Der Druck ist aus dem Kessel

Von: Klaus Schmidt
Letzte Aktualisierung:
Alemannia Aachen - Arminia Bielefeld
Aachens Marco Höger (r) und Bielefelds Daniel Halfar versuchen an den Ball zu kommen.

Aachen. 30 Punkte nach 25 Spieltagen, so wenige Zähler hatte Alemannia Aachen in der 2. Liga seit Einführung der Drei-Punkte-Regel (1995/96) noch nie. Und Benny Auer wollte sich „nicht ausmalen”, wie sich die Situation verschärft hätte, „wenn wir nicht gewonnen hätten. Dann wäre es richtig heiß geworden.”

Der Druck ist aus dem Kessel: Nach drei Niederlagen in Folge gewann Alemannia mit 2:1 gegen Arminia Bielefeld. „Natürlich fällt da die Anspannung weg”, sagte Cristian Fiel. „Ich glaube, dass das heute eine runde Leistung war.” Der Ex-Kapitän sprach gar vom „vielleicht besten Spiel auf dem neuen Tivoli”...

Eine halbe Stunde lang wirkte das Spielfeld um 32 Meter verkürzt, als hätte jemand unsichtbare Vorhänge vor die Strafräume gezogen. Das war aus Aachener Sicht durchaus in Ordnung, denn die einzige Chance nutzte Benny Auer gleich zur Führung. Einen langen Ball von Fiel nahm Nemeth auf, der Slowake passte quer, und der Kapitän vollendete aus der Drehung im Fünfmeterraum (10.). Es folgte ein kontrolliertes Duell mit viel Laufarbeit in den Mittelfeldreihen, in die „rote Zone” kam der Ball jedoch weder hüben noch drüben. Lamey traf mal das Außennetz, das war´s auch schon.

Die Aufmerksamkeit bei Alemannia ging etwas flöten nach besagter halben Stunde, Federico (drüber) und Fort (Beinschuss gegen Olajengbesi) läuteten die Alarmglocke. Aachen kam zwar zum zweiten Torschuss, erneut durch Auer, doch dann war die Führung dahin. Nach einer Ecke folgte ein heilloses Durcheinander und Gestocher im Hoheitsgebiet von Keeper Stuckmann, keiner der Kollegen aus dem Feld bekam die Kugel weggedroschen, Fort nutzte die Verwirrung (39.). Im neunten Spiel in Folge hatte Aachen ein Gegentor kassiert - die längste Serie ligaweit.

Dass die Schwarz-Gelben dennoch mit einem Vorsprung in die Kabine gingen, war „Mister Doppelpack” zu verdanken. Nach einer Flanke von Adlung hielt Auer - einzige Spitze - den Fuß hin, Eilhoff war zum zweiten Mal geschlagen (44.). Bei aller Kritik an Alemannias in dieser Saison dürftigen Chancenverwertung: Am Freitagabend sah das freundlicher aus. Und: „Wir haben sehr kompakt gestanden, Bielefeld über 90 Minuten im Griff gehabt”, sagte Auer, inzwischen zwölffacher Saisontorschütze.

Trainer Michael Krüger registrierte mit Wohlwollen, dass „wir heute eine Mannschaft gesehen haben, in der einer für den anderen da war”. Engagierter Kampf, über weite Strecken taktische Disziplin und durchaus Szenen zum Zungeschnalzen, wie der beherzte Flügellauf des Alper Uludag, der erst Federico und dann Mijatovic - erfahrene Profis - alt aussehen ließ. Und auch was Marco Höger als Fiel-Partner in der „Doppel-Sechs” anbot, gilt als Versprechen für Alemannias Zukunft. Krüger: „Hut ab, was Höger gespielt hat. Und Alper ist gelaufen, so weit die Füße ihn getragen haben.”

Die Uhr tickte für Aachen. Bielefeld, am Tivoli in der eingleisigen 2. Liga chronisch erfolglos (jetzt sieben Pleiten), arbeitete erst nach 76 Minuten entschlossen gegen die Niederlage; Stuckmann (gegen Fort) und Herzig (gegen Federico) klärten ebenso entschlossen. „Ein sehr intensives Spiel”, sagte Arminias Interimscoach Detlev Dammeier, der im übrigen wenig Lust verspürt, den Job bis zum Saisonfinale auszuüben.

Michael Krüger mahnte unterdessen. „Unsere Ausgangsposition vor diesem Spiel war alles andere als rosig. Wir freuen uns jetzt heute Abend über den Sieg, aber das kann nur ein Anfang gewesen sein. Ein paar Punkte müssen noch her.”
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