Augsburg - Burkhardt schenkt Krüger den ersten Sieg

Burkhardt schenkt Krüger den ersten Sieg

Von: Klaus Schmidt
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Das Tor der Woche: Thorsten Burkhardt überwindet mit einem spektakulären Flugkopfball Augsburgs Keeper Simon Jentzsch. Foto: imago/Krieger

Augsburg. Es gibt Mechanismen, die funktionieren verlässlich im Fußball, und sie verhageln jeden „sicheren” Tipp. Die Faktenlage war schon wieder zu offensichtlich vor Alemannia Aachens Reise zum FC Augsburg.

Natürlich hatte Michael Krüger Zeitung gelesen und dass sie „die Festspieltage fortsetzen” wollten nach neun Liga-Partien ohne Niederlage und dem furiosen Einzug ins Pokal-Viertelfinale. „Genau das habe ich der Mannschaft gesagt”, dass keiner mit einem Aachener Sieg in der schönen neuen Augsburger Arena rechnen würde.

Am Ende des Tages hatten sie tatsächlich zum ersten Mal unter ihrem neuen Trainer gewonnen, 1:0 durch einen Kopfball von Thorsten Burkhardt (58.), und Krüger war ein sehr zufriedener Trainer. „Wenn man in unserer Situation so ein schweres Auswärtsspiel gewinnt...”

„Es geht doch noch”, sagte Nico Herzig, Manuel Junglas stellte fest: „Fußballerisch wie kämpferisch waren wir heute eine Einheit.” Und der Trainer, der hatte „mit seiner Taktik alles richtig gemacht”.

Umgestellt auf 4-1-4-1, ein schleichendes Gift für Augsburgs vermeintlich stärkste Waffe, die Flügelzange mit Traore und Ndjeng. „Das war eine gute Mittelfeld-Besetzung”, lobte selbst der unterlegene Coach, Jos Luhukay.

Alemannia hatte stets Überzahl zwischen Viererkette und vorderster Linie. Eine Basis, auf der sich der erste Auswärtssieg seit über einem halben Jahr (2:0 in Koblenz) aufbaute. Luhukay war nicht überrascht von der Formation, aber er wollte sein System „nicht aufgeben”. Und so zerstörte Aachen den Heimnimbus.

Daniel Adlung gab schon nach zwei Minuten mit einem Schuss knapp über das Tor den Wink: Alemannia ist nicht gelähmt trotz der prekären Tabellensituation. „Wir hätten schon in der ersten Halbzeit ein Tor machen müssen.” Augsburgs Kapitän Möhrle verhinderte auf den letzten Drücker Alemannias Führung durch Gueye, die beste Chance nach gut einer halben Stunde.

Starke Handarbeit

Allerdings: Thurk auf der Gegenseite stand noch besser, völlig blank, doch Thorsten Stuckmann tat wieder das, was er am besten kann: Gegentore durch professionelle Handarbeit verhindern. Der Keeper war erleichtert - weniger wegen seiner Leistung, sondern „weil die Mannschaft endlich für ihre Mühen belohnt worden ist”.

Der FCA kam mit dem energischen, laufstarken und gut organisierten Aachener Auftritt nicht zurecht, kurz nach dem Seitenwechsel quittierte das Publikum die nächste misslungene Aktion mit Pfiffen. Dass hier was gehen würde für den Gast, deutete Thorsten Burkhardt zunächst nur an, freistehend vor Jentzsch, dann machte er ernst und köpfte den Ball nach einer Flanke von Gueye ins Netz.

Der fünfte Alemannia-Torschütze dieser Saison hatte sich eingetragen, er beendete eine weitere unangenehme Serie: Zum ersten Mal nach sechs Stunden und 41 Minuten hatten die Schwarz-Gelben wieder einmal auswärts getroffen.

Augsburg machte auf, doch mehr als wütender Eifer des Angeknockten kam dabei nicht heraus. Da Costa scheiterte noch mit einem Kopfball (86.), Michael Krüger durfte aufatmen. „Auf die Hintermannschaft war Verlass”, überhaupt auf das ganze Team: Es hatte in der Vorbereitung nicht nur hingehört, sondern „taktisch alles umgesetzt”.

Gut gespielt und nicht gewonnen, das kannte auch Manuel Junglas aus der jüngeren Vergangenheit. „Aber heute haben wir gut gespielt und gewonnen.”

Während der Jungspund in Siegerlaune schon versprach „Jetzt gehtÔs aufwärts”, holte der Trainer gleich das Lasso raus: „Ich will unseren Sieg nicht schmälern. Aber Augsburg steckte sicher noch das Pokalspiel in den Knochen. Das hat uns ein bisschen geholfen.” Ein Erfolg zu einem wichtigen Zeitpunkt, zweifellos. „Aber den müssen wir jetzt gegen Rostock vergolden.”
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