Aachen - Benny Auer: „Es kommt nicht nur auf den Sturmpartner an”

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Benny Auer: „Es kommt nicht nur auf den Sturmpartner an”

Von: Klaus Schmidt
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So soll es sein, so soll es bl
So soll es sein, so soll es bleiben: ein jubelnder Alemannia-Kapitän und -Torjäger Benny Auer. Foto: imago/Revierfoto

Aachen. Es wurde „rumgeschraubt” in den Trainingseinheiten und Testspielen „und auch an den Charakteren”, sagt Alemannia Aachens Trainer Peter Hyballa. Am Samstag (ab 13 Uhr) wird sich bei Erzgebirge Aue zeigen, ob die Muttern festsitzen. Kapitän Benny Auer spricht im Interview von einem „spannenden Beginn”.

Haben Sie sich seit Mai auf Ihren 20 Saisontoren, der besten Bilanz Ihrer Profikarriere, ausgeruht?

Auer: Ich habe mich drei Wochen ausgeruht - im Urlaub. Diesmal bin ich gut durch die Vorbereitung gekommen, habe mir keine Verletzung geholt wie im letzten Jahr und alle Trainingseinheiten mitgemacht. Und jetzt freue ich mich auf das erste Spiel in Aue.

Wie war dann die Aufforderung von Trainer Peter Hyballa zu verstehen, dass da „mehr kommen muss”?

Auer: Das Schöne ist ja: Ich lese selten Zeitung (schmunzelt). Natürlich habe ich mit dem Trainer gesprochen. Ich bin der Kapitän, Peter Hyballa erwartet viel von mir. Das weiß ich, das war letzte Saison auch so. Er versucht aber aus jedem alles rauszuholen, herauszukitzeln. Und das will er in jeder Trainingseinheit sehen.

Haben Sie im Lauf der Saisonvorbereitung manchmal daran gedacht, eine Vermisstensuche nach Zoltan Stieber zu starten, Ihren kongenialen Sturmpartner des vergangenen Jahres?

Auer: Lasst uns erst mal die ersten Spiele abwarten. Ich tue mich schwer damit, einzelne Partien der Vorbereitung zu beurteilen und zu bewerten. Am Samstag zählts. Wir haben fast alle an Bord, sind fit. Am Samstag müssen wir uns in einem Spiel auf Augenhöhe beweisen. Danach kann man sagen, ob die Qualität einzelner Spieler - Zoltan Stieber, Marco Höger, Tolgay Arslan - ersetzt worden ist.

Nach „Stiebi” nun „Stiepi” - wird das ein ähnlich erfolgreiches Paar Auer/Marco Stiepermann?

Auer: Es kommt ja nicht nur auf den Sturmpartner an. Wir haben auch im Mittelfeld viel Qualität - Kratz, Yabo, Uludag, Junglas. Habe ich jetzt jemanden vergessen? (schmunzelt). Da ist Potenzial, um Akzente nach vorne zu setzen. Stieber war für mich auch eher ein offensiver Mittelfeldspieler, Stiepermann ist Stürmer. Für den Gegner kann das zum Problem werden, wenn er sich mit zwei Mittelstürmern zu befassen hat. Das kann für uns zum Vorteil werden.

Eine Selbsterkenntnis aus der vergangenen Saison war, dass der Mannschaft in kritischen Situationen oft die sogenannten „Drecksäcke” gefehlt hätten, mehr Profis mit langjähriger Erfahrung. Stattdessen wurde der Altersschnitt noch mal auf jetzt unter 24 gesenkt.

Auer: Das ist auch so ein leidiges Thema, die Forderung nach den „Typen”. Schauen wir uns doch Borussia Dortmund an: Was für „Drecksäcke” hatten die denn in der Mannschaft? Was Aggressivität betrifft, Zweikampfverhalten, da können alle zulegen. Wir müssen ekliger sein, gerade in Aue. Bas Sibum wird uns da sicher weiterhelfen. Grundsätzlich ist aber die Philosophie des Vereins, auf junge Spieler zu bauen. Und auch ein junger Profi kann Verantwortung übernehmen und laut sein. Dennoch wäre es schön, wenn der eine oder andere qualitativ gute Spieler mehr hier wäre. Aber das möchte man eigentlich immer. Interessant wird es sein zu sehen: Wie haben die Jungs ihre erste Saison verkraftet, setzen sie sich jetzt endgültig durch?

Was ist in und mit dem neuen Kader anders als bei seinem Vorgänger?

Auer: Es sind viele gegangen, die älter waren; die Themen in der Kabine sind noch jugendlicher, ob Playstation, was weiß ich. Das ist schon auffällig. Wir haben viele talentierte Spieler mit Potenzial dazubekommen. Aber dir nutzt die beste Vorbereitung nichts, wenn du nicht in der Saison Leistung bringst.

Würden Sie von einer guten Vorbereitung sprechen?

Auer: Die Verletzungen von Kim Falkenberg und Kevin Maek müssen wir ausklammern. Das Trainingslager war, wie in jedem Jahr, überragend, die Bedingungen waren sensationell. Die Mannschaft hat sich da gefunden, und deshalb wird auch am Samstag eine Mannschaft auf dem Platz stehen. Das ist immer das Ziel einer Vorbereitung, deshalb war sie auch gelungen.

Der Trainer hat auffallend oft die vermeintlichen „Leithammel” - Thomas Stehle, Timo Achenbach und Sie - in den Senkel gestellt.

Auer: Es gibt ja zwei Möglichkeiten, damit umzugehen: Entweder gebe ich noch mehr Gas, oder ich lasse den Kopf hängen. Die zweite Möglichkeit ist die schlechtere Variante. Nehmen wir doch Thomas Stehle als Beispiel: Der hat vor einem Jahr zunächst kaum eine Rolle gespielt, doch als seine Chance kam, hat er sie genutzt. Und so wird es auch in dieser Saison sein, man geht nicht mit 13 Spielern durch die Runde.

Aue ist nicht gerade ein Schonprogramm zum Saisonstart.

Auer: Das ist der optimale Anfang für eine Saison! Aue hat in der vergangenen Saison mit einer einfachen Spielweise den fünften Platz erreicht. Wir wissen, was uns erwartet, 16 000 Zuschauer werden uns gnadenlos auspfeifen. Das ist ein spannender Beginn. Außerdem haben wir etwas gutzumachen. Im letzten Jahr haben wir gegen Aue zwei Mal schlecht ausgesehen.

Und wo landet Alemannia am Saisonende?

Auer: Wenn man sieht, wie viele Vereine aufsteigen möchten - es wäre bescheuert, da mit einzustimmen. Wir tun gut daran, wenn wir versuchen, uns gegenüber der letzten Saison zu verbessern. Oben anzugreifen, ist ein Ziel für übernächstes Jahr.
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