Alemannia will über 20 Millionen Euro von Kraemer

Von: Christoph Pauli
Letzte Aktualisierung:
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Die Alemannia fordert Schadenersatz von Frithjof Kraemer. Foto: Andreas Steindl

Aachen. Am Mittwochmorgen hat Frithjof Kraemer zumindest wieder indirekt ein bisschen Kontakt zu seinem Ex-Arbeitgeber. Alemannias ehemaliger Geschäftsführer klagt auf Wiedereinstellung, nachdem er Ende Oktober 2012 – etwa ein halbes Jahr vor dem geplanten Vertragsende – die fristlose Kündigung erhielt.

Die Streitsumme ist vergleichsweise gering. Ohnehin kann die insolvente Sport GmbH nur minimale Quoten zahlen. Aber natürlich hat der Insolvenzverwalter Rolf-Dieter Mönning die Berechtigung der Lohn-Forderung in Höhe von 72.611 Euro bestritten. Das Verfahren vor der Kammer für Handelssachen am Landgericht war ausgesetzt, während das Insolvenzverfahren lief, nun geht es mit neuem Richter und wohl ersten Zeugen weiter.

Aber es gibt inzwischen auch quantifizierbare Ansprüche von Alemannia an seinen ehemals leitenden Mitarbeiter. Der Rechtsanwalt des Vereins in dem Verfahren, Johannes Delheid, will Alemannias Anspruchschreiben in den nächsten Tagen zukommen lassen. Und da geht es nicht mehr um die kleinen Zahlen, der Verein fordert einen Schadensersatz „von über 20 Millionen Euro“, sagte Delheid am Montag auf Nachfrage. Grundlage für diesen Anspruch ist ein Gutachten, das den Zeitpunkt der tatsächlichen Insolvenz auf den 1. Februar 2012 datiert. Tatsächlich wurde die Insolvenz erst am 23. Dezember 2012 nach Kraemers Rauswurf angezeigt. Alemannias Anspruch errechne sich aus dem Versäumnis, sagt Delheid. Relevant sind die Summen, die in der GmbH unter Kraemers Führung noch nach dem 1. Februar 2012 geflossen seien. Kraemers Arbeit hatte Delheid schon zu Beginn des Verfahrens am Arbeitsgericht entsprechend markig gewürdigt. „Sie haben den Verein vor die Wand gefahren. Entweder waren Sie unfähig oder unredlich!“

Alemannia versucht nun erst einmal außergerichtlich, eine Einigung mit Kraemer herbeizuführen. Auch dem Verein ist klar, dass der über eine Summe von 20 Millionen Euro eher nicht verfügt. Und nur ein Bruchteil der Streitsumme wäre über eine Haftpflichtversicherung abgedeckt. Scheitert eine gütliche Einigung, will der Verein Kraemer verklagen, um einen Titel erlangen zu können.

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