des Finales auf dem Platz stehen, ist nicht ausgeschlossen. Zudem gibt es die Überlegung, dass Stammkeeper Mark Depta, der in den beiden vorherigen Pokalrunden durch Patrick Nettekoven ersetzt wurde, zwischen die Pfosten zurückkehrt, da der Spielrhythmus für den jungen Torhüter spricht. Ursprünglich war Alemannias ältester Spieler auch für das Finale vorgesehen.
 
Ob Kilic mit den angeschlagenen Kai Bösing, Joy-Slayd Mickels und Ilias Azaouaghi planen kann, entscheidet sich kurzfristig. Unabhängig davon, wer im Sportpark Bonn das Mandat für die Startelf erhält, erwartet Kilic, dass sich seine Spieler für das große Ziel zerreißen. Sollte in den Abendstunden tatsächlich die Serie der Viktoria enden und sich die Alemannia mit einem Sieg für die erste DFB-Pokal-Runde qualifizieren, hätte die Saison beim Zieleinlauf dann doch noch ein mehr als nur versöhnliches Ende gefunden.
 
Die ARD überträgt am Pfingstmontag wieder die Endspiele um die Fußball-Landespokale in drei zeitlich versetzten Live-Konferenzen. Der Anstoß zu den ersten sieben Partien erfolgt um 12.30 Uhr. Der nächste Block beginnt um 14.30 Uhr, die letzten sieben Endspiele werden um 17 Uhr angepfiffen. 
 
Ein Großteil der Spiele wird darüber hinaus einzeln in voller Länge per Livestream zu sehen sein. Insgesamt soll die Übertragung sieben Stunden dauern. 2017 verfolgten 2,27 Millionen Zuschauer die Endspiele in den einzelnen Landesverbänden. Das entsprach einem Marktanteil von bis zu 13,1 Prozent.
Die Partie in Bonn wird wohl Aachens letztes Heimspiel in dieser Saison. Alemannia rechnet damit, dass 3000 Fans das Team anfeuern.
 
Mögliche Aufstellung: Depta - Heinze, Hackenberg, Fiedler - Winter, Kühnel, Pütz, Pluntke, Mohr - Fejzullahu, Torunarigha

Schiedsrichter: Niklas Dardenne (Nettersheim)

Pokal-Bilanz: 1 Spiel/1 Sieg/5:2 n. E.

TV: ab 17 Uhr in der ARD und im Livestream auf sportschau.de

Internet: Bildergalerie und Video unter az-web.de und an-online.de

Wir tickern das Finale am Montag außerdem live ab 17 Uhr auf az-web.de und an-online.de.

 

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