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Arbeit in der Kabine statt vor der Kamera

Von: Roman Sobierajski
Letzte Aktualisierung:
Alemannia Aachen / Nico Herzig / Benjamin Auer
In Oberhausen wieder Grund zum Jubeln? Nico Herzig und Benjamin Auer (rechts).

Aachen. Fußballinteressierte Fernsehzuschauer werden am Sonntag vergeblich die Vorberichte zur Zweiten Liga nach Aussagen von Alemannias Interimstrainer Willi Kronhardt durchforsten.

„Ich werde nicht wichtig vor der Kamera stehen, sondern in der Kabine sein und die Jungs aufwärmen, damit sie gut ins Spiel kommen. Ich bin kein Zampano, der jubelt, dass er für eine Woche das Sagen hat.”

Bleiben die rein technischen und fachlichen Fragen, die sich stellen, wenn man sich allein auf den kommenden Gegner Rot-Weiß Oberhausen konzentriert.

„Ich möchte dem gegnerischen Trainer Jürgen Luginger die Arbeit nicht zu leicht machen, er soll selbst nachdenken”, gibt Kronhardt kaum Einblicke in seinen „Geheimplan Oberhausen”, dekliniert dann aber doch alle Mannschaftsteile durch.

Stammtorwart Thorsten Stuckmann brennt nach seiner Genesung zwar auf einen Einsatz, „er hat aber vom Arzt die Anweisung, sich zu schonen und bleibt zu Hause”, erklärt Kronhardt. Ob Thomas Unger oder David Hohs an seine Stelle rücken, wird den beiden erst heute mitgeteilt werden.

„Die Viererkette steht gut”, schätzt der 40-Jährige ein, „es gibt aber ein großes Fragezeichen im Mittelfeld”. Gegen Testspielgegner Cercle Brügge wurde eine Halbzeit lang ein neues System mit nur einem „Sechser” ausprobiert, welches im Ernstfall zum Tragen kommt - Willi Kronhardt schweigt sich aus. „Zum Glück können wir hier beim Training auch mal die Türen schließen.”

Im Sturm ist Benny Auer („Er hat sich selbst aufgestellt”) gesetzt, daneben dürfte Szilard Nemeth zum Einsatz kommen, um die Vorgaben von Kronhardt umzusetzen, der auch in der Trainingsarbeit ständig sein kleines schwarzes Büchlein zu Rate zieht und einzeln mit den Spielern spricht: „Ich notiere mir Ausrichtungen und Auffälligkeiten, Dinge, die man verbessern kann.”

Dazu gehört auch das gemeinschaftliche intensive Pressing, das hohe Anlaufen des Gegners, das Verschieben im Raum - Trainingsinhalte, die in dieser Woche im Mittelpunkt standen. Eigentlich das übliche Geschäft, das jedoch nun unter einem anderen Vorzeichen steht für Kronhardt: „Die tägliche Arbeit unterscheidet sich, sobald Druck dazu kommt.”

Bereits vor zwei Jahren rückte der „Co” bei Eintracht Braunschweig für ein Spiel in die erste Reihe, gewann 2:0 gegen 1860 München - und musste drei Wochen später seine Koffer packen, als der neue Cheftrainer verpflichtet wurde.

Direkte Gespräche mit möglichen Nachfolgern habe es bislang immer noch nicht gegeben, sagt Sportdirektor Andreas Bornemann, würden aber zügig beginnen, sobald die Liste mit 30, 40 Namen (!!!) weiter eingedampft sei. „Die Gespräche führe in erster Linie ich, wenn es passt, wird auch Herr Kraemer hinzugezogen.”

Willi Kronhardt wird selbst bei erfolgreicher Bewährung nicht in die engere Wahl kommen - da haben wir eine andere Idee”, meint Bornemann.

Andere Vorstellungen als weiter mit Trainer Seeberger zu arbeiten, hatte auch die Mannschaft, wie Konhardt bestätigte: „Die Mannschaft hat den Wechsel vorangetrieben, jetzt steht sie in der Pflicht, etwas zu zeigen.”
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