Alemannias Lejan hat noch keine Sekunde verpasst

Von: Christoph Pauli
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Verlässlicher Verteidiger: Michael Lejan. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Im Auktionshaus Ebay wird gerade ein Autogramm von Michael Lejan angeboten. 1,69 Euro ist das Startgebot (plus Versandgebühr 1,50 Euro). Die Karte aus Osnabrücker Zeiten „wurde bereits benutzt“, teilt der Verkäufer mit. Das Original dagegen hat eher wenige Gebrauchsspuren.

Der 31-Jährige hat alle 1530 Minuten der Hinrunde von Alemannia mitgewirkt – sieht man von einer zweiminütigen Behandlungspause gegen Rödinghausen großzügig ab. Der Belgier verteidigt nicht nur pausenlos auf der linken Seite, zudem ist er zuweilen ein präziser Vorbereiter bei ruhenden Bällen. Die Serie soll am Samstag gegen Wattenscheid weitergehen, die Verhärtung am Oberschenkel ist abgeklungen.

Der Kader bietet zudem wenig Alternativen auf seiner Position. Tobias Mohr und Bastian Müller könnten dort mal aushelfen, „für ein Spiel ist das kein Problem“, sagt der Trainer Peter Schubert. Aber richtig ausgebildet für die Aufgabe sind beide nicht. Und so gibt es Überlegungen, auch kurzfristig einen Ersatz für den unermüdlichen Lejan zu holen, nachdem Yannik Stevens vor Monaten strafversetzt und fortan nicht mehr gesichtet wurde.

Am Ende des Fußballjahres ist der erfahrene Verteidiger dann selbst ein bisschen überrascht vom eigenen Team. „Das wir jetzt punktgleich am Ende der Hinrunde mit RW Essen stehen, ist auch für uns überraschend.“ Die komfortable Situation ist kein Anlass für kesse Töne, sagt der Routinier: „Ich halte nichts davon, in Zeiten der Euphorie die Ziele zu korrigieren.“ Die Ausgangslage für Alemannia ist durchaus spannend. Daran hat auch Lejan einen soliden Anteil, auch wenn seine Mannschaft eher einen kleinen „Rechtsdrall“ besitzt und häufiger über den offensivstarken Dominik Ernst angreift.

Im letzten Jahr war Lejan im Mittelfeld häufig etwas einsam mit seiner Aggressivität. Die Zeiten haben sich geändert, mehr erfahrene Spieler sind rekrutiert, die Verantwortung wird besser verteilt. Die Mannschaft steht stabiler, taktische Fouls sind nicht mehr so häufig nötig. „Wir können die Zweikämpfe sauber führen.“ Drei Gelbe Karten sind entsprechend wenig für den robusten Zweikämpfer.

Das beste Jahr seiner Karriere . . .

Für Lejan geht da gerade ein gutes, wohl das beste Jahr seines Lebens zu Ende. Vor der Saison wurde die Tochter Mila Charlotte geboren. Die junge Lady hat dem Profi anfangs so manche Nacht den Schlaf geraubt. Inzwischen verschließt er nachts die Ohren, der stolze Vater ist eher einer für die „Tagschicht“.

Lejans Vertrag läuft aus, aus seiner Sicht, gibt es wenig Gründe, ihn nicht zu verlängern. Er hat eine A4-Fahrgemeinschaft mit Tim Jerat, Tim Lünenbach und Kengo Fukudome gebildet, das Quartett pendelt aus Köln in den tiefen Wilden Westen. Auch auf der Stau-Bahn lernt man den Umgang mit stressigen Momenten. Mit Jerat gibt es noch eine andere Gemeinsamkeit: Beide werden im Sommer ihr BWL-Fernstudium beenden. Im besten Fall reisen dann zwei Meister zur Urkundenverleihung.

Mögliche Aufstellung: Löhe - Ernst, Thackray, Hoffmann, Lejan - Demai, Jerat - Graudenz, Dowidat, Mohr - Behrens

Schiedsrichter: Sven Heinrichs (Mönchengladbach)

Bilanz: 45 Spiele/17 Siege/7 Remis, 21 Niederlagen/64:77 Tore

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