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Besseres konnte nicht passieren

Von: Klaus Schmidt
Letzte Aktualisierung:
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„Im Zentrum wirst du natürlich in mehr Zweikämpfe verwickelt als auf der Außenbahn”: Auch der schnelle Kevin Kratz kann nicht jedem Duell aus dem Weg gehen. Foto: Wolfgang Birkenstock

Aachen. Über Nacht musste die Passagierliste aktualisiert werden. Der Magen-Darm-Virus hatte sich bei Daniel Adlung zurückgemeldet, die Leihgabe des VfL Wolfsburg musste dann doch passen. In den Flieger nach München, wo Alemannia Aachen am Samstagmittag (13 Uhr) beim TSV 1860 antritt, stieg stattdessen Waldemar Schattner aus der U23.

Viele Alternativen auf dem rechten Flügel hat Trainer Michael Krüger nicht; vielleicht schlägt in der Allianz Arena die Stunde von Abdul Özgen, der nach seiner Einwechslung beim 2:1 gegen Rot-Weiß Oberhausen durchaus eine Empfehlung abgegeben hatte.

Keine Diskussionen gibt es um den Kollegen Kevin Kratz, und das ist eine Überraschung in dieser an positiven Nachrichten so überschaubaren Saison. Eine Überraschung auch für den 23-Jährigen selbst, der beim 2:0 gegen die „Löwen” in der Hinrunde zum ersten Mal in der Startelf gestanden hatte. „Ich bin nicht unzufrieden mit meiner Bilanz”, Kratz untertreibt ein wenig. In seinem ersten Halbjahr als Profi wollte der ehemalige Kapitän von Bayer Leverkusens „Zweiter” in den Kader rutschen, in der Rückserie dann regelmäßig zu Einsatzzeiten kommen.

Nun schaut er auf 16 Zweitliga-Partien und freut sich, wenn es heißt: „Du fehlst uns”, wie am vergangenen Samstag, als er eine Gelbsperre aussitzen musste.

Kratz wurde in atemberaubenden Tempo und in doppelter Hinsicht zu einer zentralen Figur in Alemannias Mittelfeld. Beidfüßig, wieselflink, technisch beschlagen, gefragt bei Freistößen und Ecken - der Junge macht Spaß. „Am Anfang hatte ich Probleme, nach 60, 65 Minuten ging mir die Puste aus. Aber mittlerweile komme ich gut zurecht - weil ich mir im Wettkampf die nötige Luft geholt habe.” Selbst in Spielen, die Kevin Kratz selbstkritisch abgelegt hat ins Fach „Heute war nicht Dein bester Tag”, habe er „mithalten können” - ein Zeichen, dass noch Luft nach oben sei.

Mit seinem mittelfristigen Ziel hält der Eschweiler denn auch nicht hinter dem Berg: „Die Bundesliga - am liebsten mit Alemannia.” Der Name des kleinen Flitzers steht bereits in einigen Notizbüchern von Erstligisten, aktuell ist das Thema allerdings nicht: „Ich habe noch Vertrag bis 2011 und habe vor, den zu erfüllen.”

Die Rückkehr in die Heimat, „mir konnte nichts Besseres passieren als Alemannia”, sagt Kratz. Er weiß um seine Defizite („Ich muss noch mehr Gefahr nach vorne entwickeln”), er lernt schnell. „Im Zentrum wirst du natürlich in mehr Zweikämpfe verwickelt als auf der Außenbahn. In den ersten Spielen, als ich noch Probleme mit der Fitness hatte, habe ich zwei, drei Gelbe Karten bekommen, weil ich einen Schritt zu spät war. Aber das habe ich jetzt gut im Griff, diese Karten würde ich heute nicht mehr sehen.”

Kevin Kratz ist ein Gewinner in dieser Saison, die zwischen Baum und Borke ins letzte Drittel geht. „Wir haben nicht so viele Charaktere in der Mannschaft, die sagen, ich nehme mich jetzt ein bisschen zurück. Sich ein halbes Jahr auszuruhen, wäre verschenkte Zeit. Und viele spielen ja auch noch um einen neuen Vertrag.” Die Spannung hochzuhalten, „damit gibt es kein Problem”. Prognose für Samstagmittag: „Zwei Mannschaften, die ganz gut kicken können. Und wo Glück und Tagesform entscheiden.”
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