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DFB zieht Alemannia zwei Punkte ab

Von: Christoph Pauli
Letzte Aktualisierung:
Tivoli Paniktaster
Schlechte Kunde für die Alemannia: Den Schwarz-Gelben werden aufgrund von Verstößen im Lizenzierungsverfahren zwei Punkte abgezogen. Foto: dpa

Aachen. Die Vergangenheit holte den Klub nicht ganz unerwartet ein. Schon ein paar Stunden nachdem Alemannia im November die Insolvenz beantragen musste, nahm auch der DFB-Ermittlungsausschuss die Arbeit auf. Am Donnerstag fällte der Spielausschuss sein Urteil: Alemannia werden am Ende der Saison zwei Punkte abgezogen. Wie der Verein reagiert, ist noch offen.

Anfang der Woche waren die beiden Sanierer Michael Mönig und Rolf-Dieter Mönning zu Gesprächen beim Verband. Jetzt wollen sie die schriftliche Begründung abwarten. „Sie werden dann im Gläubigerausschuss diskutieren, ob man das Urteil akzeptiert oder dagegen vorgeht“, teilte Vereinssprecher Holger Voskuhl am Donnerstag mit.

Auch Kickers Offenbach werden am Saisonende zwei Punkte abgezogen. Der Liga-Konkurrent ist nach eigenen Angaben mit 9,1 Millionen Euro verschuldet. Strafmildernd hat der Spielausschuss „das Bemühen der heute Verantwortlichen beider Klubs um eine transparente Aufarbeitung möglicher Verstöße berücksichtigt“, teilte er mit. Der OFC atmetete hörbar auf: „Das Strafmaß hätte wesentlich gravierender ausfallen können. Unsere schonungslose und transparente Vorgehensweise bei der Aufarbeitung hat uns der DFB sehr hoch angerechnet“, so Geschäftsführer David Fischer.

Die zwei Punkte sind das Ergebnis des Lizenzierungsverfahrens und gehören zum vergifteten Erbe des ehemaligen Geschäftsführers Frithjof Kraemer. „Es sind falsche Angaben gemacht bzw. angekündigte Maßnahmen unzureichend umgesetzt worden“, räumte Voskuhl ein. Der Ligaausschuss habe das aber als „grob fahrlässig und nicht als vorsätzlich interpretiert“. Der Verband hat sein Urteil bereits gefällt, die Oberstaatsanwaltschaft Köln, die das Verfahren aus Aachen übernommen hat, ist noch weit auch nur von einem Plädoyer entfernt.

Bei den staatlichen Ermittlern ging Ende November eine Strafanzeige der Stadt Aachen gegen den Geschäftsführer „Frithjof Kraemer und gegebenenfalls andere Personen“ ein. Die Kommune fühlte sich massiv getäuscht im Verfahren zur Umschuldung der Stadionkredite. Den Ermittlern liegt zudem eine Anzeige wegen Insolvenzverschleppung vor.

Die Kölner Behörde hat einen Wirtschaftsreferenten dazugezogen. „Wir werten Beweismittel aus“, sagt Behördensprecher Oberstaatsanwalt Ulrich Bremer. Bislang hat es nicht einmal eine Vernehmung gegeben. Das Verfahren wird sich in die Länge ziehen, ein Abschluss noch in diesem Jahr ist eher unwahrscheinlich.

Trainer reagiert fatalistisch

Ausbaden muss die Entscheidung vom grünen Tisch erneut die Mannschaft, die sich so bemerkenswert gegen den Abstieg wehrt. „Ich beschäftige mich nur mit den Dingen, die ich beeinflussen kann“, reagiert Trainer René van Eck gewohnt fatalistisch auf den Rückschlag. Die Blickrichtung ist nur nach vorne gerichtet. „Früher hat Alemannia 1. Liga und Uefa-Cup gespielt, aber das ist nicht die Gegenwart. Ich habe früher auch gegen Romario und Marco van Basten gespielt. Da kann ich mir heute nichts mehr für kaufen.“

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