Alemannias Abiturienten vor der Reifeprüfung

Von: Christoph Pauli
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Schule steht für ein paar Tage noch im Vordergrund, dann wartet die Fußballkarriere: Alemannias Abiturienten Armand Drevina (links) und Philipp Simon. Foto: Holger Schupp
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René van Eck hat seine Abwehr vor dem Spiel gegen Darmstadt 98 komplett umgebaut. Foto: imago/osnapix

Aachen. Die Zielgerade ist deutlich zu sehen, in der nächsten Woche biegen Armand Drevina und Philipp Simon nach 13-jähriger glatter Schulkarriere in die Schlusskurve ein: Für die 19-jährigen Spieler von Alemannia Aachen beginnen die Abitur-Klausuren.

Die Abiturienten vom Gymnasium Hückelhoven und der Anne-Frank-Gesamtschule in Düren kapseln sich am Freitag bei der Busfahrt nach Darmstadt mit Ohrstöpseln ab: Sie nutzen jede freie Minute zur Vorbereitung auf die finalen Schulklausuren.

Wie läuft die Vorbereitung für die Reifeprüfung?

Drevina: Das ist schon stressig derzeit. Für die Leistungskurse in Mathe und Sport, Schwerpunkt Volleyball, sowie die Grundkurse Deutsch und Geschichte muss ich schon büffeln.

Simon: Bei mir ist es ähnlich. Die Leistungskurs-Fächer Pädagogik und Mathe und die anderen Prüffächer Deutsch und Biologie sind ziemlich lernintensiv.

 

Nimmt die Schule Rücksicht auf sportliche Belange?

Drevina: Es gibt keine Geschenke, höchstens mal eine Befreiung vom Unterricht für ein Spiel. Am Tag vor dem Spiel gegen Babelsberg habe ich noch einen intensiven Fünf-Kilometer-Lauf für mein Vor-Abi in Sport gemacht.

Simon (grinst): Leider gab es keine Hausaufgabenbefreiung.

 

Unterricht gibt es nicht mehr. Wie sind derzeit die Abläufe im Leben von Leistungssportlern?

Drevina: Ich nehme die Bücher mit zum Training, zwischen zwei Einheiten lerne ich ein bisschen. Abends geht es dann weiter.

Simon: Vor dem Training lerne ich für die Pädagogik-Prüfung, nach dem Training bekomme ich noch Mathe-Nachhilfe. Zuhause hat das Lernen Priorität, am Tivoli freue ich mich, den Kopf auszuschalten.

Drevina: Eine gute Ablenkung.

 

Sie könnten miteinander Mathematik büffeln.

Simon: Wenn wir zusammen wegfahren, liegen wir auf einem Zimmer. Da haben wir uns tatsächlich mit Mathe beschäftigt.

 

Nach Burghausen sind Sie im Pkw des Managers nachgefahren, weil die Zeugnisvergabe vorher noch anstand. Hat sich Uwe Scherr die Zeugnisse zeigen lassen?

Drevina: Er hat sich erkundigt. Früher in der A-Jugend mussten wir alle Zeugnisse vorlegen, und wenn etwas nicht passte, gab es Nachfragen. Als Volljährige sind wir inzwischen schon eigenverantwortlich.

 

Sind Sportler vom Naturell so ehrgeizig, dass sie auch schulische Herausforderungen annehmen?

Drevina: Natürlich muss man sich überwinden. Manchmal würde ich auch gerne einen Mittagsschlaf machen, aber es geht eben nicht.

Simon: Es sind doch nur noch wenige Tage.

 

Welche Abi-Note peilen Sie an?

Drevina: 1,7 oder 1,8.

Simon: Es geht in Richtung 2,5.

 

Wie sieht die berufliche Planung mit dem Abi in der Tasche aus?

Drevina: Ich will Fußballer bleiben, eine Ausbildung kann warten. Vielleicht kommt später ein Fernstudium dazu. Aber erst einmal versuche ich mich in den nächsten Jahren durchzusetzen.

Simon: Fußballer ist das Berufsziel, dennoch habe ich mich an der Sporthochschule in Köln angemeldet, da steht bald ein Eignungstest an.

 

Gab es die Versuchung zugunsten der Profi-Karriere die Schule zu schmeißen?

Drevina: Überhaupt nicht. Nach der Mittleren Reife auf der Realschule war eine Ausbildung ein Thema. Aber das hätte sich mit der fußballerischen Belastung nicht vereinbaren lassen. Deswegen bin ich auf das Gymnasium gewechselt. Nach der Jahrgangsstufe 12 gab es noch einmal die Überlegung aufzuhören. Aber den Gedanken habe ich schnell verworfen. Ich nehme die Doppelbelastung in Kauf, damit mir später mehrere Wege offenstehen.

Simon: Meine Eltern haben extrem darauf geachtet und notfalls die Prioritäten anders geordnet. Wie schnell eine Karriere beendet ist, kann man an Ex-Nationalspieler Sebastian Deisler sehen.

 

Wie lange geben Sie sich Zeit, um Fuß zu fassen?

Drevina: Im Sommer entscheidet sich, wohin die Reise geht. Wenn es ein gutes Projekt ist, dann gebe ich mir schon ein, zwei Jahre. Ansonsten muss man parallel was machen.

 

Steht es fest, dass Ihr Aachen verlassen werdet im Sommer?

Drevina: Nein, es ist alles offen.

Simon: Man muss sehen, wie es hier bei Alemannia weitergeht.

 

Was ist wahrscheinlicher: ein sehr gutes Abitur oder der Klassenerhalt mit Alemannia?

Drevina: Beides kann man schaffen, wenn man dafür arbeitet.

 

Mögliche Aufstellung: Flekken – Brauer, Schaffrath, Erb, Herröder – Drevina, Andersen – Heller, Leipertz, Kefkir – Marquet

Schiedsrichter: Robert Kampka (Mainz)

Bilanz: 17 Partien/3 Siege/9 Remis/5 Niederlagen/15:18 Tore

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