Der Tivoli bebt: Aachen im Viertelfinale

Von: Christoph Pauli
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Finaler Jubel: Kapitän Benjamin Auer hat gerade den entscheidenden Elfmeter gegen Ralf Fährmann versenkt. Foto: dpa

Aachen. Der Tivoli bebte wie nie zuvor, die Profis tanzten nach Spielende, die Trainer lagen übereinander, sie wussten gar nicht wohin mit ihrer Freude. Ein SIEG über Eintracht Frankfurt, über einen veritablen Bundesligisten, mit dieser MANNSCHAFT.

Alemannia siegt nach Elfmeterschießen mit 6:4. Von der Außenwirkung wird jener Pokalerfolg über den FC Bayern vor gut sechs Jahren bedeutender gewesen sein, sportlich zählt dieser Triumph aber mehr, weil er mit einer jungen Mannschaft mit vielen noch pubertierenden Fußballern erzielt wurde.

Aachens Trainer Peter Hyballa musste am Spieltag noch auf seinen besten Vorbereiter Zoltan Stieber (Virus) und auf Aimen Demai (Wadenprobleme) verzichten. Nur noch eine Restmannschaft ging an den Start, und die lieferte ein grandioses Spiel ab.

Die Dimension dieses Sieges lässt sich schon mit einem Blick auf die Auswechselbänke erklären: Bei Aachen warteten da die Nachwuchsspieler Unger (Tor), Korte, Jansen, Frau, Ojamaa, Tsoumou und Engelbrecht. Macht in der Addition 45 Profiminuten. Auf der Frankfurter Bank wartete das Kapital Korkmaz, Fenin, Amanatidis oder Caio - gestandene Bundesliga- oder sogar Nationalspieler.

Der Bundesligist stellte sich als ballsicheres Team vor, über die rechte Seite bereitete Kapitän Patrick Ochs die ersten Möglichkeiten vor. Seine erste Flanke fälschte Halil Altintop noch ab, Keeper David Hohs schnappte zu (3.). Vier Minuten später steckte Ochs durch für Gekas, der Torjäger zielte ans Außennetz.

Alemannia ging die Aufgabe klug, abwartend an, wie es wohl eher nicht das Naturell der jungen Draufgänger ist. Sie lauerten auf Frankfurter Fehler, um dann schnell umzuschalten. Nach 16 Minuten hatte Manuel Junglas einen herrlichen Gedankenblitz. Er bediente den startenden Babacar Gueye, Verteidiger Pirmin Schwegler blieb nur die Notbremse.

Schiedsrichter Michael Weiner eilte an den Tatort. Der Polizist verteilte umgehend die notwendigen Strafmandate. Frankfurts bester Fußballer sah die Rote Karte, ging traurig ohne Protest vom Platz. Mehr Strafe gab es für die Gäste nicht, denn Keeper Ralf Fährmann wehrte den nicht sonderlich gut geschossenen Strafstoß von Marco Höger ab.


Aachen blieb trotz des nächsten Rückschlags am Drücker. Auer verlängerte eine Flanke per Kopf, fand erneut in Fährmann seinen Meister (27.). Der kecke Zweitligist kratzte aber auch an seinen Glücksvorräten, die im Laufe der Hinrunde angelegt wurden. Hohs verpasste eine Flanke von Jung, solche Chancen lässt sich Gekas im Allgemeinen nicht entgehen.

Im Besonderen traf er diesmal nur den Pfosten (32.) des leeren Tores. Das griechische Phantom tauchte noch einmal aus dem Aachener Nebel auf, kurz vor dem Halbzeitpfiff musste Hohs seine beste Parade zeigen, reaktionsschnell lenkte er einen Ball um den Pfosten.

Hyballa gestikulierte adrenalindurchflutet an der Seitenlinie, geheime Zeichen, die seine Mannschaft verstehen sollte. Seine Mannschaft nahm zehn Frankfurter langsam in den Klammergriff. Zweitligist beherrscht Erstligist.

Die Hausherren eroberten zahlreiche Eckbälle, um sie postwendend fahrig zu vergeben. Die Aussicht auf das Viertelfinale beflügelte die Mannschaft, die im wesentlichen seit Monaten in gleicher Besetzung unterwegs ist. Der Zweitligist lief gegen die Frankfurter Festung an, fand nicht die Lücke. Die Eintracht rettete sich in die Verlängerung. Die Belohnung kam verspätet, aber sie kam. Marco Höger trug sich doch noch in die Torschützenliste ein. 93. Minute, Linksschuss aus 18 Metern, hinein ins Glück.

Das währte nicht lange, Marin Fenin traf postwendend zum 1:1 (99.). So erlebte der Tivoli sein erstes Elfmeterschießen. Aachens Schützen Junglas, Achenbach, Arslan, Stehle und Auer verwandelten, während Frankfurts Meier vergab. Dieser Abend hatte doch noch seinen verdienten Sieger gefunden.
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