Aachen - Auf Anhieb die Konstante in Alemannias Offensive

Auf Anhieb die Konstante in Alemannias Offensive

Von: Klaus Schmidt
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Darf er am Dienstag jubeln? Fabian Graudenz, dem gegen Uerdingen zu Unrecht ein Tor aberkannt wurde. Foto: Wolfgang Birkenstock

Aachen. Es würde jetzt nicht überraschen, wenn das Wort „Kulturschock“ fiele. Da zieht einer – zum ersten Mal in seinem Leben – hinaus aus der Stadt, deren Hafen sich als „das Tor zur Welt“ rühmt, und schlägt seine Zelte im äußersten Westen der Republik auf, dort, wo man schon ein paar Kilometer fahren muss, um einen Fluss zu finden.

22 Jahre seines Lebens hat Fabian Graudenz an der „Waterkant“ verbracht, und er kommt zu einem erstaunlichen Urteil: „Aachen ist besser als Hamburg.“ Klein, kompakt, „man ist schneller in der Stadt“. Und ans Wasser habe es ihn ohnehin nie so richtig gezogen.

Graudenz hat in der Heimat noch sein Abitur gemacht, seitdem setzt er voll auf die Karte Fußball – und hofft, mit der Entscheidung für Alemannia Aachen einen Trumpf gezogen zu haben. „Als ich das erste Mal hier war, war ich schon beeindruckt. Dieses Riesen-Stadion...“ Er hat sich gut eingelebt und schnell Anschluss gefunden.

Die meisten Einsatzminuten

Fabian Graudenz ist auf Anhieb die Konstante in der Offensive des Regionalligisten, auch für Dienstag (FuPa-Liveticker ab 19.30 Uhr) gegen den VfL Bochum II. Er kommt auf die meisten Einsatzminuten und hätte mehr als die zwei Tore vom 3:0 gegen Düsseldorf II auf dem Konto, wenn der Schiedsrichter seinen überzeugten Jubel am vergangenen Samstag beim 2:1 gegen den KFC Uerdingen nicht mit einem arg verzögerten und unangebrachten Abseitspfiff abgebrochen hätte. Auch ein Scorerpunkt wurde aberkannt, „es hätte Elfmeter geben können, ja müssen“, sagt Graudenz, denn: „Ich kann keine Schwalben. Das liegt mir nicht und sieht bei mir auch blöd aus.“

Peter Schubert und Reiner Plaßhenrich hatten den Angreifer schon länger auf dem Zettel, bevor es zur Einigung kam. „Wir waren beharrlich. Er ist ein Spieler, der uns einige Optionen bietet. Seine Vielseitigkeit ist sicher seine große Stärke“, sagt Chefcoach Schubert. Fabian Graudenz sei „kein Lautsprecher“, was er in Training und Spiel bislang gezeigt habe, entlockt der Sportlichen Leitung das Zwischenurteil: „Wir sind sehr zufrieden mit Fabian.“ Beim USC Paloma Hamburg, bundesweit bekannt geworden durch den Einzug in den DFB-Pokal, und bei Blau-Weiß Schenefeld verbrachte Graudenz seine ersten fußballerischen Jahre.

Mit 14 wechselte er zum großen HSV. Der jetzige Leverkusener Heung-Min Son und der Überraschungs-WM-Teilnehmer Shkodran Mustafi (FC Valencia) sollten Mannschaftskollegen werden und der Ex-Aachener Markus von Ahlen und Rodolfo Esteban Cardoso seine Trainer. Die Pforte zu den Profis öffnete sich aber nur zu „zwei, drei Trainingseinheiten und ein paar Einsätzen in Länderspielpausen“, an Thorsten Fink kann Graudenz sich erinnern.

Zwei Jahre spielte er für die HSV-Zweite, dort hätte er auch bleiben können. „Aber es gab keine Perspektive, das hätte keinen Sinn ergeben.“ Graudenz wechselte zur Reserve des FC St. Pauli, er trug mit acht Toren entscheidend zum Klassenerhalt unter dem heutigen Proficoach Thomas Meggle bei – und sucht seine Chance jetzt in der Regionalliga West.

„Spiele mit solcher Stimmung und Intensität gab es in der Nord-Gruppe nicht.“ Die zwischenzeitliche Schwächephase mit der ersten Niederlage in Wiedenbrück sei „vielleicht ganz gut gewesen“, einen „Selbstläufer“ erwartet Graudenz auch gegen Bochum II (fünf Niederlagen in Folge) nicht. Was er von sich noch erwartet? „Da gibt es keine Grenzen nach oben. Ich traue mir alles zu.“ Jenseits der Heimat, zum ersten Mal.

Mögliche Aufstellung: Löhe - Ernst, Hackenberg, Hoffmann, Lejan - Lünenbach, Jerat, Müller (Demai) - Behrens, Garcia, Graudenz

Schiedsrichter: Fabian Maibaum (Hagen)

Bilanz gegen Bochum II: 2 Spiele/1 Sieg, 1 Niederlage

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