Aachen - Das Duell der Tor-Geizhälse

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Das Duell der Tor-Geizhälse

Von: Klaus Schmidt
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Auf geht´s: Alemannia-Coach Michael Krüger sieht „keine Alternative” zu einem Sieg gegen Ahlen. Foto: imago/pmk

Aachen. Wenn Thorsten Stuckmann am Freitagabend als Vertreter des Gelb-gesperrten Kapitäns Cristian Fiel die Mannschaft auf den Rasen führt, sind wieder rund 21.000 Zuschauer im Stadion. Damit wäre der alte Tivoli ausverkauft gewesen.

16 andere Klubs der 2. Liga würden laut „Hurra” rufen bei einer solchen Kulisse, schließlich spielt ab 18 Uhr nur der Tabellenelfte gegen den -letzten. Alemannia Aachen gegen Rot-Weiß Ahlen, das verspricht noch aus einem anderen Grund keinen Kick aus dem Regal mit dem Etikett „Spektakel”: Es treffen die beiden Teams aufeinander, unter deren Beteiligung die wenigsten Tore pro Spiel fallen.

Michael Krüger hat „immer noch an der Niederlage in Koblenz zu knabbern”, auf mittlerweile fünf Punkte taxiert der Alemannia-Coach die verschenkte Ausbeute für einen geschmeidigeren Gang Richtung Winterpause. Nun kann die Marschroute gegen die sieglosen Westfalen nur lauten, „dass die drei Punkte auf dem Tivoli bleiben. Eine Alternative dazu gibt es nicht.” Aachen vier Runden vor dem Jahresabschluss:

Das System: 4-4-2, 4-2-3-1, 4-1-4-1 oder 4-1-3-2 - an Flexibilität mangelt es sicher nicht. Ein Zeichen der Überzeugung von einer eigenen Spielidee ist es allerdings auch nicht.

Die Defensive: 15 Gegentore in 13 Spielen sind ein starker Wert, „und wenn man noch die zwei Ausreißer rausrechnet” (gegen St. Pauli/0:5 und Union Berlin/1:4), „dann ist das schon Beton”, sagt Krüger. Der Abwehrverbund lässt wenig zu, die Viererkette ist der verlässlichste Mannschaftsteil. Und am Freitag steht Aimen Demai (nach Magen-Darm-Infekt) wieder zur Verfügung.

Die Spieleröffnung: Cristian Fiel hat seine besten Spiele dann gemacht, wenn die schnellen Leute Junglas, Kratz und Müller um ihn herum arbeiteten. Da ging dann auch was über die Außen. Bricht das Youngster-Trio komplett weg, wie zuletzt in Koblenz, bleibt die Anzahl durchdachter und zu Ende gespielter Aktionen überschaubar. Manuel Junglas, den der Trainer wie auch Demai als „absoluten Leistungsträger” einstuft, kehrt nach Krankheit zurück. Der Heilungsprozess bei Kevin Kratz (Bänderverletzung) liegt vier, fünf Tage vor den Erwartungen, am Donnerstag trainierte der 22-Jährige schon wieder mit der Mannschaft. Am Freitagvormittag wird getestet, ob es fürs Spiel reicht.

Die Offensive: Die Hüter des historischen Zahlenmaterials haben die Klubgeschichte umgegraben und ein Gefühl bestätigt: elf Tore in 13 Spielen, so wenig Wind hat in 109 Jahren noch kein Alemannia-Kader gemacht. „In der vergangenen Saison war noch die Chancenverwertung nahezu optimal”, sagt Michael Krüger. Nun geht Alemannia mit den wenigen Möglichkeiten auch noch schludrig um. Freistöße und Ecken verbreiten nur selten Gefahr; die Mannschaft hängt am Tropf der Verlässlichkeit von Benny Auer.

Seit knapp neun Stunden hat der letztjährige Torschützenkönig nicht mehr getroffen, „aber er kann´s ja nicht verlernt haben”, rätselt Krüger. Die Idee, am Freitag wieder Szilard Nemeth - Auers liebsten Sturmpartner - an die Seite zu stellen, wird vom Trainer weder dementiert noch bestätigt. „Zur Aufstellung gibt es nichts zu sagen, obwohl ich schon weiß, wie wir spielen werden. Aber ich möchte die Stammtischgespräche nicht versauen...”

Und den Abend schon gar nicht. „Ich kann nur hoffen, dass es der Mannschaft gelingt, für eine Entschädigung zu sorgen. Verdient hätten sie es” - die Fans.
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