Alemannias Problem: Wenn Auer nicht trifft...

Von: Klaus Schmidt
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Alemannia
Cottbus erzielt den Ausgleich auf dem Tivoli.

Aachen. Auch zwei Tage später war der Kapitän noch „so sauer wie lange nicht mehr”. Cristian Fiel mochte die Hymnen auf Alemannia Aachens vorzügliche Leistung gegen Energie Cottbus nicht hören.

„Für das Wie können wir uns nichts kaufen. Für ein überragendes Spiel ist ein Punkt einfach zu wenig.” Michael Krüger hatte nach dem 1:1 überlegt: „Tust du dir das noch mal an, die Zusammenfassung zu sehen, oder nicht?” Der Trainer machte es dann doch, „und es fing wieder an zu brodeln. Da tat es ein zweites Mal weh.” Vor allem beim Blick auf die Tabelle. „Da ist alles so eng - zwei Punkte mehr, das hätte schon optisch angenehmer ausgesehen. Das ist es, was mich zusätzlich ärgert.”

Sagenhafte 51 Flanken, 22 Torschüsse - aber nur ein Treffer: Alemannia hat ein Problem im Abschluss. Nur acht Tore in acht Spielen, davon alleine fünf auf dem Konto von Benny Auer bei einem Eigentor und je einem Erfolg von Babacar Gueye und Manuel Junglas: „Wir können uns nicht darauf verlassen, dass Benny allein die Buden macht”, sagt Michael Krüger. „Andere müssen mehr Torgefahr entwickeln und auch mal einen versenken.” Beispiel Gueye: „Wenn er die erste Chance reinmacht, dann kriegt er ´ne breite Brust und spielt Cottbus womöglich alleine schwindlig.”

Das hat dann auch weniger mit der Frage 4-4-2 oder 4-2-3-1 zu tun. „Mit der Griffigkeit und dem Biss von Freitag”, beteuert Cristian Fiel, „können wir in jedem System der Welt spielen. Das System ist da sch...egal.” Leidenschaft, Kampf, eine erdrückende spielerische Überlegenheit - auch für den Trainer keine Frage der Ausrichtung. „Ich habe gesehen, dass die Mannschaft beide Systeme spielen kann. Was noch zu beweisen wäre: dass sie auch ein 4-4-2 zuhause so offensiv spielen kann.” Die am Freitagabend aufgekommenen Pfiffe, für die er kurz nach Spielschluss noch wenig Verständnis hatte, sah Michael Krüger mit etwas Distanz „aus einer Enttäuschung auch der Zuschauer heraus. Da sollte man nicht so sensibel sein.”

Zwei freie Tage gab es für die Mannschaft, „so ein Spiel kostet auch Kraft. Und wenn alle wieder runter gekommen sind, dann setzt man sich hin und spricht die Fakten nüchtern an.” Michael Krüger wird die Liga-Pause bis zum nächsten Spiel bei Arminia Bielefeld nicht für ein Trainingslager nutzen, „das wäre Geldverschwendung. Wir haben hier optimale Trainingsbedingungen.” Ein internes Testspiel wird angesetzt gegen eine Kombination aus U23 und U19. „Um das eine oder andere Talent zu sehen oder vielleicht zu entdecken, wer weiß, und um lange verletzt gewesenen Profis wie Jerome Polenz und Markus Daun Spielpraxis zu geben.” Cristian Fiel: „Ich bin froh, dass wir jetzt zwei Wochen Pause bis zum nächsten Spiel haben. Ich bin davon überzeugt, dass uns das richtig voranbringt.”

Der Trainer will seiner Mannschaft noch vermitteln, in Spielen wie gegen Cottbus - wenn der zweite Treffer nicht fällt - „auch mal abzuwarten und bei einem Konter zuzuschlagen”. Das würde vielleicht dem Publikum „nicht so gefallen. Aber wir müssen auch mal einen Dreier holen. Sonst treten wir auf der Stelle.”
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