Aachen - Bundesliga-Bummler wechselt nach Aachen

Bundesliga-Bummler wechselt nach Aachen

Von: pa
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Von Hoffenheim über Aachen nach Larnaca: Jochen Seitz wechselt zum Tivoli und darf zur Belohnung mit ins Trainingslager. Foto: imago/ARP

Aachen. Auch Alemannias Training am Mittwoch endete wieder ohne Fehlpass. Ein Grund mag sein, dass das Team erneut die Bälle ruhen lassen musste. Die Plätze lassen keinen Ballbetrieb zu. Und so marschierte die Gruppe wieder geschlossen in die Mucki-Bude zum Krafttraining. Jürgen Seeberger hat selbst zu Konstanzer oder Schaffhausener Zeiten nicht so viel Schnee erlebt wie derzeit im Wilden Westen.

Und so muss er das tun, was alle Trainer auszeichnet: „Wir improvisieren.”

Mit so viel Improvisieren ist nun Schluss, die Bodybuilder entfliehen am Donnerstag der Kälte. Mit dabei ist bereits Jochen Seitz.

Der 32-jährige Bundesligabummler (162 Spiele/15 Tore) wird bis Mitte 2010 verpflichtet. Der Mann für alle Positionen auf der rechten Seite hat bereits beim HSV, Unterhaching, VfB Stuttgart, Schalke, Kaiserslautern gespielt, ehe er Anfang 2006 von Hoffenheim verpflichtet wurde. Dort zog er sich beim Hallenturnier einen Kreuzbandriss zu und kam kaum zum Einsatz. In der fulminanten Hinrunde wurde er überhaupt nicht berücksichtigt. Sein Vertrag wurde aufgelöst, er wechselt ablösefrei nach Aachen.

„Nach drei sehr erfolgreichen Jahren in Hoffenheim freue ich mich auf die Alemannia”, sagt Seitz, der bei den Schwarz-Gelben die Nummer 29 erhält. Seitz kommt am Donnerstagnachmittag mit den neuen Kollegen an im warmen Larnaca, wo sich die Mannschaft zehn Tage vorbereitet.

Nur einmal war Alemannia seit der Wiederaufnahme der Arbeit letzten Samstag am Ball, die ersten Eindrücke reichten jedenfalls aus, um den beiden Gastspielern die Flugtickets in die Hand zu drücken. Einreise- und Spielgenehmigungen liegen vor, und so dürfen Hervé Oussalé und Soumaila Tassembedo aus Burkina Faso vorspielen.

„Wir müssen auch einmal andere Wege gehen und sollten offen für ausländische Spieler sein”, sagt Seeberger. Das Credo, ausschließlich deutschsprachige Profis anzuheuern, gilt nicht. Vermutlich auch, weil der neue Sportdirektor Andreas Bornemann gut auf dem afrikanischen Kontinent vernetzt ist.

Thomas Stehle lernt Zypern nicht kennen, er bleibt mit seiner Knieverletzung zurück. Kapitän Reiner Plaßhenrich ist zwar gestern ans Mittelmeer geflogen. Er wird für ein paar Tage bei der Mannschaft sein, aber nicht trainieren können.

Der Antreiber muss sich erneut am linken Knie operieren lassen. Der 32-Jährige, der seit Jahren mit großem Ehrgeiz gegen die Sportinvalidität ankämpft, droht nun erneut über einen längeren Zeitraum in der Rückrunde auszufallen. Mindestens.

Alemannias Profimannschaft wird ergänzt mit den drei Amateurspielern Manuel Junglas, Abdul Özgen und Felix Haas. „Es geht um die Frage, wer sich wie schnell den ungewohnten hohen Belastungen anpasst”, gibt Seeberger vor. „Vielleicht kann ja der eine oder andere den Anschluss finden.”

Für alle Beteiligten gelten die Kennzahlen: 7.30, 10, 15 und vermutlich auch 23 Uhr. Noch vor dem Frühstück wird das Meer bei einem Strandlauf begrüßt. Es folgen zwei intensive Trainingseinheiten, ehe sich die Spieler dann abends auf den Doppelzimmern einfinden sollen.

Am Samstag und Montag sind im Rahmen eines Turniers Spiele gegen die Erstligisten Energie Cottbus und Olympia Nikosia geplant. Setzt sich Alemannia durch, folgt ein weiteres Spiel nächsten Samstag, ansonsten wird kurzfristig ein weiterer Gegner auf der Sonneninsel gesucht. In der Kunst des Improvisierens ist der Klub ja geübt.
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