Aachen - Alemannias Partie gegen Essen wird zum Risikospiel

Alemannias Partie gegen Essen wird zum Risikospiel

Von: Holger Richter
Letzte Aktualisierung:
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Die Alemannia hatte das Hinspiel bei Rot-Weiß Essen mit 0:2 verloren. Foto: Steindl

Aachen. Von der Bundesliga können die Alemannen derzeit zwar nur träumen. Aber am Samstag hätten sie sicher gerne auf diesen Status verzichtet. Für die Aachener Polizei ist das Regionalligaspiel gegen Rot-Weiß Essen auf dem Tivoli nämlich „ein Bundesligaspiel“, wie Paul Kemen von der Polizeipressestelle am Donnerstag auf Anfrage der „Nachrichten“ bestätigt.

„Wir sind uns der Bedeutung des Spiel bewusst und stufen es als Risikospiel ein“, sagt Kemen weiter. Außerdem stehe das Spiel unter besonderer Beobachtung des Fußballverbandes – „angesichts der Vorgeschichte“, begründet der Polizeisprecher.

Diese „Vorgeschichte“ bezieht sich vor allem auf ein Spiel vor knapp dreieinhalb Jahren. Damals musste der tief gestürzte Deutsche Meister von 1955 aus dem Ruhrgebiet noch gegen Alemannias Zweitvertretung in der NRW-Liga antreten. Und nach dem Spiel, das wegen der bekannten Streitigkeiten zwischen beiden Fangruppen auf dem neuen Tivoli stattgefunden hat, kam es dann in Höhe der Kirche St. Andreas zu Übergriffen von Alemannia-Fans auf die abfahrenden Essener Fanbusse. Anwohner hatten damals von regelrechten Jagdszenen gesprochen, von denen auch sie sich bedroht fühlten.

Inzwischen ist bekanntlich auch Alemannias erste Mannschaft tief gesunken, so dass es nun in der Regionalliga zum erneuten Aufeinandertreffen der beiden Klubs kommt – allerdings vor wesentlich mehr Zuschauern als seinerzeit in der NRW-Liga. So rechnet die Alemannia selbst mit 9000 bis 10.000 Fans, die zum Anpfiff um 14 Uhr ins Stadion pilgern werden. Rund 1500 davon werden aus Essen anreisen. Die Polizei bestätigt diese Zahlen.

„Wir sind mit einem verstärkten Aufgebot vor Ort“, kündigt Paul Kemen an. Damit sich Szenen wie im November 2010 nicht wiederholen, werden die Essener Fans, die mit dem Zug am Aachener Westbahnhof ankommen von dort zum Tivoli begleitet, was natürlich auch für den Rückweg gilt.

„Wir werden das komplette Programm durchziehen“, so Kemen, „dass heißt, wenn es irgendwo zu Rangeleien kommt oder jemand zu stark alkoholisiert ist, werden wir rigoros Platzverweise aussprechen.“ Und das gelte sowohl für Aachener als auch für Essener Anhänger.

Auch die Alemannia ist auf die besondere Brisanz des Spiels vorbereitet. „Wir haben unser Ordnungspersonal aufgestockt“, berichtet Alemannia-Sprecher Lars Kröger. Für die Gästefans werden die Blöcke N1 und N2 geöffnet, die Blöcke daneben bleiben frei. „Der Stadionumlauf wird gesichert und es gibt eine strenge Sektorentrennung“, kündigt Kröger an.

Von diesen besonderen Umständen einmal abgesehen, freuen sich die Alemannen natürlich darauf, mal wieder so viele Fans im Stadion zu haben. „Also ich freue mich drauf“, sagt Trainer Peter Schubert, und obwohl seine Spieler zuletzt auswärts bessere Ergebnisse erzielt haben als daheim, „sollten das auch alle anderen“, so Schubert.

Wegen des zu erwartenden Andrangs empfiehlt die Alemannia, den Vorverkauf zu nutzen oder am Spieltag früh anzureisen. Die Stadionkassen öffnen um 12.30 Uhr, Anpfiff ist um 14 Uhr.

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