Aachen - Aufarbeitung mit den Fans im VIP-Zelt

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Aufarbeitung mit den Fans im VIP-Zelt

Von: Klaus Schmidt
Letzte Aktualisierung:
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Ein Lichtblick und ein Glanzpunkt: Alemannias Florian Müller (links) und St. Paulis David Hoilett. Foto: Martin Ratajczak

Aachen. Rund 200 Kunden hatten sich auch eine Stunde nach dem Schlusspfiff nicht in den Sattel zurückfallen lassen. Die Polizei marschierte auf, Frithjof Kraemer, Geschäftsführer der Alemannia Aachen GmbH, Andreas Bornemann, Sportdirektor, Horst Heinrichs, Präsident, und Robert Jacobs, Fan-Beauftragter, zogen zwecks Deeskalation vor das Tor. Dem Wunsch „Wir woll´n die Mannschaft seh´n” kamen die Spieler nicht nach.

Und eigentlich wünschte die aufgebrachte Menge den Kader ja auch dort hin, wo der Pfeffer wächst: „Außer Heinrichs könnt ihr alle geh´n.”

Die dezidierte Aufarbeitung des 1:3 gegen den FC St. Pauli soll nun am Montag ab 19 Uhr im VIP-Zelt folgen - Bornemann löste den Knoten am Sonntagnachmittag mit dem Hinweis, dass der Gäste-Bus doch nun langsam vom Gelände rollen möchte.

Vor zwei Wochen noch lag Alemannia auf Platz fünf und damit über den Möglichkeiten, die die Etat-Tabelle aufzeigt. Nun verschwindet der Zweitligist selbst aus diesem vom Manager aufgemachten Fenster, ist nur noch Neunter und gerät immer tiefer in den Treibsand des Tabellen-Mittelfelds.

Die Gefahr dieser Dynamik nach der dritten Niederlage in Folge veranlasst Timo Achenbach zu einer Warnung: „33 Punkte reichen nicht. Wir müssen den Blick nach hinten richten.”

Weniger die Pleite als solche brachte das Publikum auf die Palme - obwohl St. Pauli mit dem letzten Aufgebot und der Empfehlung eines einzigen Auswärtssieges ins ausverkaufte Haus gekommen war -, sondern die Art und Weise.

Jürgen Seeberger hatte sogar noch ein Exempel statuiert und Matthias Lehmann aus dem Kader geworfen, weil dem Trainer die Einstellung des Kapitäns nach dessen Einwechslung in Freiburg „nicht gefallen” habe. Nun musste Seeberger den Kreis schon größer ziehen: „Es begleitet uns durch die Saison, dass wir Rückschläge nicht wegstecken und manche dann ihr eigenes Spiel erfinden.”

Genau das ist die Frage, auf die man schwieriger denn je eine Antwort findet: Für welchen Fußball steht Alemannia eigentlich? Ralph Gunesch, Ex-Aachener, wunderte sich: „Das war früher anders hier. Klar, wir haben es nicht zugelassen, dass der Funke auf die Zuschauer überspringt. Aber ich hatte doch ein hitzigeres, aggressiveres Spiel von Alemannia erwartet.”

Mit dem frühen Rückstand durch Hoilett (17., Achenbach fälschte ab) kippte Aachen aus den Latschen und kreierte nicht mal nach Ecken oder Freistößen - bis dato einer ausgewiesenen Spezialität - den Hauch von Torgefahr. „Am Strafraum war Ende”, Florian Müller („Ein Lichtblick”; der Trainer) konnte den wachsenden Unmut auf den Rängen „nachvollziehen”.

Als Hoilett durch die Abwehr tänzelte und auf 2:0 erhöhte (49., ebenfalls abgefälscht), folgten wie auf Knopfdruck „Seeberger-raus”-Rufe, nach Paulis Konter mit dem 3:0 durch Ludwig (56.) hatte die Sonntags-Gesellschaft in Teilen „die Schnauze voll”.

Holger Stanislawski wusste um die mögliche Gefahr nach Müllers Tor (68.), der Hamburger Trainer atmete auf, als Auer nur den Pfosten getroffen hatte. „Sonst ist hier in den letzten fünf Minuten noch mal richtig Alarm.”

Doch es hätte wahrscheinlich wieder nur Augenwischerei am Tivoli gegeben wie bereits nach dem glücklichen, spielerisch lösungsarmen 3:3 gegen Rostock. Timo Achenbach gehen so langsam die Erklärungen aus: „Wir müssen uns das genau anschauen und die Fehler analysieren.”

Jürgen Seeberger, der mit seinen Ideen und Einwechslungen (der als Wirbelwind verpflichtete Oussalé machte erneut nur beim Warmlaufen Meter) manches Rätsel auf der Tribüne hinterlässt, spricht von einer „schwierigen Situation. Wir müssen den Fans was anbieten.” Schon Montag Abend: die Gelegenheit zum Austausch mit der Sportlichen Leitung.
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