Aachen - Alemannias Kevin Behrens: Der neue Sascha Rösler

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Alemannias Kevin Behrens: Der neue Sascha Rösler

Von: Christoph Pauli
Letzte Aktualisierung:
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Wenn er Fußballschuhe trägt, ist Kevin Behrens ein anderer Mensch... Alemannias neuer Stürmer ist schon fester Bestandteil des Teams. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Gegen Hennef gab Kevin Behrens gleich einen schönen Überblick, welche Formen erstklassiger Torchancen man binnen 90 Minuten versieben kann. Immer wieder huschte Alemannia Aachens flinker Stürmer durch die hölzerne Abwehr des Aufsteigers in die Fußball-Regionalliga West.

Indes scheiterte er genauso häufig am grandiosen Gästekeeper. Man könnte ihn damit trösten, dass man sich solche Gelegenheiten erst einmal erarbeiten muss. Aber Behrens sagt nur: „Am Ende des Tages kann man sich auch nichts dafür kaufen. Die Dinger müssen rein.“

Viele Tore im Köcher

Um den jungen Mann muss man sich vermutlich nicht so viele Gedanken machen, er hat noch viele Treffer im Köcher, auch wenn er sich kein konkretes Torziel für diese Spielzeit gesetzt hat. Der 23-Jährige gehörte schon bei seinem Debüt gleich zu den auffälligsten Profis.

Auf den kürzesten Weg machte er sich schnörkellos auf Torsuche. Alemannia hat da einen ziemlich gefährliche Mann verpflichtet, Ressort Torjäger, der nicht lange fackelt, wenn er eine Chance riecht. So einen haben sie in den letzten Jahren ziemlich vermisst beim Regionalligisten.

Keine Spur von Anpassungsproblemen oder von Lampenfieber, obwohl Behrens am Freitag die größte Kulisse seiner Karriere erlebte. Der nächste Rekord steht am Samstag in Essen an. Am ersten Spieltag hat Aachens Angreifer schon einmal an der Hafenstraße vorbeigeschaut. Atmosphäre schnuppern. „Ich denke, dass wir oben mitspielen können“, sagt er vor dem Anpfiff des alten Westschlagers.

Spieler wie Behrens haben Aachens Voraussetzungen erkennbar verbessert. Wochenlang buhlte der Viertligist um den gradlinigen Angreifer, der Hannover 96 II aus Altersgründen verlassen musste. Angebote aus der 3. Liga zerschlugen sich, so dass Behrens für ein Jahr (plus Option) an der Krefelder Straße unterschrieb. Das Schaufenster in Aachen ist immer noch gut ausgeleuchtet, um auf sich aufmerksam zu machen.

„Ich habe noch Potenzial, um mich zu verbessern“, sagt der schnelle Stürmer.“ In den Archiven wird er als treffsicherer Mittelstürmer (66 Spiele/27 Treffer in der Regionalliga Nord) geführt, in Aachen spielt er bislang nicht in vorderster Reihe. „Ich bin offensiv flexibel, möchte aber am Spiel teilnehmen.“ Ausgebildet wurde er im Nachwuchsleistungszentrum von Werder Bremen, ehe er in Wilhelmshaven und Hannover auf Torejagd ging. Bislang kannte der Sunnyboy nur die Regionalliga Nord, „jetzt bin ich in der stärksten Regionalliga gelandet“, ist sein erster Eindruck.

Privat ist er ein ruhiger Vertreter mit unspektakulären Hobbys. Er schaut sich gerne Filme an und meidet die sozialen Medien – was ihn in Alemannias Kabine eher zu einem Exoten macht. „Mit Facebook habe ich nichts am Hut“, ist ein ungewöhnlicher Satz in dieser Generation.

Das Temperament ändert sich erst, wenn er Fußballschuhe trägt. Dann erinnert Behrens an Sascha Rösler, der auch keinem Disput auf dem Spielfeld aus dem Weg ging. Immer mittendrin statt nur dabei, „Schon als Kind war ich ein Heißsporn auf dem Feld, ich brauche das für mein Spiel“, hat er vor ein paar Jahren gesagt. „Auf dem Platz geht es schließlich um meine Leidenschaft.“ Es ist ein schmaler Grad, auf dem er sich bewegt, er weiß das. „Ich hatte schon einen kleinen Ruf weg, daran habe ich gearbeitet.“

Gewisse „Altersmilde“

Sein neuer Trainer hat bereits eine gewisse „Altersmilde“ bei seinem neuen Zögling schon nach wenigen Wochen ausgemacht. „Er ist schon ruhiger geworden, früher war er deutlich ungestümer“, sagt Schubert, der seinen Angreifer schon ein paar Jahre kennt. Ein Problem ist geblieben, und daran will er auch nichts ändern: „Ich hasse es zu verlieren“, sagt Behrens. Die erste Saisonniederlage sollte noch warten.

Mögliche Aufstellung: Löhe – Ernst, Hackenberg, Hoffmann, Lejan – Lünenbach, Demai – Behrens, Garcia, Graudenz – Duspara

Schiedsrichter: Daniel Rott (Dortmund)

Bilanz: 74 Spiele/25 Siege/14 Remis/35 Niederlagen

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