Aachen - Alemannia: Schnelles Wiedersehen mit den Ex-Kollegen

Alemannia: Schnelles Wiedersehen mit den Ex-Kollegen

Von: Klaus Schmidt
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Der erfahrenste Aachener: Michael Lejan startet heute Abend in Köln in die Saison. Foto: Steindl

Aachen. So schnell kann’s manchmal gehen. Ende Mai, da stand Michael Lejan noch auf der anderen Seite, er hätte „nicht gedacht“, dass er sein erstes Pflichtspiel der kommenden Saison im Trikot des Gegners bestreiten würde. „Und im Nachhinein hätte ich mir gewünscht, dass das Spiel anders ausgegangen wäre“, Alemannia Aachen das FVM-Pokalfinale in Bonn gegen Fortuna Köln gewonnen hätte.

Nun kehrt Lejan ganz fix zurück in seine bisherige sportliche Heimat, im Südstadion eröffnen Fortuna und Alemannia Freitagabend (Fupa-Liveticker ab 19 Uhr) die Saison der Regionalliga West. „Ich freue mich riesig auf das Spiel“, sagt Lejan, es könnte zur Heimpartie für seinen neuen Klub werden, „das könnten wir gut gebrauchen. Natürlich ist Fortuna ganz klarer Favorit, aber wir werden versuchen, das Beste draus zu machen.“

Der Belgier, dessen Vater bei der Armee in Deutschland stationiert war, hatte in jungen Jahren durchaus die Perspektive einer Bundesliga-Karriere vor Augen. Seit seinem elften Lebensjahr war der linke Mittelfeldspieler durch die Nachwuchsteams des 1. FC Köln gegangen, Marcel Koller holte ihn schließlich im April 2004 von den Amateuren zu den Profis. In Hannover (0:1, für Albert Streit) und gegen Bochum (1:2, für Matthias Scherz) kam Michael Lejan zu zwei Joker-Einsätzen. „Ich erhielt einen Profivertrag für die 2. Liga, zog mir in der Vorbereitung aber einen Faserriss zu, der drei Mal wieder aufbrach. Das dauerte vier Monate, bis ich wieder eingreifen konnte.“ Der neue Trainer Huub Stevens empfahl Spielpraxis über die Zweite Mannschaft, zu den erfolgreich spielenden Profis schaffte es der inzwischen 30-Jährige nicht mehr. „Das ist doof gelaufen.“

Für den Wuppertaler SV, VfL Osnabrück und Fortuna Köln machte Michael Lejan bis zum Ende der letzten Saison an die 300 Pflichtspiele. Dass sein Weg unter Uwe Koschinat nun beendet wurde, sieht der Linksfuß nüchtern. „Der Trainer wollte auf meiner Position einen jüngeren Spieler. Das ist manchmal so im Fußball“, das müsse man respektieren. „Ich war froh, als dann das Angebot von Alemannia kam. Da musste ich nicht lange überlegen.“ Über die Situation hatte er sich informiert, „unglaublich, dass dieser Verein nun in der 4. Liga spielt“. Die finanziellen Einbußen schreckten Lejan nicht ab. „Es ist ein großer Anreiz, Teil dieses Projekts zu werden. Es geht darum, dass sich die Mannschaft etabliert.“

Peter Schuberts Team ist auf links gedreht wie noch nie zuvor ein Kader in der 113-jährigen Klubgeschichte und mit Routine nicht gerade gesegnet. Michael Lejan kommt da gerade recht, er soll und will „die Erfahrungen, die ich gesammelt habe, an die jungen Spieler weitergeben“. Schnell habe er sich am Tivoli akklimatisiert, „die Truppe ist sehr angenehm. Aber wir haben ein komplett neues Team, das sich erst finden muss. Das kann dauern, es wird nicht gleich alles funktionieren.“

Niemand im Aachener Lager kennt den Auftaktgegner besser als Lejan. „Wenn der Trainer noch Tipps braucht, kann er gerne auf mich zukommen...“ Die Rollen heute sind klar verteilt, beim Vizemeister der letzten Saison hat Alemannia gleich ein dickes Brett zu bohren. „Aber ich habe ja auch solche Dinge erlebt wie im Pokal mit Osnabrück, als wir den HSV und Dortmund geschlagen haben. Und in dieser Liga kann ohnehin jeder gegen jeden gewinnen.“ Der Saisonstart: ein ganz besonderes Spiel, vor allem für Michael Lejan.

Mögliche Aufstellung: Löhe - Schumann, Göhsl, –Thackray, Stujic - Marquet, Neppe - Abel, Dowidat, Lejan - Krasniqi

Schiedsrichter: Sascha Stegemann (Niederkassel)

Bilanz: 36 Spiele/12 Siege/17 Remis/7 Niederlagen/41:31 Tore

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