Alemannia und Auer: Die Scheidung naht

Von: Christoph Pauli
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Benny Auer bleibt in Aachen. Foto: imago/Revierfoto

Aachen. Plötzlich waren sie da, ohne dass man heute noch ihren Erfinder ausfindig machen könnte. Für die Fußball-Profis sind diese Auflaufprämien liebgewonnene Gefährten, bei den Vereinen dagegen sind so beliebt wie der Klabautermann.

Der Anstoß erfolgt, und schon klingelt es in der Kasse - des Spielers. Mit so viel Privilegien will Erik Meijer jetzt bei Alemannia aufräumen. Der zum Sparen gezwungene Manager setzt verstärkt auf lukrative Leistungsanreize. Auflaufprämien hat er nicht mehr in seiner Musterkollektion.

Auch sein Angebot für Benny Auer ist so gestrickt, Prämien für reine Anwesenheit sind nicht mehr vorgesehen. „Es ist ein unglaublich gutes Angebot. Wenn er Vertrauen in sich und seine Leistung hat, kann er hier ein sehr, sehr gutes Gehalt bekommen”, wirbt der Manager, der Auer „liebend gerne” auf dem Hof halten würde.

Nun gehört sein Kapitän zu jenen Aachener Spielern, für die es eine größere Nachfrage gibt. „Der Markt entwickelt sich positiv”, sagt dessen Berater Jörg Neblung. Der 29-Jährige gilt als zuverlässiger Torlieferant mindestens in der 2. Liga. Auer selbst war am Freitag nicht zu sprechen. Aber schon als das zweite Angebot eintraf, hatte er abgewinkt.

„Ich bin enttäuscht, unter diesen Umständen gibt es keine weitere Chance auf eine Zusammenarbeit.” Eine definitive Absage war das zwar noch nicht, weil noch ein paar emotionale Aspekte für die Verlängerung sprechen würden. Benjamin Auer fühlt sich wohl in Aachen, ist erstmals Kapitän, hat einen Stellenwert wie selten zuvor auf seinen vielen Stationen.

Während Meijer noch vor dem letzten Spieltag eine Entscheidung haben möchte, hat es die andere Partei nicht so eilig. Die Begeisterung im Auer-Lager ist überschaubar. Die finanziellen Aspekte wiegen in diesem Fall wohl schwerer.

„Dieses Angebot können wir nicht annehmen”, sagt Neblung. Strittig ist auch noch die Frage einer möglichen Vertragsdauer, Alemannia bietet zwei, der Spieler stellt sich drei Jahre vor. Zudem vermisst Auer die Konturen der neuen Mannschaft.

Die Wahrscheinlichkeit, dass die erfolgreiche Ehe fortgesetzt wird, ist gering. Meijer wird das Angebot nicht nachbessern. „Das war mein letztes Wort, mehr Geld habe ich nicht.”

So stehen die Zeichen auf baldige Scheidung, und Meijer hat noch eine weitere Baustelle mehr. Keine Rolle mehr in Aachens Planungen spielt Davide Chiumiento. Das Angebot für den Schweizer wurde nach weiteren Beobachtungen zurückgezogen. Der Nationalspieler war bei dem Casting eher negativ gegenüber Mitspielern aufgefallen.
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