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Alemannia: „Touristengruppe“ mit großem Ehrgeiz

Von: Christoph Pauli
Letzte Aktualisierung:
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Geschont wird sich woanders: Robert Leipertz (rechts) gewinnt entschlossen den Zweikampf gegen Dortmunds Koray Günter. Foto: Lindemann

Aachen. Am Freitagabend wurde im Hause Leipertz dann fröhlich angestoßen. Mit Wasser. „Der Elektrolythaushalt muss aufgefüllt werden“, sagt Robert Leipertz, der am Freitag vor ziemlich genau 20 Jahren in Jülich geboren wurde.

Sein Verein heißt Alemannia Aachen, und weil der Klub gerade in ziemlichen Geldnöten steckt und sich kein Quartier leisten will, konnte der Angreifer seinen Geburtstag zu Hause feiern. Die Mannschaft steigt erst Samstagmorgen nach einem gemeinsamen Frühstück in den Bus, um zum Liga-Spiel nach Offenbach zu fahren. Fast 300 Kilometer später wird ein ziemlich bunter Haufen aussteigen. „Sieht wieder aus wie eine Touristengruppe“, lacht Trainer René van Eck. Die feinen Ausgehanzüge mit dem Logo des vormaligen Hauptsponsors sind eingezogen, die Mannschaft trägt Zivil, was sich sportlich vermutlich nicht auswirken wird.

Brauer und Thiele fehlen wohl

Die Teilnehmerliste der Ausflugsgruppe Offenbach verkleinert sich wohl. Timmy Thiele plagt sich weiter mit seiner Rückenblessur. Timo Brauer könnte sich mehr als nur den volkstümlichen „Pferdekuss“ zugezogen haben. Ihr Einsatz sei unwahrscheinlich, sagt van Eck. Und die Rückkehr der Langzeitpatienten Thomas Stehle, Aimen Demai, Sascha Rösler ist immer noch nicht absehbar.

Seine Mannschaft stellt sich von selbst auf, das ist diesmal keine schlechte Redewendung. An den Start wird dieselbe Anfangsformation wie unter der Woche in Dortmund gehen. Personellen Zuwachs hat unter der Woche der DFB untersagt. Van Eck ist der Aufsichtsbehörde nicht sonderlich böse, „solange sie uns keine Punkte wegnimmt“. Dennoch hätte er sich eine eindeutige Linie gewünscht. „Sie hätten von Anfang so sprechen sollen. Das klang zunächst ganz anders.“ Leidtragender ist nun zum Beispiel Nils Zander, der bereits beim Training und unter der Woche beim Spiel der nun Ex-Kollegen war. Leidtragender ist aber auch der Trainer, der keine große Tiefe mehr in seinem Kader hat und vor allem in der Defensive nachgebessert haben wollte. „Viel darf nicht mehr passieren“, sagt der Berufsoptimist.

Nach dem Zuwachs-Verbot aus Frankfurt haben die Trainer sich wieder einmal in der Nachwuchs-Abteilung bedienen müssen, die inzwischen ebenfalls ausreichend Löcher im Kader hat. Innenverteidiger Jan-Frederick Göhsl gehört am Samstag zur Touristengruppe, die sich den Bieberer Berg anschaut. Dort pfeift übrigens – kein Witz – ein bayrischer Schiedsrichter namens Karl Valentin.

Die Aachener Delegation wird etwas müde ankommen. „Die englische Woche hat geschlaucht, die Flasche ist etwas leer“, hat von Eck beobachtet, der den Trainingsumfang reduziert hat. Das kommt auch Robert Leipertz entgegen, der schon in der Vorbereitung aufgrund seiner Hüftprobleme Einheiten verpassen musste. Im Spiel und Training übertönt das Adrenalin die Schmerzen, im Alltag sind sie mindestens lästig. Ein Verzicht ist für den nun 20-Jährigen keine Option. „Wir haben nicht so viele Spieler, ein paar Schmerzen stecke ich schon weg.“ In der nächsten Woche soll eine Magnetresonanztomographie (MRT) Aufschluss über die Ursache der Beschwerden geben. Er will bei dieser verschworenen Gruppe von nahezu Gleichaltrigen bleiben, die so gut in die Rückrunde gestartet ist. „Die sollen ruhig alle lachen“, sagt Leipertz, „die Touristengruppe will auf dem Platz zeigen, was sie kann.“

Mögliche Aufstellung: Flekken – Wilschrey, Erb, Herröder, Strujic – Drevina, Andersen – Heller, Leipertz, Kefkir - Marquet

Schiedsrichter: Karl Valentin (Taufkirchen)

Bilanz: 19 Spiele, 7 Siege, 3 Remis, 9 Niederlagen 25:28 Tore

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