Aachen - Alemannia will „Holtby-Lücke” schließen

Alemannia will „Holtby-Lücke” schließen

Von: Roman Sobierajski und Klaus Schmidt
Letzte Aktualisierung:
Alemannia Aachen / Lewis Holtby / AZ

Aachen. Am Ende löste sich die Hängepartie dann ganz fix auf: Noch während Lewis Holtby in Gelsenkirchen zur sportmedizinischen Untersuchung war, verhandelte Alemannia Aachens Sportdirektor Andreas Bornemann mit Felix Magath weiter über letzte Vertragsdetails, am Nachmittag war der 18-Jährige bereits auf dem Weg ins Schalker Trainingslager in Herzlake.

„Ich bin jetzt richtig im Profigeschäft angekommen und will meine Möglichkeiten nutzen”, stellte er sich dort vor.

Für mindestens drei Millionen Euro Ablöse unterschrieb Holtby beim Revierklub einen Vier-Jahres-Vertrag, Zuschläge durch ein bereits vereinbartes Freundschaftsspiel, internationale Erfolge, Einsatzzeiten und Nominierung für die Nationalelf nicht einberechnet.

Zudem konnte die Alemannia auch noch die prozentuale Beteiligung bei einem Weiterverkauf hochschrauben. Der Youngster verdrängt somit Ugur Inceman, der vor acht Jahren für 2,75 Millionen Mark zum FC St. Pauli gewechselt war, als teuersten Transfer der Vereinsgeschichte.

Andreas Bornemann sieht den Wechsel dennoch eher mit einem weinenden als einem lachenden Auge: „Schließlich bin ich Sportdirektor, nicht Finanzdirektor.” Zudem muss der 37-Jährige nun versuchen, möglichst kurzfristig die Lücke wieder zu stopfen, und das wenige Wochen vor Saisonstart.

Doch da sich die Verhandlungen mit Schalke so lange hinzogen (Bornemann: „Das ist der Tatsache geschuldet, dass sich Magath so spät eingeschaltet hat.”), sind einige der Topspieler auf Aachens Wunschliste (Karim Haggui/nach Hannover, Sydney Sam/Kaiserslautern, David Hoillet/Blackburn, Deniz Naki/St. Pauli) bereits bei anderen Vereinen gelandet.

„Ich werde jetzt die Suche forcieren und vorantreiben und bin zuversichtlich, dass eine Verpflichtung auch zeitnah gelingt”, meint Bornemann. Es passt ins Bild, dass Andreas Lasnik, der ein Probetraining bei Heracles Almelo absolvierte, nun doch absehbar in Aachen bleiben wird.

„Der Kader ist jetzt etwas ausgedünnt, aber gut besetzt”, beschreibt Andreas Bornemann die aktuelle Lage mit 21 einsatzbereiten Spielern, die am Mittwoch (19 Uhr) in Mützenich zum Test gegen die kubanische Nationalmannschaft antreten werden.

„Dennoch haben wir den ein oder anderen Kandidaten, den wir gerne verpflichten würden.”

Weitere Unwägbarkeit: Noch ist unklar, wie viel aus dem Holtby-Transfer überhaupt im Etat des Sportdirektors landen wird. Unter Schmadtke wurden Transfererlöse 60:40 zwischen Sportetat und GmbH aufgeschlüsselt.

„Wir werden möglichst viel in den Sport zurückfließen lassen”, verspricht Geschäftsführer Frithjof Kraemer, meint damit aber nicht nur die Verbesserung des aktuellen Kaders, sondern auch Investitionen in die sportliche Infrastruktur (Nachwuchs-Leistungszentrum, Werner-Fuchs-Stadion).

Doch soviel ist klar: „Lewis Holtby hinterlässt eine Lücke. Das muss kompensiert werden, und dafür muss auch Geld in die Hand genommen werden”, meint Frithjof Kraemer.

Dennoch soll (auch gegenüber anderen Vereinen und möglichen interessanten Spielern) der Eindruck vermieden werden, dass Sportdirektor Bornemann jetzt mit der dicken Geldbörse auf Einkaufsreise geschickt wird.
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