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Alemannia verpasst auch das letzte Ziel

Von: Klaus Schmidt
Letzte Aktualisierung:
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Im Brennpunkt: Alemannias Keeper Mark Flekken musste mehr als ein Mal gegen die heranstürmenden Spieler von Fortuna Köln retten. Am Ende mussten sich die Schwarz-Gelben mit 1:2 geschlagen geben. Foto: Wolfgang Birkenstock

Bonn. Auf den Tag genau vor neun Jahren stand Alemannia Aachen schon einmal in einem Pokalfinale, und nichts verdeutlicht die Entwicklung dieses Vereins so wie der Brückenschlag vom 29. Mai 2004 zum 29. Mai 2013.

Damals in der sonnenüberfluteten neuen Hauptstadt Berlin gegen Werder Bremen, Einzug in den Uefa-Cup inklusive, nun in der regengrauen alten Bundeshauptstadt Bonn gegen Fortuna Köln, die Pleite und den erstmaligen Abstieg in die Viertklassigkeit im Gepäck. Auch das letzte Ziel, sich als FVM-Pokalsieger wenigstens wieder für die 1. Runde im DFB-Pokal zu qualifizieren, verpasste die Mannschaft, und Trainer René van Eck ging mit einer 1:2-Niederlage. Erst 40 Minuten vor der geplanten Anstoßzeit war Alemannia, im Stau steckengeblieben, am Sportpark Nord angekommen, die Partie begann mit einer Viertelstunde Verspätung.

Alemannia ließ sich den Schlüssel zu dieser Partie gleich aus der Hand nehmen, bekam keinen Zugriff auf den neuen Klassenrivalen und hatte bereits in der zweiten Minute Glück, als Kialka sein Solo nicht mit dem 1:0 abschloss. Entschlossenheit zeigten nur die Kölner. Sie nutzten Aachens nächsten halbherzigen Klärungsversuch durch einen Flachschuss von Torjäger Kraus zur völlig verdienten Führung (19.), Pagano vergab freistehend das 2:0 (31.). Erst kurz vor der Pause entwickelte Alemannia ein bisschen Gefahr, Fink bekam den Ball im Strafraum an die Hand, Aachen aber keinen Elfmeter. Und Herröder köpfte nach einer Ecke über das Tor. Der schwache Murakami war da schon gegen Pozder ausgewechselt, verletzt musste auch Ajani (für Schumacher) vor 4715 Zuschauern vom Platz.

Kraus (14 Sekunden nach Wiederanpfiff) und Nottbeck (60 Sekunden) brachten Aachen aus der Distanz in die nächsten Nöte, Flekken klärte gegen Pagano. Zwischendurch setzte Pozder einen Volleyschuss über die Latte. Alemannia wachte auf, Leipertz scheiterte erst an Keeper Poggenborg, dann am Pfosten (60.). Köln lauerte auf Konter, Nottbeck hätte alles klar machen können. Aachen blieb im Spiel, und Timo Brauer wurde zur tragischen Figur. Erst glich er aus (78.), dann fälschte er den Ball von Flottmann vier Minuten später zum 1:2 ab. Das bittere Ende einer ganz bitteren Saison.

„Das passt“, meinte Sascha Herröder, „ein abgefälschter Ball bedeutet die Niederlage.“ Einfacher drückte es Kristoffer Andersen aus: „Wenn man kein Glück hat, hat man kein Glück.“ Noch bitterer wurde es, nachdem die Begegnung bereits beendet war: Aachener Hooligans stürmten den Platz, die Polizei schritt ein, die Schiedsrichter flüchteten in die Kabine – und Verbandsfunktionäre brachten den Pokal vor den Randalierern in Sicherheit. Trainer René van Eck zog nach seinem letzten Spiel sein eigenes bitteres Fazit: „Die Vorbereitung ist alles andere als optimal, wenn der Trainerstab am Tag vor dem Spiel von seiner Entlassung zum Monatsende erfährt.“ Die Mannschaft hatte daraufhin sogar mit Spielboykott gedroht.

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