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Dennis Dowidat: „Es war mir eine Ehre“

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Ein letzter Fingerzeig: Nach vier turbulenten Jahren verlässt Dennis Dowidat Alemannia Aachen. Foto: Jerome Gras

Aachen. Den besten Überblick über die letzten vier Jahre am Tivoli hat Dennis Dowidat. Der Mittelfeldspieler war der erste Profi, der damals zu Alemannia in der Insolvenz wechselte. Samstagnachmittag steht der dienstälteste Spieler im Spiel beim 1. FC Köln II (14 Uhr) zum letzten Mal im Kader, bevor er zum Wuppertaler SV wechselt und dort parallel eine Ausbildung beginnt.

Vor seinem letzten Diensttag baten Niklas Friedemann und Christoph Pauli den 27-Jährigen, spontan auf einige Schlagwörter zu reagieren.

Die erste Insolvenz

Die erste Phase war sehr chaotisch, es waren mehr Test- als Vertragsspieler in den ersten Wochen da. Mein Wechsel wurde damals schon vom Manager Uwe Scherr veröffentlicht, obwohl noch nichts unterschrieben war. Ich hätte immer noch abspringen können. Trainer Peter Schubert war ziemlich gelassen: Wir sollten ihm vertrauen, hat er immer gesagt.

Die aktuelle Insolvenz

Wir Spieler bekommen da nicht so viel mit, versuchen zu punkten und professionell weiterzuarbeiten.

Der beste Trainer

Fuat Kilic ist ein besonderer Trainer, weil er fachlich und menschlich überragend ist. Auch Peter Schubert war menschlich sehr fein und hat mit Reiner Plaßhenrich ein starkes Team gebildet.

Der schlechteste Trainer

Christian Benbennek. Fachlich war er gut, aber mit gewissen Aktionen gegenüber der Mannschaft hat er sich komplett ins Aus geschossen. Es wirkte, als käme er voreingenommen zu seiner neuen Mannschaft. Er war nicht ehrlich gegenüber den Spielern. Das war selbst die Meinung von den Jungens, die Stammspieler waren.

Der Brief der Spieler an den Vorstand

Das war damals notwendig, weil der Mannschaftsrat oft auf Entwicklungen hingewiesen hat. Wir hatten aber den Eindruck, dass unsere Einschätzungen überhaupt nicht weitergegeben wurden. Der Brief war zwingend, ich würde es wieder so machen.

Der beste Moment

Davon gibt es viele: Das Tor gegen Verl im ersten Heimspiel, die Spiele im zweiten Jahr gegen Gladbach und Essen, der Sieg bei Viktoria Köln mit meinem Treffer, der wohl mein emotionalster war in den vier Jahren. Generell war die zweite Saison überragend, die schönste Zeit. Wir haben uns famos verstanden und unterstützt. Bis heute gibt es eine WhatsApp-Gruppe aus dieser Zeit. Es hat überragend gepasst mit dem Trainerteam.

Manager Alexander Klitzpera

Kam als Sportdirektor im Februar 2015, als wir Tabellenführer waren. Es gibt die These, dass wir ohne ihn aufgestiegen wären. Das würde ich unterschreiben. Er hat versucht, viele Dinge in einer völlig intakten Mannschaft zu ändern. Viele Spieler wurden unter Druck gesetzt, seine neuen Vertragsangebote zu übernehmen. Es gab den öffentlichen Disput zwischen Trainer und Manager. Die Unruhe war völlig unnötig.

Der beste Mitspieler

Knifflig. Torwart Frederic Löhe hatte für die Liga eine überragende Qualität, von Aimen Demai und Tim Jerat habe ich menschlich und sportlich viel gelernt, Peter Hackenberg und Marcus Hoffmann hatten eine überragende Einstellung, Kevin Behrens war ein mitreißender Stürmer.

Der fröhlichste Mitspieler

Joy-Lance Mickels ist ansteckend fröhlich. Mein Freund Jochen Schumacher aus dem ersten Jahr hat schon einen tollen Humor. Michael Lejan war auch immer gut für einen Spruch.

Verdienstmöglichkeiten in der Regionalliga

Auf keinen Fall hat man ausgesorgt. Von meinem Gehalt kann ich gut leben. Aber ich bin jetzt 27 Jahre alt, ohne Berufsausbildung. Wenn ich weitermachen würde, bis ich 35 Jahre alt bin, hätte ich vielleicht Rücklagen für zwei Jahre bei einem normalen Standard.

Der eigene Karriereplan

Als ich hier vor zwei Jahren verlängert habe, war mir klar, dass die letzte Phase beginnt, in der ich nur Fußball spiele.

Der Verlauf der Karriere

Ich bin zufrieden, trauere keinen verpassten Chancen hinterher, habe bei grandiosen Klubs gespielt. Vielleicht habe ich nach einem halben Jahr in Münster zu schnell aufgegeben. Unterm Strich habe ich viel erleben dürfen und bin dankbar.

Sünden in den letzten vier Jahren

Mir wurde vom damaligen Sportdirektor unterstellt, dass ich bei den Fans schlechte Stimmung gegen handelnde Personen gemacht hätte. Das war falsch und willkürlich wie später die Suspendierungen von Peter Hackenberg und Frederic Löhe. Es war ein großer Humbug. Es sollten nur Leute mundtot gemacht werden.

Vermissen werde ich . . .

. . . die ganzen Mitarbeiter, die mir längst vertraut sind; die Heimspiele, die Fans, den Tivoli – es gibt so viel. . .

Die beste Anekdote . . .

. . . muss natürlich in der Kabine bleiben. In der besagten Saison hat das Team mal im Spielcasino die Mannschaftskasse beim Roulette komplett auf „Rot“ gesetzt. Wir waren uns unserer Sache ziemlich sicher, leider hatte das Casino andere Pläne . . .

Die letzten Worte

Es war mir eine Ehre, vier tolle Jahre für so einen Verein und seine Fans spielen zu dürfen. Ich habe es genossen, es sind Freundschaften fürs Leben entstanden.

 

Mögliche Aufstellung: Sprint - Winter, Propheter, Löhden, Mohr - Fejzullahu, Staffeldt, Kühnel, Mickels - Pütz - Gödde

Schiedsrichter: Dominik Jol (Bergisch Gladbach)

Bilanz: 13 Spiele/7 Siege/1 Remis/5 Niederlagen/17:14 Tore

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